Die besten Kletterrouten im Zillertal

Das Zillertal ist bekannt durch seinen einzigartigen Fels, den Granit. Granit ist durch seine Härte und der guten Reibeigenschaften perfekt zum Klettern geeignet. Wichtig sind natürlich auch motivierte Kletterer, die sich immer wieder auf den Weg machen um Neues zu finden, die Kletterwände zu putzen und einzubohren.

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Kletterroute Ego nein Danke in den Ewigen Jagdgründen im Zillertal

Das Paradies für Kletterer, Bolderer und Bergsteiger

Das Zillertal ist bekannt durch seinen einzigartigen Fels, den Granit. Granit ist durch seine Härte und der guten Reibeigenschaften perfekt zum Klettern geeignet. Wichtig sind natürlich auch motivierte Kletterer, die sich immer wieder auf den Weg machen um Neues zu finden, die Kletterwände zu putzen und einzubohren. Es ist ganz schön viel Arbeit, bis eine Route zum Klettern bereit ist, dadurch ist es nicht selbstverständlich, dass es soviele Routen gibt. Im Zillertal gibt es einige Personen, die sich Mühe geben, Neues zu entdecken. Und genau deshalb sind einige „Wahnsinns-Touren“ entstanden.

Ich versuche hier mal die besten fünf Routen heraus zu picken und diese zu präsentieren, denn jede einzelne Tour hat seinen eigenen Charakter und Reiz und vor allem gefällt jedem Individualisten etwas anderes.

 

Kletterroute am Manitou im Zillertal

Matthias Schiestl Bergführer

Die Qual der Wahl

 

Fünf meiner Lieblings-Kletterrouten im Zillertal sind:

  1. Manitou 7b+/7c

Die Route „Manitou“ Ist eine 25 m lange Route in den Ewigen Jagdgründen beim Sektor „Wam“, sie startet an einer senkrechten Wand mit Leisten. Nach ca. 5 m geht’s in eine ausgewaschene Verschneidung mit großen Griffen und gutem Rastpunkt, bevor es leicht überhängend zur Schlüsselstelle geht. Die Tour ist sehr vielfältig und deswegen eine der schönsten zum Klettern.

  1. Ego nein Danke 6c+

Die Route ist eine sehr schöne, senkrechte Wandkletterei, sie ist 28 m lang und ein Genuss zum Klettern. Sie liegt in den Ewigen Jagdgründen am Sektor „Häuptling“. Wenn man vor der glatten Wand steht, kann man kaum glauben, dass es sich um eine Route im 8ten Schwierigkeitsgrad handelt, es sieht viel schwerer aus. Es kommen im oberen Teil gute Leisten, die man von unten nicht so gut sehen kann. Dadurch lässt sich die Tour wirklich super klettern.

  1. Sonnendeck 7b

Die Route ist 20 m lang und an der Nasenwand im Sektor „Wolke 7 „ im Bergsteigerdorf Ginzling zu finden. Es ist eine leicht überhängende Tour mit griffigen Rissen, und am Schluss mit Einsatz von gutem Gleichgewicht zum Stand. Die Nasenwand ist ein Klettergebiet ca. 200 Höhenmeter oberhalb von Ginzling, der ca. 20 minütige Zustieg lohnt sich wirklich. Die Aussicht am Sektor „Wolke 7“ ist atemberaubend, da dieser Sektor aus dem Wald herausragt und man bis in das Dorf Ginzling runter schauen kann.

Ego nein Danke im Klettergebiet in Ginzling

Ego nein Danke im Klettergebiet Ginzling

  1. Google Space 6c+

Dies ist eine Route im Klettergebiet Nasenwand an der „Bergstation“ im Sektor „bytheway“, ist 35 m lang und sehr homogen zu klettern, mit einer schönen Kante am Ende. Der Zustieg ist

ähnlich wie bei der Nasenwand, ca. 20min Gehzeit bis zum Sektor „bytheway“ an der Bergstation. Das Gebiet hat sehr schöne homogene, lange Routen und sind für Kletterer, die gern zwischen 7ten und 9ten Schwierigkeitsgrad klettern, bestens geeignet.

  1. Dopamin 8b

Das ist eine 30 m lange Traumroute für Hardmover mit einzigartigen Griffformen im schwarzen Fels. Ein Einstiegsboulder mit gutem Raster in der Mitte, und einer super Plattenstelle kurz vor dem Ende. Die Route befindet sich an der „Bergstation“ im Sektor „Coque au vin“. Wenn man beim Sektor „bytheway“ 10 min weiter hoch geht, kommt man zur oberen Bergstation, sicherlich eine der beeindruckendsten Wände im Zillertal. Hier kommen Hardmover auf ihre Kosten und die ein oder andere Route kann geknackt werden.

Dies ist nur eine kleine Auswahl der schönsten Routen im Zillertal. Jedes Klettergebiet rund um Mayrhofen hat sein eigenes Flair. Mal liegt ein schöner Granitblock genau an einem Bach, mal im Wald oder an einer schönen Wiese, bei manchen ist der Zustieg sehr kurz, bei manchen ein bisschen länger, meist lohnt sich der etwas weitere oder beschwerliche Zustieg. Wenn man einen Klettertrip ins Zillertal plant, kann ich euch nur empfehlen, euch mehrere Gebiete anzusehen, denn die meisten sind einzigartig und wirklich sehenswert. Man sieht, dass die Routen und Gebiete mit viel Leidenschaft erschlossen wurden, und es kommen erstaunlicherweise laufend traumhafte neue Kletterrouten dazu.

Infos zum Gastautor:

Matthias Schiestl

Matthias Schiestl: Professioneller Berg- und Kletterführer

Matthias Schiestl ist Gründer der Alpinschule Schiestl in Mayrhofen. Ihm liegt die Natur mit der Bergwelt sehr am Herzen. Sein Motto am Berg heißt Spaß und Sicherheit. Er sieht sich als ruhigen und geduldigen Bergführer und freut sich auf jeden Gast, der mit ihm einen Tag erleben möchte. In seiner Freizeit ist der begeisterte Sportler beim Sportklettern, Skitouren, Skifahren und Eisklettern. Matthias Erfolge können sich sehen lassen: Silber bei den Bergführer Weltmeisterschaften in Klettern 2009, Bergführer Weltmeister im Klettern und Skifahren 2010, Bergführer Weltmeister im Klettern 2012 und 2013. Im Jahr 2011 unternahm Schiestl eine Expedition nach Pakistan zum Nanga Parbat (8.125m). Matthias Schiestl ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer sowie staatlich geprüfter Skilehrer.

Viel Spaß beim Lesen der Geschichten von Matthias Schiestl!

 

 

 

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