Von Kräutern und Almen in und um Mayrhofen

Kräuterwanderung Foto Naturpark Zillertaler Alpen

Hi! Ich bin Lea und über die Sommermonate im Naturpark Zillertaler Alpen als Praktikantin aktiv. Durch mein starkes Interesse an der Botanik und der Verwendung von Kräutern, entschied ich mich vor kurzem spontan bei der Kräuterwanderung im Scheulingwald mitzugehen.

Andrea zeigt uns den Unterschied bei den Kräutern © Naturpark

Andrea zeigt uns den Unterschied bei den Kräutern © Naturpark

Naturoase Scheulingwald

Bei herrlichem Sonnenschein ging es vom Europahaus in Mayrhofen Richtung Scheulingwald. Unser Guide war die Naturparkführerin und Kräuterexpertin Andrea, die uns viele Pflanzen gezeigt und ihre Verwendung als Heil- und Küchenkräuter erklärt hat. Dabei konnte ich mein bisheriges Wissen durch einige neue und sehr interessante Informationen erweitern. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, welche vielfältigen Verwendungen die einzelnen Pflanzen sowohl in der Heilkunde als auch in der Küche haben und welche Möglichkeiten uns die Natur bereitstellt.

Tipps aus dem Wald

Slowfood Foto Naturpark Zillertaler Alpen

Slowfood aus unserer Natur

So bietet sich z.B. der Breitwegerich aufgrund seines pilzartigen Geschmacks perfekt zu Reis- und Risotto-Gerichten an. Brennnesseln sind durch ihre Brennhaare bei uns Menschen eher unbeliebt. Was ich bisher noch nicht wusste – man kann aus den Blättern auch leckere Chips herstellen. Dazu soll man die Blätter in einer Pfanne mit Öl leicht anbraten und anschließend mit Kräutersalz würzen. Total interessant fand ich auch, dass man die Blätter der Walderdbeere mit Wasser ansetzen kann und dieses Gemisch als Kaffeeersatz gegen Müdigkeit hilft.

Wir kochen gemeinsam!

Während unserer Tour hielten wir stets Ausschau nach schmackhaften und gesunden Kräutern, um unsere später zubereitete Kartoffelsuppe zu verfeinern. Hierbei sorgten u.a. die große Sternmiere, die rote Lichtnelke und der Gundermann für einen sehr aromatischen Geschmack. In gemütlicher Runde haben wir dann gemeinsam noch Erfahrungen ausgetauscht und den Nachmittag angenehm ausklingen lassen.

Und weil es so schön war bei der Kräuterwanderung, habe ich mich gleich zur nächsten Naturparkwanderung angemeldet.

Almerlebnis Zillergrund

Bei der Kinder- und Familienwanderung „Almerlebnis im Zillergrund“ drehte sich dann alles rund ums Thema Alm. Startpunkt war der Gasthof in der Au im Zillergrund. Dort machten wir zunächst ein lustiges Kennlernspiel. Dabei sollte sich jeder Teilnehmer zu seinem Anfangsbuchstaben ein passendes Tier oder eine Pflanze von der Alm überlegen und sich anschließend den anderen Teilnehmern vorstellen. Die Naturparkführerin Toni, die uns während der Wanderung begleitete, stellte sich bspw. mit „Toni Trollblume“ vor.

Almerlebnis Zillergrund © Naturpark Zillertal

Almerlebnis Zillergrund © Naturpark Zillertal

Wo kommt die Milch hin?

Auf spielerische Art und Weise erzählte sie uns etwas über die Almwirtschaft und die Tiere und Pflanzen, die es auf der Alm gibt. Wir haben erfahren, dass der Almbereich durch ein Gatter eingegrenzt wird, konnten Kresse probieren und den herrlichen Duft der Alpenrosen und Enziane einatmen. Toni erklärte uns, dass die sogenannte Heumilch vieler Bauern aus der Naturparkregion in der Sennerei in Mayrhofen zu Butter, Joghurt oder Käse weiter verarbeitet wird. Die Heumilch ist sehr gesund, da die Kühe auf der Alm keine Silage bekommen, sondern nur die besten Kräuter auf der Alm fressen.

Melchermuas

Wir wanderten entlang des Zillers bis zur Sulzbodenalm, wo wir von den Bewirtschaftern mit Melchermuas und Preiselbeeren sowie frischer Milch empfangen wurden. Nach der typischen Tiroler Jause erzählte uns der Bauer spannende Geschichten über das Almleben früher und heute. Anschließend durften wir sogar einen Blick in den Stall werfen. Auf dem Rückweg nutzen wir die Gelegenheit an den flacheren Stellen durch den Ziller zu kneipen. Ermüdet aber vollkommen zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken vom Zillertal komme ich nach Hause zurück.

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Naturpark Facts

Naturpark Zillertaler Alpen

Naturpark des Jahres 2015

Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen umfasst eine Fläche von 422 km² und erstreckt sich von ca. 1000 m auf bis zu 3510 m. Wer das gesamte Gebiet durchwandern möchte, ist sieben Tage unterwegs.

Acht Schutzhütten
, zahlreiche Dreitausender mit schroffen Felswänden und eine einmalige Vegetation runden den Charakter dieser hochalpinen Gebirgslandschaft ab. Auch seltene Tierarten haben hier ihre Heimat gefunden und können neben Wanderern, Bergsteigern und Naturliebhabern seit bereits mehr als 150 Jahren in dieser naturnahen Landschaft in Einklang leben.

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