Sportmassagen und ihre Wirkungen

Massagen gibt es schon seit mehr als 3000 Jahren. Seither wurden viele verschiedene Arten bzw. Techniken entwickelt. Durch Kneten, Drücken, leichtes Klopfen und Streichen wird versucht, die Durchblutung zu fördern bzw. Muskelverhärtungen zu lösen.

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Rosina Schneeberger beim Sporttherapeuten in Ramsau im Zillertal

Interview mit Jan Greisinger – Sporttherapeut bei der SPORTMED in Ramsau:

Massagen gibt es schon seit mehr als 3000 Jahren. Seither wurden viele verschiedene Arten bzw. Techniken entwickelt. Durch Kneten, Drücken, leichtes Klopfen und Streichen wird versucht, die Durchblutung zu fördern bzw. Muskelverhärtungen zu lösen.

Eine spezielle Form der Massage ist die Sportmassage. Diese Form kommt hauptsächlich im Sportbereich aber auch im alltäglichen Leben z.B. bei Einschränkungen des Bewegungsapparates aufgrund eines Unfalls oder durch Fehlbelastungen im Beruf zum Einsatz. Ein qualifizierter Sportmassagen Therapeut kann hier sofort zur Schmerzlinderung beitragen.

Ich habe heute die Gelegenheit mit einem absoluten Profi auf dem Gebiet der Sportmassage, Jan Greisinger, von der SPORTMED TIROL in Ramsau, ein wenig zu plaudern und ihm ein paar Fragen zu stellen.

Interview zum Thema Sportmassagen und wie sie wirken mit Jan Greisinger

Sportmasseur Jan Greisinger

Hallo Jan, würdest du dich unseren Lesern kurz vorstellen:

Wie schon erwähnt, ist mein Name Jan Greisinger. Ich wurde 1972 in Zell am Ziller geboren, bin somit ein waschechter Zillertaler. Bin verheiratet und habe zwei Kinder, Max und Mia. Mein Wohnort und zugleich auch Arbeitsort befindet sich in Ramsau im Zillertal.

Wie kam es dazu, dass du den Beruf des Sporttherapeuten ergriffen hast und zu deiner Selbstständigkeit?

Tja, da muss ich etwas ausholen. Da ich als Junge bzw. Jugendlicher selbst schon immer intensiv Sport betrieben habe und so auch das eine oder andere Wehwehchen am eigenen Körper erfuhr und diese bei einem Sporttherapeuten behandeln ließ, kam ich früh mit dieser Berufssparte in Verbindung. Mich faszinierte auch die Nähe zum Sport an sich, die dieser Beruf mit sich bringt. Und so kam es, dass ich mit 17 Jahren die Lehre in der Schule in Salzburg begann. Es folgten zahlreiche Fortbildungen und abschließend die Meisterprüfung in Innsbruck.

Unter anderem bewarb ich mich während meiner Tätigkeit als Masseur in angesehenen Häusern auch beim Österreichischen Skiverband (ÖSV). 1994 bekam ich dann die Zusage und ich sollte probeweise das österreichische Team auf Europacuprennen begleiten. Das Angebot konnte ich natürlich nicht ausschlagen und so begab ich mich trotz anfänglichen Heimwehs auf die Reise mit dem Team. Ja und aus der Probezeit wurden schließlich 10 unvergessliche Jahre als Betreuer der Österreichischen Skinationalmannschaft.

Ich betreute die Läufer, die dazumal Aussichten auf den Gesamtweltcup hatten und in den Disziplinen Riesenslalom, Super-G, Abfahrt und gegebenenfalls auch Kombination an den Start gingen. Dazu zählten z.B.: Stefan Eberharter, Hermann Maier, Hans Knauß, Pepi Strobl und Andreas Schifferer.

Diese Zeit bzw. die Arbeit während dieser Zeit haben mich sehr viel gelehrt. Vor allem eines, dass die Uhren im Profisport einfach etwas anders ticken und fast nichts unmöglich ist. Das Netzwerk aus Ärzten, Kliniken, Praxen, Therapeuten,… ist einfach Weltklasse. Ich hatte die Möglichkeit mir auf der ganzen Welt Praxen und ihre Arbeitsweisen anzusehen. Für mich war bald klar, sollte ich mich irgendwann zur Selbständigkeit entschließen, ich dies ebenfalls nur mit einem Team, das allen Ansprüchen der Patienten gerecht wird, umsetzen würde. Zu meinem Team sollten auf jeden Fall:

  • ein guter Arzt
  • Physiotherapie/Massage
  • Sportwissenschaft
  • Psychologie

gehören.

Allein kann man nicht alle Bedürfnisse der Patienten abdecken, jedoch im Team ist das möglich. 2004 wurde aus meinen Plänen Wirklichkeit. Im Haus meiner Oma, gründete ich die Gemeinschaftspraxis „SPORTMED Tirol“ und versammelte genau das Team um mich, das ich mir immer vorgestellt habe.

