Vorbereitung für die Gletschertour

Auch im Zillertal gilt die Gletschertour als Königsdisziplin unter den Bergtouren. Von Mayrhofen führen mehrere Routen ins ewige Eis. Mit einer guten Vorbereitung, der richtigen Ausrüstung und dem – notfalls vom Bergführer geliehenen – Know-how sind zahlreiche Gletschertouren jenseits der 3.000er Marke in Griffweite!

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Gletschertour-Ausrüstung

Auch im Zillertal gilt die Gletschertour als Königsdisziplin unter den Bergtouren. Von Mayrhofen führen mehrere Routen ins ewige Eis. Mit einer guten Vorbereitung, der richtigen Ausrüstung und dem – notfalls vom Bergführer geliehenen – Know-how sind zahlreiche Gletschertouren jenseits der 3.000er Marke in Griffweite! Alfons Hörhager vom Salewa Store Mayrhofen gibt die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung mit auf den Weg.

 

Die Basics

Eine Gletschertour ist ein Großprojekt. Aber womit fängt man an? „Es gibt einige grundsätzliche Dinge, die man abklären sollte, bevor man sich der Ausrüstung oder Routenauswahl widmet“, meint Alfons. Dazu zählen Fragen wie:

  • Für wie viele Stunden Auf- und Abstieg reicht meine Kondition?
  • Welche Schwierigkeitsgrade sind für mich realistisch?
  • Wer begleitet mich auf der Tour?
  • Brauche ich Unterstützung in Form eines ausgebildeten Bergführers?
  • Wo kann ich mich über Wetter und Touren in der Region informieren?

Die ersten Fragen sind schnell abgehandelt, aber wichtig. Generell ist ein Bergführer immer eine sichere und unkomplizierte Wahl, rät Alfons. „Am besten, man informiert sich bei einer Bergsportschule oder im Fachhandel vor Ort über das Tourenangebot, die Verfügbarkeit von Führern, die Wettersituation und das Verleihmaterial. Innerhalb von zehn Minuten ist alles erledigt und man ist auf der sicheren Seite! Basis-Informationen gibt es auch im Tourismusverband.“

Unersetzbare Bergführer

Alfons Hörhager

Bergführer wie Alfons machen die Gletscherüberschreitung sicherer… und einfacher

Warum Bergführer so wichtig sind, zeigt sich leider viel zu oft: „Wir haben immer wieder tragische Unfälle, die in vielen Fällen vermeidbar gewesen wären. Ein ausgebildeter Guide kennt die Route und kann Gefahrensituationen besser einschätzen. Er hilft, die Route zu finden und erkennt Spalten aufgrund der Schneeformen. Das ist vor allem wichtig, weil sich der Gletscher täglich ändert und ,arbeitet‘. Außerdem hat er Erfahrung mit dem Steinschlagrisiko, dem Hauptgrund für die meisten Unfälle“, so Alfons. Bergführer für die Region Mayrhofen finden sich etwa auf der Seite der Bergsportschule Zillertal Alpin.

Unberechenbare Natur

Ein wesentlicher Faktor für die Gletschertour ist das Wetter. Eine informative Basis zur Vorbereitung liefern Seiten, die speziell auf das Bergwetter eingehen:

Wie unberechenbar das Wetter geworden ist, verdeutlicht eine Situation aus dem letzen Jahr: „Im August 2015 konnte die Gletschertour auf den Löffler drei Wochen nicht gegangen werden. Der Grund: die Temperatur und der daraus resultierende Steinschlag. Früher war es im Sommer in der Nacht noch so kalt, dass die Steine angefroren blieben. Durch die Erwärmung gibt es jetzt schon am Vormittag die Gefahr des Steinschlages. Und das ist das größte Risiko bei der Gletschertour. Da muss man auch so schlau sein und einsehen, dass die Route eventuell nicht begangen werden kann und einen anderen Berg wählen. Die erhöhte Steinschlaggefahr merkt man seit den letzten zehn Jahren ganz gravierend. Wir nennen das ,ausappern‘“, erklärt Alfons.

Gletschertouren in Mayrhofen

Jedes Tal im Zillertal bietet Möglichkeiten für eine Gletschertour. Zwei Klassiker in Mayrhofen sind:

 

Schwarzenstein – Tourenbericht

Großer Löffler/Floitenkees – Tourenbericht

 

Die Packliste für die Gletschertour

Gerade auf Gletschertouren muss man auf alles vorbereitet sein. Für alle, die sich ins ewige Eis aufmachen wollen, hat Alfons eine Packliste zusammengestellt.

Erste Hilfe Set

„Das erste Hilfe Set sollte sowieso immer und nicht nur bei Gletschertouren im Rucksack landen.“

Rucksack

„Viel Stauraum, leicht zugänglich und so wenig Eigengewicht wie möglich.“

Bergschuhe

„Robuste Bergstiefel wie der Salewa Raven GTX mit Steigeisentauglichkeit, hohem Flex und einer entsprechenden Sohle.“

 

Steigeisen

Raven-GTX-von-Salewa

Eispickel

 

Steigeisen

„Auf manchen Eisflächen kommt man ohne einfach nicht weiter.“

Eispickel

„Das Pendant in der Hand zum Steigeisen am Fuß.“

Kletterzeug

„Für Gletschertouren gibt es doppelt imprägnierte Zwillings- oder Halbseile. Immerhin müssen sie die Belastung durch Schnee, Wasser und Kälte standhalten. Dazu Helm, Klettergurt und Expressen fürs Mixed-Klettern.“

 

Karabiner

Alfons-mit-Jacke

Bohrhaken

 

Gletscherbrille

„Es gibt eigene Gletscher-Sonnenbrillen, die gegen die starke Sonneneinstrahlung im hochalpinen Bereich schützen.“

Eishaken

„Ein wichtiges Instrument für den Notfall: Wenn man in eine Spalte fällt, kommt man mit dem Eishaken wieder hinaus.“

Bekleidung

„Leichte Kleidung in mehreren Schichten mit Gore Tex Gewebe, falls man in den Schnee greifen oder sich hinsetzen muss.“

 

Bekleidung Gletschertour 1

Bekleidung Gletschertour 2

Bekleidung Gletschertour 3

 

Ein Basic-Outfit Beispiel von Salewa für die Gletschertour:

 

T-Shirt: Solidlogo Dry

Hose: Ortles 2 DST

Midlayer: Puez Grid

Jacke: Pedroc GTX Act

 

 

 

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