5 Tipps zur Klettersteigtechnik

klettersteig-technik

Bei der Klettersteigtechnik scheiden sich die Geister. Dabei steckt laut Experte Alfons Hörhager gar nicht so viel dahinter. Grifftechnik? Schritte? „Das Wichtigste ist, dass man am Klettersteig mit der Situation zurecht kommt“, so der Initiator des #schlegeis131 an der Staumauer in Ginzling. Wie das geht, kann man nur selber herausfinden, prinzipiell ist die richtige Technik aber auf allen Klettersteigen anwendbar. „Es macht keinen Sinn, sich irgendetwas Spezielles auszudenken, wenn da nichts ist. Wer den Dreh einmal raus hat, kommt überall sicher rauf – Kraft und Ausdauer vorausgesetzt“, so Alfons.

Obwohl am Ende jeder seine Technik finden muss, gibt es ein paar generelle Richtlinien, die die Sache am Eisenweg erleichtern.

#1 Körperhaltung, Griffe & Tritte

Tritt am Klettersteig

Das Wichtigste am Klettersteig: Jeder Tritt muss sitzen.

Ein wichtiger Faktor während des Aufstiegs ist die Körperhaltung. Durch die Positionierung am Fels – oder im Fall des #schlegeis131 an der Mauer – wird der Grundstein für den Aufstieg und die Basis für die Belastung gelegt.

Der Tipp von Alfons:

Die Last auf alle vier Extreme verteilen und den Schwerpunkt so wählen, dass er zur Neigung der Wand passt und ein sicherer Stand entsteht. Mit den Füßen steigen und die Arme zum Sichern verwenden. Wenn ein Seil oder Griffe im Spiel sind, am besten von oben drauf greifen.

#2 Sicherung

Beim Einklinken der Karabiner spielt die Richtung im Vergleich zu früheren Systemen keine Rolle mehr. In modernen Sets ist alles selbstsichernd. Spezielle Klettersteig-Modelle wie der Ergotec Karabiner von Salewa machen das Einklinken besonders leicht.

Der Tipp von Alfons:

Immer nur einen Karabiner in die nächste Seilstufe umhängen, sonst läuft man Gefahr für einen Moment ungesichert zu sein. Die größte Herausforderung beim Umhängen ist der sichere Stand, der zuerst gefunden werden muss. Ansonsten einfach so früh wie möglich umhängen und gegebenenfalls die Karabiner gleich nach oben mitschieben (verhindert verhaken).

 

Klettersteig-Ausruestung

Alfons Klettersteig Ausruestung

Sicherheit-Klettersteiggurt

 

#3 Belastung und Krafteinteilung

Alfons-in-der-Staumauer

Richtige Belastung verzögert die Erschöpfung.

Die Belastung ist ein oft unterschätzter Faktor beim Klettersteiggehen. Wer noch keine Erfahrung mit der Route hat, sollte hier besonders vorsichtig sein, denn Ermüdung kann zu unangenehmen Erfahrungen in der Wand führen.

Der Tipp von Alfons:

Wenn die Belastung, wie beim #schlegeis131, großteils gleich ist, wird die Krafteinteilung zum wichtigen Bestandteil der Klettersteigtechnik. In dem Fall bietet es sich an, zum Beispiel die Positionen und Griff-Routine zu ändern. Das sorgt für Entlastung und mehr Sicherheit.

#4 Selbsteinschätzung

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Realistische Selbsteinschätzung ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Die meisten Rettungsaktionen am Klettersteig hängen mit Selbstüberschätzung zusammen. Gerade an heißen Tagen ist das Risiko eines Kollaps immer gegeben. Die Wahl des Klettersteigs, der richtige Schwierigkeitsgrad sowie eine ordentliche Planung beugen Unfälle vor.

Der Tipp von Alfons:

Bei starker Hitze und einer nicht ernst genommenen Verpflegung mit Wasser besteht immer die Gefahr von Erschöpfung. Das ist auch beim Staumauer-Klettersteig ein Thema. Vor allem, wenn die Sportler den Zustieg mit dem Rad zurück gelegt haben. Außerdem ist ein zu hoch gegriffener Schwierigkeitsgrad ein häufiger Grund dafür, dass wir von der Bergrettung in den Hubschrauber steigen.

#5 Sicherheit

Ein Teil der Klettersteigtechnik ist die Sicherheit. Das gilt besonders für Klettersteige und Zustiege, die Steinschlag gefährdet sind, weil oberhalb Wege vorbeiführen. Hier sollte man immer rechtzeitig den Helm aufsetzen, auch wenn man noch nicht mit Gefahr rechnet.

Der Tipp von Alfons:

Obwohl zum Beispiel beim #schlegeis131 Klettersteig an der Staumauer Steinschlag kein Thema ist, sind zum Beispiel schon Handys runtergefallen. Der Helm ist deshalb immer das Um und Auf der Sicherheitsausrüstung! Zudem sollte man sich immer informieren, ob das Material am neuesten Stand ist. Ich sehe etwa noch immer Durchlaufbremsen im Einsatz. Im Zweifel einfach immer im Fachhandel nachfragen.

Der Beitrag 5 Tipps zur Klettersteigtechnik erschien zuerst auf Mayrhofen Magazin.

 

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