Mein Schnuppertag bei der Zillertaler Flugschule

Seitdem ich auf eigenen Beinen stehen kann, zieht es mich in die Natur und die Berge der Zillertaler Alpen.
Paragleiten über dem Zillertal

©Dominic Ebenbichler

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Ich erinnere mich an die Zeit zurück, als ich noch ein kleiner Junge war und bei schönem Wetter die zahlreichen Paragleiter und Drachenflieger beobachtete, wie sie umgeben von Bergen und Vögeln von weit Oben ins Tal hinab schaukeln. Schon früh wurde mir klar, dass auch ich eines Tages den Mut fassen werde, um fernab von Mensch und Maschine frei wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten. 

Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer
Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer
Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer

Jetzt, Jahre später, ist es endlich soweit und ich entschließe mich dazu, an einem Schnuppertag der Zillertaler Flugschule teilzunehmen. Als der Tag endlich gekommen ist und ich voller Vorfreude aus dem Bett steige, muss ich feststellen, dass draußen keine Sonne zu sehen ist und stattdessen Nebel tief im Tal hängt, begleitet von leichten Regeschauern. Mit leicht gebremster Euphorie begebe ich mich zum Treffpunkt – dem Büro der Zillertaler Flugschule in Hollenzen – wo mich der Inhaber Manfred Dornauer sofort mit Handschlag und Lächeln im Gesicht begrüßt. Er erzählt mir, dass der Wetterbericht Gutes verheißt und für die nächsten Stunden strahlender Sonnenschein vorhergesagt ist. Ich spüre, wie die Motivation in mir zurückkehrt und wie es immer schwerer für mich wird, die Füße still zu halten. Bevor es jedoch losgehen kann, sehe ich mir zusammen mit den anderen Teilnehmern einen ca. 45 minütigen Einführungsfilm an, in dem alles vom Start, über den Flug bis hin zur Landung kurz erklärt wird. Das war’s dann auch schon mit der Theorie. Wir beginnen mit der Ausgabe der Ausrüstungen und machen uns auf den Weg zum ca. 5 min entfernten Übungshang. Wie wir das Büro verlassen, hat der Regen aufgehört und erste Sonnenstrahlen durchbrechen wie angekündigt die Wolkendecke.

Am Übungshang angekommen wird uns gezeigt, wie der Rucksack - an dem der Gleitschirm angebracht ist – richtig angelegt wird und wie man den Schirm am Boden ausbreitet, die verschiedenen Schnüre freilegt und überprüft, ob alles funktionstüchtig ist. Außerdem erhält jeder von uns ein Funkgerät, durch das wir bei jedem Flugversuch Anweisungen von unseren Fluglehrern Regi und Winni bekommen. Zunächst starten wir im Ebenen, wo jeder versucht den Schirm ein erstes Mal aufzuziehen, was auf dem Einführungsvideo dann doch deutlich einfacher ausgesehen hat als es in Wirklichkeit ist. Nach 2-3 Versuchen hat man – dank der Tipps und Tricks der Fluglehrer – den Dreh dann jedoch relativ schnell raus und kann sich schon einige Meter mit aufgezogenem Schirm fortbewegen. 

©Dominic Ebenbichler

 

 

Sofort packt mich der Ehrgeiz und ich möchte endlich beginnen zu fliegen. So taste ich mich von Versuch zu Versuch immer weiter den Hügel hinauf, bis es endlich soweit ist – ich hebe ab. Zwar nur für wenige Schritte aber diese reichen bereits aus, um die Anstrengungen durch das ständige hochschleppen der Ausrüstung auf den Hang vergessen zu machen. Sofort packe ich den Schirm zusammen, begebe mich diesmal ganz hoch zum Ende des Übungshanges und bereite abermals alles für einen weiteren Startversuch vor.

Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer
Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer
Paragleiten im Zillertal
©Manfred Dornauer

Dann ist es soweit, Regi gibt mir grünes Licht und ich beginne den Startversuch. Ich spüre, wie der Schirm auf meinen Ziehimpuls reagiert und beginnt sich über mir aufzuziehen. Ich höre Regi durch den Funk: „sehr gut so, jetzt ein bisschen an der Bremse ziehen und immer weiter Laufen“. Kurz danach verliere ich den Boden unter den Füßen und hebe ab. Diesmal jedoch nicht nur für wenige Schritte. Schon nach kurzer Zeit befinde ich mich gute 4 Meter über dem Boden und genieße meinen ersten richtigen Flugversuch. Geleitet von den Anweisungen am Funk ziehe ich erste kleine Kurven und setze zur sicheren Landung an. Überwältigt von Glücksgefühlen finde ich die Kraft um den Übungshang immer wieder mitsamt der ca. 10 Kg schweren Ausrüstung hinauf zu laufen und aufs neue hinab zu gleiten, bis der Schnuppertag sich schließlich seinem Ende neigt, wir die Schirme wieder zusammenpacken und uns zurück zum Büro der Flugschule begeben. Erst jetzt spüre ich, wie erschöpft ich eigentlich bin, wie schwer meine Beine und wie angespannt meine Mundwinkel vom dauernden Grinsen sind.


Mein Fazit: Mit Hilfe der professionellen Betreuung des gesamten Teams der Zillertaler Flugschule hat es jeder der Teilnehmer geschafft vom Boden abzuheben und einige Meter durch die Luft zu gleiten. In mir wurde auf jeden Fall die Lust auf mehr geweckt und ich bin mir sicher, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft auch noch die Paragleiter-Ausbildung machen werde, damit die Kinder in Mayrhofen eines Tages mir zusehen können, wie ich vom Berg ins Tal hinab gleite.

 

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