Mit welchen Anliegen bzw. Beschwerden kommen die Leute jetzt zu dir in die Praxis? Wo kann man dich erreichen und einen Termin vereinbaren?

Die Anliegen bzw. Krankheitsbilder mit denen die Menschen zu uns kommen sind recht breit. Sie reichen von verschiedensten Beschwerden des Bewegungsapparates über Therapien nach Unfällen bis hin zu „normalen“ Rückenschmerzen durch zB Fehlbelastungen. Zur Sportmed kann wirklich jeder kommen.

Ob nun sportlich oder nicht. Unsere Klientel besteht derzeit aus ca. 98% normalen Patienten und ca. 2% Profisportlern. Erreichbar sind wir zur Terminvereinbarung telefonisch unter der Festnetznummer T: +43 5282 51010.

Ich möchte heute etwas näher auf das Thema Sportmassagen eingehen. Was unterscheidet eine Sportmassage von der klassischen Massage?

Grundsätzlich sind diese sehr ähnlich. Für mich gibt es dennoch zwei große Unterschiede, die die klassische Massage von der Sportmassage unterscheiden:

 

1.    Die Planung:

Sportmassagen werden immer auf den Wettkampfplan und das Training des einzelnen Sportlers abgestimmt. Das kann man so verstehen: Ein Sportler verliert nach jeder Massage an Spritzigkeit und Schnellkraft und deshalb muss eine Behandlung zeitlich so eingeteilt werden, damit er auf den jeweiligen Wettkampf wieder voll fit ist.

 

 

2.    Die Regelmäßigkeit und das „Sich-Kennen“:

Mit der Betreuung eines Spitzensportlers ist man regelmäßig betraut, das bedeutet man kennt sich und ich als Therapeut weiß genau wie der Einzelne auf eine Massage reagiert bzw. wie sein Zustand ist. Damit kann ich genau auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen.

 

Wann kommt eine Sportmassage eigentlich zum Einsatz und wie wirkt sie genau?

 

Sportmassagen kommen hauptsächlich bei Profisportlern und ambitionierten Hobbysportlern zur Anwendung.

Hier unterscheidet man zwischen vorbereitenden und regenierenden Sportmassagen.

 

  • Die Aufgabe der vorbereitenden Sportmassage ist es die Spannung, die durch das Training entsteht, herauszunehmen. Damit nimmt man der Muskulatur allerdings auch die Spritzigkeit, deshalb sollte diese Massage immer 1-2 Tage vor dem Wettkampf bzw. individuell auf den jeweiligen Sportler abgestimmt stattfinden.
  • Die regenerierende Massage wendet man nach einem Wettkampf an und dient der schnelleren Regeneration und löst Verspannungen und so können schneller wieder Trainingsreize gesetzt werden.

Man hört auch immer wieder von Hilfsmitteln bei Massagen wie zB Wärmesalben, Wärmekissen, verschiedenste Öle, Tape usw. Was hältst du eigentlich davon?

Hilfsmittel sind meiner Meinung nach immer ein Baustein des Ganzen. zB kann ein Tape nicht heilen, aber auf jeden Fall unterstützend wirken.

Die Massagen im warmen Behandlungszimmer führe ich immer mit einem normalen neutralen Öl durch. Jeder Zusatz kann Allergien auslösen und ist somit nicht unbedingt ratsam. Wenn im Freien gearbeitet wird, arbeitet man schon gern mit Wärmesalben, Ölen und dergleichen.

Es gibt mittlerweile viele Sportler, die ihren Aktivitäten mehr als hobbymäßig nachgehen. Ab wann ist es empfehlenswert einen Sporttherapeuten aufzusuchen bzw. welche Anzeichen gibt es dafür?

Welche Vorbeugungsmaßnahmen kann jeder selbst treffen um sein Verletzungsrisiko zu minimieren. Geht ein ambitionierter Hobbysportler mehrmals wöchentlich regelmäßig seinem Training nach und klagt über „blaue“ – sprich müde Beine, dann macht eine Sportmassage auf jeden Fall Sinn.

Vorbeugend ist für jeden wichtig:

  • ein gutes Warm-up und Cool-down
  • Stretching und Dehnen
  • Verwendung von diversen Hilfsmitteln zur Lockerung der Muskulatur.

Dazu fallen mir spontan die Faszien-Rollen ein. Diese Rollen unterstützen den Sportler und gegebenenfalls auch den Masseur dabei die Muskulatur zu lockern. Man kann sich durch das Rollen besser aufwärmen und so auch das Verletzungsrisiko minimieren.

 

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Danke, Jan für deine Zeit und deinen Einblick in die Welt der Sporttherapeuten. Ich bin überzeugt, dass der Beitrag sicherlich für den einen oder anderen Sportler bzw. „Nicht-Sportler“ ein paar wichtige Tipps enthält. Mir bleibt noch, dir für deine Zukunft in der Welt der Sporttherapeuten, alles Gute zu wünschen.

 

 

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