
War die Getreideernte eingebracht, begannen am Mühlbach unermüdlich die Mühlräder zu klappern. Bis über 1200 m Seehöhe wurde früher Getreide angebaut und in Gemeinschaftsmühlen geschrotet und gemahlen. Wenn die Bäuerinnen das Mehl nach alten Rezepten in den Backöfen zu Brot verarbeiteten, zog würzig frischer Brotgeruch durch die Weiler.
Die Schrofenmühle stammt wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert. Bis etwa 1950 war sie in Betrieb und dabei ein wichtiges Glied bei der Eigenversorgung der bäuerlichen Bevölkerung.
Von den einst vielen Mühlen im Hinteren Zillertal (Tirol, Österreich) ist die Schrofenmühle als eine der wenigen erhalten geblieben. Als wirtschafts- und kulturgeschichtliches Dokument der vorin dustriellen Nahrungsmittelproduktion ist sie 1999 unter Denkmalschutz gestellt und in der Folgezeit restauriert worden. Heute ist die Mühle wieder voll funktionstüchtig und die alte Technik der einfachen mechanischen Wasserkraftnutzung kann im Rahmen von Führungen im Sommer wie im Winter bestaunt werden. Insgesamt gab es in Brandberg 4 Mühlen am Mühlbach. Getreide wie Gerste, Roggen, Hafer und Weizen hatte in der Selbstversorgerwirtschaft einen wichtigen Stellenwert und wurde vor Ort gemahlen. Nachdem der Ackerbau im Bergland zunehmend aufgegeben wurde, verloren die Mühlen jedoch ihre Bedeutung.

Sie wurden wie die Gerstenstampfe und das wasserkraftbetriebene Dreschwerk abgerissen. Der Ackerbau im Berggebiet war eine sehr auf wendige und mit harter körperlicher Arbeit verbundene Tätigkeit. Die Äcker wurden entsteint und die Steine platzsparend als Lesesteinriegel gelagert. Danach wurde gedüngt, gepflügt, geeggt, gesät, gejätet, das Getreide geschnitten, zu Garben aufgestellt und gedroschen. Regelmäßig musste auch die nach unten geschwemmte Erde wieder nach oben geseilt werden.
Mit der zunehmenden Aufgabe des Berg ackerbaues seit den 50er Jahren sind alte Getreidesorten mittlerweile rar geworden. Sie stellen heute ein besonders wertvolles genetisches Reservoir für klimatisch angepasste und robuste Getreidesorten dar. Mit der Auf gabe des Bergackerbaus geht jedoch nicht nur wertvolles Saatgut, sondern auch vielschichtiges ackerbauliches Wissen über den Umgang mit der Natur in extremen Lagen verloren.
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