Naturpark Zillertal: Dem Klimawandel auf der Spur…

Der Klimawandel ist in aller Munde, oft in Form von Extremereignissen über die in den Medien berichtet wird oder internationalen Konferenzen, die zu diesem Thema abgehalten werden. Tatsächlich ist der Alpenraum eine Region, in der sich die Veränderung und allein schon gewissen Schwankungen des Klima besonders deutlich zeigen.

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Foto: Hochgebirgs Naturpark Zillertaler Alpen

Der Klimawandel ist in aller Munde, oft in Form von Extremereignissen über die in den Medien berichtet wird oder internationalen Konferenzen, die zu diesem Thema abgehalten werden. Tatsächlich ist der Alpenraum eine Region, in der sich die Veränderung und allein schon gewissen Schwankungen des Klima besonders deutlich zeigen. Es ist aber nicht sinnvoll, alles negativ oder gar mit Panik zu bewerten, denn die Klimaänderung hat durchaus auch positive Seiten. Hier ein paar Gedanken dazu…

 

Klimawandel im Zillertal

Der Gletscherrückgang innerhalb der letzten 85 Jahre.
Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Klimawandel Nr. 1:

Ein Paradebeispiel dafür sind die Gletscher. Als „Pulsmesser“ des Klimas reagieren sie relativ rasch mit Vorstößen bzw. Rückzügen auf kältere bzw. wärmere Phasen. Die letzte Eiszeit hat den Alpenbogen bis vor rund 10.000 Jahren mit Eis überzogen, der Höhepunkt dieser Kälteperiode lag vor rund 20.000 Jahren. Damals ruhte über dem heutigen Standort der Berliner Hütte ein Eispanzer von etwa 800 m Mächtigkeit (!). Nur die höchsten Grate und Gipfel am Alpenhauptkamm haben zu dieser Zeit aus dem Eis herausgeragt. Der letzte große Gletschervorstoß nach der Eiszeit endete um das Jahr 1850. Seitdem ist das „Ewige Eis“ auf dem Rückzug, Jahr für Jahr schrumpfen die Gletscher, um sich dem aktuellen Klima anzupassen. Wer regelmäßig vergletscherte Alpentäler besucht, kann diese Entwicklung selbst beobachten. Das Hornkees nahe der Berliner Hütte hat allein im Jahr 2015 rund 130 m an Länge verloren. Nach den derzeitigen Prognosen dürften bereits Mitte dieses Jahrhunderts nur noch wenige Gletscher übrig bleiben. Das ist ohne Zweifel ein Verlust, da die Gletscher ein sehr ästhetischer Teil der Hochgebirgslandschaft sind. Auf der anderen Seite geben die Gletscher damit Flächen frei, die für Pflanzen und Tiere wieder als möglicher Lebensraum zur Verfügung stehen. Und das ist auch für Forscher eine spannende Sache, wie Flora und Fauna diese Gletschervorfelder wieder erobern und „beleben“.

Klimawandel Nr. 2:

Der Rückzug der Gletscher ändert auch für die Wanderer und Bergsteiger so einiges. Sehr viele hochalpine Schutzhütten wurden Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jhs. am Rand der Gletscher erbaut, von der Bergunterkunft waren es dann nur wenige Minuten bis zum Eisrand. Über die imposanten Eisriesen ging es dann weiter zu den verschiedenen Jöchern und Gipfelzielen. Heute trennen Hütte und Gletscher oft mehrere Kilometer und es müssen teils steile Moränen und felsige Gletschervorfelder bewältigt werden. Da hatten es die Bergsteiger früher also wesentlich komfortabler. Auf der anderen Seite ist der Rückgang mancher Gletscher schon so weit fortgeschritten, dass einst vergletscherte Übergänge inzwischen eisfrei geworden sind. Es können alpine Wege angelegt werden und der Bergwanderer erreicht ohne Gletscherausrüstung und alpine Gefahren (Spalten!) das nächste Tal. Auch unter der Hinsicht ändert sich vieles, es wird aber nicht alles schlechter.

Klimawandel im Zillertal

Stein in Form des Logos vom Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Klimawandel Nr. 3:

Der Klimawandel hinterlässt auch in der Pflanzenwelt seine Spuren. Forscher haben bereits nachweisen können, dass sich viele Pflanzen dank der gestiegenen Temperaturen immer weiter nach oben wagen. Nur für jene Pflanzen, die im obersten Stockwerk ihre Heimat haben und auf diese angewiesen sind, könnte die gestiegene Standort-Konkurrenz zu Problemen führen. Man sollte aber die Anpassungsfähigkeit der (hoch-)alpinen Flora nicht unterschätzen, vielleicht schafft sie es sich so anzupassen, dass sie ihren Platz im obersten Stockwerk behauptet. Es bleibt also spannend…

Wer am Klimawandel im Gebirge interessiert ist, sollte unbedingt mit Ranger Hermann auf Tour gehen. Er nimmt Euch unter dem Motto „Dem Klimawandel auf der Spur“ mit auf eine spannende Wanderung ins wildromantische Gunggltal über dem Bergsteigerdorf Ginzling.

Termine 2016:  09.09. Weitere Infos und Anmeldung unter www.naturpark-zillertal.at

 

 

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Naturpark Facts

Naturpark Zillertaler Alpen

Naturpark des Jahres 2015

Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen umfasst eine Fläche von 422 km² und erstreckt sich von ca. 1000 m auf bis zu 3510 m. Wer das gesamte Gebiet durchwandern möchte, ist sieben Tage unterwegs.

Acht Schutzhütten
, zahlreiche Dreitausender mit schroffen Felswänden und eine einmalige Vegetation runden den Charakter dieser hochalpinen Gebirgslandschaft ab. Auch seltene Tierarten haben hier ihre Heimat gefunden und können neben Wanderern, Bergsteigern und Naturliebhabern seit bereits mehr als 150 Jahren in dieser naturnahen Landschaft in Einklang leben.

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