07.11.2017

Von Pisten-Rockern und „Bombengeräten“

Markus Buchberger weiß heute schon, was morgen Trend ist. Der leidenschaftliche Skifahrer verkauft beim Intersport in Mayrhofen neuste Skier und angesagte Modelle – oder „Bombengeräte“, wie Markus sie nennt.


Seit knapp 20 Jahren verkauft Markus Buchberger im Intersport Bründl in Mayrhofen nicht nur Skier, sondern auch Vertrauen und Kompetenz. Der 58-Jährige kennt die Skitrends für diese Saison. Was kommt? „Beim Atomic hat sich sehr viel getan, der hat seine sportliche Serie komplett überarbeitet und das Doppeldecker-System, ein Stabilisationssystem, geändert.“ Heuer bietet Atomic eine Art Servolenkung. Sie heißt Servotec und verspricht noch leichtere Steuerung. Bei schneller Geschwindigkeit verhält sich der Ski stabiler und im Schwung agiler. „Insgesamt hat sich am Markt aber nicht so viel getan, die sportlichen Linien sind in etwa gleichgeblieben. Was farblich öfter wechselt, sind die Damenmodelle.“

Was darf´s kosten?

Wie viel muss man für einen einigermaßen guten Ski mit Bindung investieren? Markus lacht. „Bei uns bekommt man für 400 Euro keinen guten Ski, sondern ein Bombengerät. Einsteigen kann man natürlich schon ab 200 Euro. Hinauf geht es bis über 1000 Euro, aber dort ist der Markt sehr klein. Heutzutage kauft man kein Modell mehr, sondern eine Art von Ski. Ein Trend geht zum All Mountain Ski.“ Dieser „Rocker-Ski“ ist in der Geometrie anders und ohne die klassische Vorspannung, wie sie der Carver hat. Dadurch gelingen zum Beispiel die Schwünge leichter. „Der All Mountain Ski ist von der Telemetrie in der Schaufel und speziell unter dem Bindungsbereich sowie am Ende breiter geschnitten. Der Ski zeigt auf der Piste ein hervorragendes Fahrverhalten und lässt sich unheimlich gut fahren.“ Er punktet bei schlechten Schneeverhältnissen oder Neuschnee genauso, wie auf einer Buckelpiste oder im Tiefschnee. Einer, der wirklich „All Mountain“ ist. 

 „Bis die Haxen nicht mehr heben“

Wenn es ums Skifahren geht, weiß Markus, wovon er spricht. „Früher war ich Skilehrer. Ich fahre schon mein Leben lang und werde solange fahren, wie die Haxen heben“, sagt Markus. „Ich bin ein Tiefschneefahrer, bei jedem Wetter draußen und gern mit den Tourenskiern unterwegs. Klasse Sport!“ Der 58-Jährige fährt am liebsten in Mayrhofen, vormittags am Penken, nachmittags am Ahorn. „Am Penken hat man eine riesige Vielfalt, von ganz leichten, bis zu anspruchsvolleren Abfahrten. Wenn man weiß wo, kann man dort wunderbar Tiefschnee fahren oder Touren gehen. Aber das ist wie beim Schwammerl suchen: Die besten Plätze verrät man nicht“, lacht er. Wenn gegen Mittag die Masse kommt, wechselt er rüber auf den Ahorn. „Auf dem Genießerberg habe ich meine Ruhe und die Ahornabfahrt ins Tal. Das ist eine Wahnsinnsabfahrt.“

Trends und Lifestyle am Penken 

Im Trend liegen 2017/2018 nach wie vor Skitouren. Doch immer öfter schwingt der Leichtsinn mit: „Viele gehen mitten auf der Piste nebeneinander, weil sie sich unterhalten wollen. Wenn man als Skifahrer von oben kommt, ist das unheimlich gefährlich.“ Trendig ist auch das Schanzenspringen im Funpark. „Wir haben am Penken einen der größten Funparks in Europa.“ Dort sieht man immer wieder Leute mit trendigen Twintips fahren. Das sind Skier mit aufgebogenen Enden, die das Rückwärtsfahren, die Sprunglandung und das Geländefahren erleichtern. „Twintips sind eine coole Sache, spektakulär zum Zuschauen. Aber es ist nicht nur ein Sport, es ist eine Philosophie, ein Lifestyle. Da gehört alles dazu, von der Unterhose bis zur Kappe.“