Iglu Übernachtung am Genießerberg Ahorn

Auf 2.000 Meter Höhe in einem Iglu übernachten? Ein Erlebnis, von dem es Zuhause viel zu erzählen gibt! Ob am Ende das Abenteuer oder die Romantik überwiegt und ob die Nacht wirklich so kalt ist wie man es sich vorstellt erzählt euch heute unsere Bloggerin Gesa. Sie hat das Eskimoerlebnis für euch gewagt.

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Iglu Dorf Mayrhofen

Auf 2.000 Meter Höhe in einem Iglu übernachten? Ein Erlebnis, von dem es Zuhause viel zu erzählen gibt! Ob am Ende das Abenteuer oder die Romantik überwiegt und ob die Nacht wirklich so kalt ist wie man es sich vorstellt erzählt euch heute unsere Bloggerin Gesa. Sie hat das Eskimoerlebnis für euch gewagt.

 

Skigebiet Mayrhofen Whitelounge

Der Genießerberg Ahorn lädt zum Chillen in der White Lounge ein

Ihr seid schon mal am Genießerberg Ahorn Ski fahren gewesen und dort mitten im Schnee auf Fußgänger mit Handgepäck gestoßen? Ein äußerst merkwürdiger Anblick, wie man denken könnte. Doch spätestens ab diesen Zeilen wisst ihr, wo die Reise für diese Passagiere hingegangen ist: ins Iglu Dorf an der White Lounge. Hinter dem großen weißen Iglu, das tagsüber die schneeverliebten Gäste mit loungiger Musik und tollem Ausblick zum Relaxen einlädt, befinden sich nämlich sieben kleine Iglus, in denen mutige Gäste übernachten können. Bis zu 4 Leute finden in solch einem Iglu Platz. Auch ich darf mich endlich zu den Glücklichen zählen, die dieses besondere Erlebnis mitgemacht haben. Doch wie läuft so etwas eigentlich genau ab? Kommt mit und erlebt mit mir eine Iglu-Übernachtung im Iglu Hotel White Lounge am Genießerberg Ahorn in Mayrhofen.

Filzenhütte am Genießerberg Ahorn

Filzenhütte am Genießerberg Ahorn

Der Nachmittag davor – die Aufregung steigt:

Am Tag der Übernachtung im Iglu drehen mein Freund und ich aufgeregt unsere Runden auf dem Ahorn, liebevoll „Genießerberg“ genannt. Es ist angenehm ruhig im Skigebiet und die Aussicht atemberaubend, doch trotzdem bin ich etwas nervös. Nervös, weil ich nicht aufhören kann darüber nachzudenken, ob es heute Nacht wohl mollig warm oder unangenehm kühl wird? Meine Theorie: Die ganze Menschheit glaubt, es wird kalt, in Wahrheit ist es aber kuschelig warm. Meine Angst: Es wird einfach nur schweinekalt. Bis ich es herausfinden und das Geheimnis lüften kann, ist es aber noch lange hin. Genau genommen einige Heißgetränke und ein Abendessen, ein paar aufwärmende Spiele und einen romantischen Fackellauf durch den Schnee. Aber eines nach dem Anderen:

Es ist 16 Uhr, als wir die letzte Talabfahrt des Tages genießen. Während alle anderen traurig zu ihren Autos spazieren, weil der Tag schon vorbei ist, grinsen mein Freund und ich uns nur verschmitzt an und fahren einfach mit der Gondel wieder hoch. In der White Lounge angekommen, erwarten uns schon unsere neuen Nachbarn. Wir prosten uns munter zu und tauschen die ersten üblichen Fragen unter Nachbarn aus. Wo kommt ihr so her und wart ihr schon mal hier? Danach laden uns Sophia und Isabelle – unsere beiden „Betreuerinnen“ des Abends, die die ganze Nacht über am Berg für uns da sind – zum Winterspiel nach draußen ein.

Die White Lounge - ein Ort der Stille?

Die White Lounge – ein Ort der Stille?

Das Iglu – ein Ort, an dem die Uhr stillsteht?

Jetzt erst merke ich, wie sicher ich mich im Iglu fühle. Denn drinnen ist es – bis auf die Musik natürlich – ganz ruhig und still. Kaum betritt man das Iglu, taucht man in eine ganz andere Welt ein und lässt die Hektik hinter sich. Eine angenehme Art von Stille umgibt mich, denn Eis schluckt jede Art von Geräuschen. Ich kann hier nicht hören, was Franz auf der anderen Seite des Iglus seiner Frau erzählt. Ich habe keine Ahnung, ob draußen ein wilder Sturm wütet, es schneit oder die Sonne scheint. Im Iglu bleibt quasi einfach die Zeit stehen. Das merke ich, als ich aus dem Iglu heraustrete und mir nichts ahnend plötzlich der Wind durch die Kleidung und der Schnee durchs Gesicht pfeift. Hui ist das kalt! Wir spielen trotzdem und werfen perfekt rund geformte Schneebälle (wie man sie sich als Kind immer gewünscht hätte) mit einem Katapult auf eine Scheibe mit einem Loch in der Mitte. Keiner trifft so wirklich, aber trotzdem ist es ein riesen Spaß.

Am Besten schläft man nackt im Iglu!

Am Besten schläft man nackt im Iglu!

