Alles Zwiebel, oder was? – Sportlich unterwegs in Mayrhofen.

Wer kennt das nicht? Mal zu warm, mal zu kalt beim Sporteln im Herbst – bei bis zu 20 Grad Temperaturunterschied im Herbst ist das auch kein Wunder. Da schwitzt man in der Daunenjacke und friert im Funktions-T-Shirt.

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Eine Gore-Tex-Jacke wird zur zweiten Haut. Foto: Kristina Erhard

Wer kennt das nicht? Mal zu warm, mal zu kalt beim Sporteln im Herbst – bei bis zu 20 Grad Temperaturunterschied im Herbst ist das auch kein Wunder. Da schwitzt man in der Daunenjacke und friert im Funktions-T-Shirt. Irgendwie scheint es, als würde man nicht auf den sportlichen und temperaturtechnischen Nenner kommen. Wie man trotzdem bei der Bekleidung alles richtig macht, erfährst du in diesem Beitrag: Das Einmaleins der Zwiebeltaktik anschaulich erklärt und auf Bergsport in Mayrhofen optimiert.

 

Gerüstet in den Herbst.

Das Zwiebelprinzip ist recht einfach und dank dem Vorbild der Natur auch ganz gut vorstellbar – eine Schicht liegt über der anderen. Die Schichten müssen miteinander funktionieren, die Zwiebel sollte ja nicht unterbrochen werden. Das heißt, dass man die Funktionsweise der einzelnen Kleidungsstücke verstehen sollte. Funktionswäsche hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit von innen (der Haut) nach außen (der Umgebung) abzuleiten und, je nach Bekleidung und Außentemperatur, körpernah zu verdunsten. Feuchtigkeit entsteht immer, wenn wir uns bewegen, auch wenn es kalt ist.  Wenn wir also zum Wandern mehrere Schichten übereinander anziehen, sollten diese aufeinander abgestimmt sein, damit das System einen Sinn hat.

Lage Eins: Unterwäsche

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Die Unterwäsche sollte aus Merino-Wolle oder aber leichtem Polyester sein. Foto: Kristina Erhard

Die erste Lage der Zwiebel ist naturgemäß die Unterwäsche – sie muss direkt auf der Haut getragen werden. Die wärmende Merinowolle bietet sich dabei mehr an als Baumwolle. Das Fell des Merinoschafs besteht nämlich aus leichten, dünnen, atmungsaktiven Haaren, die die Sommerhitze erträglich machen. Im Winter wächst ihm eine Langhaarschicht, die es gegen Kälte wappnen. Im Vlies des Merinoschafs ist vor allem Flaumhaar vorhanden, ein besonders feines, stark gekräuseltes Haar, das dem Wärmeschutz der Tiere dient. So funktioniert die Wolle auch beim Menschen. Ansonsten ist auch ein Funktionshemd aus Polyester eine gute Wahl – Das gilt natürlich auch für die Unterhose.

Lage Zwei: Isolierschicht

Die zweite Lage sorgt für den Wärmerückhalt – das kann ein leichtes Flies sein, oder aber eine dünne Daunenweste- oder Jacke. Im besten Fall ist diese zweite Lage leicht und wasserdurchlässig um den Durchgang von Feuchtigkeit (also Schweiß) zu gewährleisten. Vor allem bei Wanderhosen ist es sinnvoll, in eine leichte Zip-Hose zu investieren: die Hose sollte aus elastischem Material bestehen, das schnellt trocknet und viel Bewegungsfreiheit bietet.

 

Eine Zip-Hose und ein schnell-trocknendes T-Shirt kommt als erste Schicht. Foto: Kristina Erhard

Ein Wanderrock schützt vor Wind und Kälte. Foto: Kristina Erhard

Eine leichte Daunenweste ist ein perfekter Wärmeschutz. Foto: Kristina Erhard

In eine Zip-Hose zu investieren rentiert sich immer. Foto: Kristina Erhard

 

Lage Drei: Wetterschutz

Die dritte Lage schützt vor der Witterung – Wind und Wasser darf keine Chance haben, uns den Bergausflug zu vermiesen. Atmungsaktive Membranen sind hier das Zauberwort. Eine Gore-Tex-Jacke ist die beste Lösung und ein jahrelanger Wegbegleiter für alle sportlichen Situationen – Sommer wie Winter. Diese Lage kommt zum Einsatz, wenn der Wind pfeift und sich die Wolken auftürmen. Achtung: wenn man sich am Berg befindet, sollte man oberhalb der Baumgrenze bei Wetterumschwüngen vorsichtig und vernünftig sein: zur Not also bitte umkehren!

 

Eine leichte Regenjacke schützt vor plötzlichen Wassergüssen. Foto: Kristina Erhard

Eine Gore-Tex-Jacke wird zur zweiten Haut. Foto: Kristina Erhard

Eine Puff aus Merino-Wolle lässt sich als Hals- und Stirnband tragen. Foto: Kristina Erhard

 

Und natürlich: Accessoires

Merino-Puffs, leichte Handschuhe und Mützen sowie Sonnenschutz, ein schnell-trocknendes Handtuch und T-Shirts zum Wechseln sollte man bei einer Herbstwanderung in den Bergen immer dabei haben. Auch ein Erste-Hilfe-Set und ein Taschenmesser helfen bei kleineren Notfällen. Natürlich kann man jede Lage unseres Zwiebel-Prinzips auch wieder ausziehen – je nach Wetter, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Man möchte ja beim Aufstieg keinen Hitzestau bekommen – das wäre nicht der Sinn der Zwiebeltaktik.

 

 

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