Naturpark Zillertaler Alpen: Geiß Emma ist verliebt

Ich durfte Anfang Juli der Freilassung von fünf Steinböcken im Naturpark Zillertaler Alpen beiwohnen. Eigentlich handelte es sich um vier Steingeißen und einen Steinbock. Nun interessierte es mich, was aus den Tieren geworden ist. Und vor allem, wo sich Luis, Nina, Emma, Rosi und Edelweiß denn so herumtreiben.

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Ich durfte Anfang Juli der Freilassung von fünf Steinböcken im Naturpark Zillertaler Alpen beiwohnen. Eigentlich handelte es sich um vier Steingeißen und einen Steinbock. Nun interessierte es mich, was aus den Tieren geworden ist. Und vor allem, wo sich Luis, Nina, Emma, Rosi und Edelweiß denn so herumtreiben.

 

Das neue "Wohnzimmer" er Steingaiss Emma: die mächtigen Berge des Zemmgrundes im Naturpark Zillertal

Das neue „Wohnzimmer“ der Steingaiss Emma: die mächtigen Berge des Zemmgrundes im Naturpark Zillertal. Bild: Werner Kräutler

Das Ambiente, also quasi das Wohnzimmer der neuen Bewohner gehört zu den landschaftlich schönsten Regionen der Ostalpen. Denn im Zemmgrund wandert man nicht nur auf den Spuren der Gletscher. Für viele Bergwanderer gehört die Beobachtung von Steinböcken seit geraumer Zeit genauso zu den Attraktionen des Naturpark Zillertaler Alpen und zum Zemmgrund, wie die Grawand- oder Berliner Hütte.

Das Erfreuliche zuerst: Offenbar haben sich die Tiere sehr gut in ihrem neuen Habitat eingelebt. Willi Seifert, der Geschäftsführer des Naturparks Zillertaler Alpen ist jedenfalls zufrieden. „Man könne sagen“, meint er, „dass sich die ausgewilderten Tiere mit der bestehenden Population vermischt haben.“ Dazu sollte man wissen, dass Steingeißen und Steinböcke in getrennten Rudeln leben. Während die Geißen von einer Leitgeiß angeführt werden, ist die Sachlage bei den ‚Männern‘ nicht so klar. Dort bestimmt die Horngröße, wer Chef im Ring ist. Da müssen sich die Zuzügler halt eben anpassen.

Rangkämpfe der Steinböcke bereits im August

Im Herbst beginnen die Steinböcke, ihre Hierarchie auszukämpfen.

Im Herbst beginnen die Steinböcke ihre Hierarchie auszukämpfen. Bild: Naturpark Zillertaler Alpen

Mit einigem Glück können Bergwanderer die Rangkämpfe der Böcke im Zemmgrund beobachten. Denn die Gleichstarken müssen quasi in den „Boxring“ um die Rangordnung auszumachen. Das bewirkt jedoch nicht wirklich, dass die liebevolle Minne zwischen Weiblein und Männlein im Dezember in Ruhe und Gelassenheit abläuft. Aber im Gegensatz zu Hirschen und Gämsen vermeiden die Steinböcke Rangkämpfe mit extremem Energieverschleiß im Hochwinter.

Interessant ist auch, wo sich die Anfang Juli ausgewilderten Tiere jetzt aufhalten. Eigentlich in der Nähe jener Stelle, an der sie die Freiheit erhalten hatten: im Bereich Horngipfel und Hornkees. Irgendwie logisch, denn die Gegend ist für Steinböcke geradezu ideal.

Die Steingeiß Emma ist verliebt

Die Tiere sind beobachtet worden, wie sie Ausflüge etwa zum Schwarzsee oder Schwarzensteinkees gemacht haben. Ich hatte geglaubt, die Steinböcke würden gleich weite Wanderungen durch die Bergwelt absolvieren, um genügend Futter zu ergattern. Aber da lag ich falsch. Wie mir Willi Seifert erklärte, werden die freigelassenen Tiere erst peu à peu das räumliche Verhalten der „alt eingesessenen“ Population annehmen und den vollen Lebensraum im Hochgebirgs-Naturpark entdecken und nutzen.

Ein Faktum ist sicher: die Steingeiß Emma hat bereits einen Freund. Er ist allerdings älter als sie, was ihr aber nichts auszumachen scheint. Die beiden sind nämlich dabei beobachtet worden, wie sie öfters gemeinsam unterwegs sind. Quasi in trauter Eintracht.

Die Hochzeit wird Ende des Jahres stattfinden und vielleicht können wir an dieser Stelle im kommenden Jahr von Nachwuchs berichten. Wo die Hochzeit genau stattfinden wird, ist noch nicht klar. Denn die Steinböcke haben unterschiedliche Einstände in Sommer und Winter. Das heißt, sie verlassen den derzeitigen Einstand schon bald um in den Wintereinstand zu ziehen.

Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen wird größer

Willi Seifert kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 'seines' Naturpark Zillertal zurückblicken.

Willi Seifert, Geschäftsführer des Naturparks Zillertal. Bild: Werner Kräutler

Pünktlich zum 25-jährigen Bestandsjubiläum des Naturparks Zillertal wird dessen Gesamtfläche von 379 km2 auf 423 km2 vergrößert und damit zum größten Ruhegebiet Tirols erweitert. Für Willi Seifert ein Grund zur Freude. Vor allem auch deshalb, weil die Erweiterung von den Gemeinden, der Bevölkerung, dem Tourismusverband, Alpenverein und der Politik mitgetragen wird.

Mein persönlicher Tipp: die Ausstellung Gletscherwelten im Naturparkhaus Ginzling

Was die Besucher des Naturparks Zillertaler Alpen keinesfalls versäumen sollten: einen Besuch der hervorragend und vor allem interaktiv gestalteten Ausstellung „Gletscher Welten“, die noch bis Ende Oktober gezeigt wird.

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