Renntraining am Ahorn – wo Weltmeister trainieren!

FaivrePinturaultMuffat

Morgens um halb 8 in Mayrhofen: Die Ahornbahn liegt noch im Dunkeln, normalerweise steigt um diese Uhrzeit nur das Personal der Bergbahn in die Kabine der Ahornbahn, heute jedoch sind einige Trainer der französischen Nationalmannschaft mit an Bord. Oben angekommen machen sie sich gleich auf den Weg zur Ebenwaldpiste, um alles für das Training vorzubereiten.

Training Ahorn Mayrhofen

Die Rennstrecke wird am Ebenwald gesteckt

Renntraining am Ebenwald

Riesenslalom-Training für die Herren steht auf dem Plan. Dazu ist die Ebenwald Piste besonders gut geeignet, weil sie eine Neigung von bis zu 47 % aufweist und mit einigen Geländeübergängen sehr anspruchsvoll ist. Bereits zwei Nächte vorher haben die Mitarbeiter der Mayrhofner Bergbahnen die Piste schon durch „Showering“ mit Wasser präpariert, so dass sich diese nach zwei kalten Nächten für die Rennläufer in dem gewünschten vereisten Zustand präsentiert. In einem unbeobachteten Moment wage ich mich auf die Trainingspiste. Schon beim Queren der Piste wird mir klar, das ist Nichts für meine „Touristen-Kanten“.

Rennläufer und Serviceteam im Anmarsch

Inzwischen sind auch die Serviceleute der Rennläufer auf der Bildfläche erschienen, für jeden Rennläufer haben sie einige Paar Ski präpariert. Für uns sehen die natürlich alle gleich aus, aber die Serviceteams und die Rennläufer kennen die feinen Unterschiede. Während die Trainer den Riesenslalom-Kurs setzen und die Zeitmessung aufbauen, stellt der Pistendienst der Bergbahn die Absperrbänder und Zäune auf. Endlich erscheinen die drei Rennläufer auf der Piste und fahren sich erst mal ein. Mit dabei sind mit Alexis Pinturault, Matthieu Faivre und Viktor Muffat-Jeandet – die Top Rennläufer im Riesenslalom Weltcup.

Training Ahorn Mayrhofen

Alexis Pinturault bereitet sich auf sein Training vor

Das Training kann beginnen

Nach der Besichtigung des Kurses machen sich die Rennläufer auf den Weg zum Start, ein paar Aufwärmübungen werden gemacht. Mit von der Partie ist auch eine Physiotherapeutin, die einzige Dame im französischen Trainer- und Betreuerstab. Jetzt wird´s endlich ernst: die Rennläufer legen ihre Overalls, die sie über den Rennanzügen tragen, ab und begeben sich an den Start, schalten die Zeitmessung ein und stürzen sich mit einem Katapultstart auf die Piste. Die Fahrten der Rennläufer werden auf Video aufgenommen und später analysiert. Unten im Ziel angekommen zieht sich der Rennläufer sofort wieder seinen wärmenden Overall an, um das Risiko einer Erkältung so gering wie möglich zu halten. Nachdem der Puls wieder im Normalbereich ist, geht´s mit dem Ebenwald Sessellift wieder hinauf. Oben am Start wartet bereits der Cheftrainer und gibt dem Rennläufer ein Feedback. Wir beobachten auch die Gespräche zwischen den Rennläufern und ihren Serviceleuten. War der Ski richtig präpariert, stimmt die Abstimmung Ski-Bindung-Schuh?

Training Ahorn Mayrhofen

Die Physiotherapeutin erklärt uns, warum nur 4 Trainingsläufe möglich sind

Trainingsumfang

Die Trainingseinheit umfasst für alle der drei Rennläufer vier Fahrten. „Warum so wenig?“, fragen wir den Trainer. Der erklärt uns, dass während der Rennsaison nur in diesem geringen Umfang trainiert wird. Um ca. 11 Uhr ist das Training beendet, und wir fragen uns, was machen die Rennläufer eigentlich den Rest des Tages? Die Physiotherapeutin erklärt uns, dass es jetzt zurück ins Hotel geht, ein leichtes Mittagessen gibt und nachmittags Massagen und Stretching auf der Tagesordnung stehen. Mit Hilfe der Videoaufnahmen werden dann die Fahrten nochmals analysiert und Verbesserungen gesucht.

Auf dem Ahorn ist nach Trainingsende wieder der Pistendienst im Einsatz: Die Netze werden abgebaut, die Absperrung bleibt aber noch den ganzen Nachmittag bestehen. Hier muss erst mit der Pistenraupe die vereiste Piste wieder aufgefräst werden, damit die Piste auch für alle Gäste wieder ohne Risiko befahrbar ist. Bis dahin probiere ich noch ein paar Riesenslalom-Schwünge für mich aus – aber lieber auf der normalen „Touristen-Piste“.

Beim Teambewerb der diesjährigen alpinen Skiweltmeisterschaften in Sankt Moritz am 14. Februar konnten die Früchte dieses Trainings am Ahorn geerntet werden. Frankreich holt sich die goldene Medaille, die sie sich so sehr verdient haben! Congratulations an Alexis Pinturault, Matthieu Faivre und Kollegen!

Alle im Blog erschienen Bilder sind von den Mayrhofner Bergbahnen und Stefanie Eder.

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