


Seit der Rodung der Urwälder im Mittelalter taten sich den lichtliebenden Sträuchern, die heute unsere Hecken bilden, neue Lebens räume auf. Wo die Bauern am Rand ihrer Felder die Steine ablegten, fanden Haselnuss, Weißdorn, Schlehe, Hartriegel und Wildrose hervorragende Wachstumsbedingungen.
Die Bewirtschaftung der Hecken erfolgt durch das regelmäßige Auf-den-Stock setzen, das heißt, alle Sträucher und Bäume werden geschlagen. Das anfallende Holz und Astwerk wird als Brennholz verwendet, früher unter anderem auch zur Anfertigung von Werkzeugstielen und -griffen. Aus der Berberitze beispielsweise wurden Rechenzäune gefertigt.
Typische Standorte von Hecken sind Grundstücksgrenzen, sie dienen hier auch der Grenzmarkierung. Aufgrund der für "modernes" Wirtschaften oft ungünstigen Flächengrößen und erschwerten Arbeitsbedingungen mit Maschinen sind die Hecken oft durch Rodung gefährdet. Die besondere Bedeutung der Hecken liegt in der Vielfalt ihrer Kleinlebensräume für Pflanzen und Tiere. Wussten Sie, dass eine Hecke oft bis zu 20 verschiedene Gehölzarten aufweist und dass auf 900 m Heckenlänge bis zu 45 Vogelpaare aus 19 Arten vorkommen können!
In der abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit Hecken, Feldgehölzen und gebüschreichen Waldrändern sieht man häufig die Goldammer. Ihre typische Gelbfärbung und das Zucken mit dem Schwanz sind auffällig. In Brandberg hört man oft ihren Ruf "zrik" oder "trs", beim Abflug trillernd "tirr". Ihr Gesang mit kurzen melodischen Strophen "zizizizizizi – ziidüh" wird häufig mit "wie wie wie hab ich dich lieb" wiedergegeben.
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