Mit Eskimo-Tipps durch die Nacht:

Zurück im Iglu verraten uns die Mädels noch ein paar Tipps und Tricks zur Übernachtung im Iglu. Echte Eskimo-Tipps sozusagen. Zum Beispiel empfehlen Sie uns nackt zu schlafen! Aufgeregtes Raunen und leises Entsetzen geht durch die Reihen, doch es ist wahr: Es muss ein Luftpolster zwischen mir und dem Schlafsack entstehen, damit sich dort Wärme bilden kann. Die Kleidung für den nächsten Tag sollen wir zwischen uns und den Schlafsack legen, damit sie am darauffolgenden Morgen schön warm ist. Na, ob das klappt? Das ein oder andere Paar fragt noch, ob sie die zwei Schlafsäcke miteinander verbinden können, um sich warmzukuscheln? Die Antwort ist ernüchternd: Es sei zwar möglich, doch würden das die wenigsten Pärchen die ganze Nacht durchhalten. Zu viel Platz, dass warme Luft dem Schlafsack entgleiten, und Kalte hineinkommen könnte! Zudem müsse jeder für sich in seinem inneren Fleeceschlafsack bleiben, allein schon aus hygienischen Gründen. Also doch eher Abenteuer als Romantik pur?

Abendessen im Freiraum

Abendessen im Freiraum

Das Abendprogramm:

Der Hunger treibt uns gegen 19 Uhr mit dem Zipfelbob zum Freiraum, dem wenige Hundert Meter entfernten Restaurant an der Bergstation, in dem wir heute Abend als die Special Guests Fondue genießen dürfen. Special Guests, weil wir die Einzigen im Restaurant sind. Die Bergbahn fährt schließlich nicht mehr. Ab jetzt sind wir ganz allein hier oben. Ganz allein und im Einklang mit der Natur. Während wir beim Essen kräftig zulangen und fleißig die Spieße ins heiße Öl halten, trauen wir uns alle nicht so recht auch bei den Getränken zuzulegen. Zu groß ist die Angst, nachts auf das stille Örtchen zu müssen. Denn das ist natürlich nicht im Iglu selbst mit drin, sondern gute 100 Meter Fußweg durch den Schnee entfernt! Einziger Hoffnungsschimmer – es ist beheizt.

Nachdem wir uns also die Bäuche vollgeschlagen haben, freue ich mich schon auf mein Iglu-Bettchen. Ich möchte endlich wissen, wie es sein wird. Kalt oder warm? Warm oder kalt? Doch bevor ich das endgültig herausfinden kann, werde ich noch mit einer Fackel ausgestattet. Denn es geht auf einen sehr romantischen Spaziergang durch den Neuschnee, zur Linken stets die fantastische Aussicht auf das hell erleuchtete Mayrhofen, unten den Füßen der knirschende Schnee.

 

mit Fackeln nachtwandern

Blick auf Mayrhofen

Nachtwanderung am Ahorn

 

mit Halstuch und Mütze im Schlafsack - gute Nacht!

mit Halstuch und Mütze im Schlafsack – gute Nacht!

Die Nacht im Iglu wird wahr:

Dann endlich, gegen 23 Uhr ist es so weit: Ich öffne die Pforte zu meinem Schlafgemach und komme dem Geheimnis ein Stückchen näher. Ich zögere etwas – will ich mich bei -1° doch nur widerwillig entkleiden. Ob das wirklich so eine gute Idee ist? Ich mache die Augen zu, halte die Luft an und ziehe mich so schnell wie möglich aus. Dann hüpfe ich in meinen Schlafsack und … warte. Ich warte, dass es warm wird. Und warte… Tatsächlich ist es verdammt kalt. Warum tue ich mir das gerade an?, frage ich mich etwas hoffnungsverloren. Doch dann, keine 10 Minuten später merke ich langsam, wie mein Körper warm wird. Bis auf meine Nase wird auf einmal alles kuschelig warm! Der Trick: So nackt man im Schlafsack zwar sein mag – das Halstuch und die Mütze bleiben angezogen. Bis auf ein kleines Guckloch sollte der Schlafsack gut verschlossen sein, dann kann der Schlaf losgehen. Nur auf Toilette müssen wäre jetzt nicht mehr so praktisch. Ich schlafe also ein, davon träumend, nicht auf Toilette zu dürfen… Na, super!

Der Morgen danach:

Guten Morgen vom Genießerberg Ahorn!

Guten Morgen vom Genießerberg Ahorn!

Pünktlich um 8 Uhr klopft es vorsichtig an unsere Tür: „Guten Morgen“, singt eine fröhliche Stimme. Was für ein Service! Sie bringt uns die Skischuhe, die wir über Nacht im Skikeller wärmen durften. Wo bin ich hier? Habe ich tatsächlich doch noch fest und tief geschlafen? Offenbar schon. Doch jetzt bin ich hellwach – denn die menschenleere Abfahrt wartet auf uns. Als Allererste wollen wir heute die unverspurte Piste hinunterfahren und in vollen Zügen genießen. Wir hüpfen also vom Schlafsack direkt in die Skikleidung und schon sind wir auf der Piste. Huiiiii kein Mensch hier außer uns – was für ein Traum!

Wer noch einen Skipass hat, kann wieder hochfahren und bekommt oben am Berg ein kleines Frühstück. Aber Achtung, Butter und Nutella sind entsprechend hart 😉 Ich hatte fast vergessen, dass es hier oben so kalt ist. Mein Fazit: Eine Igluübernachtung wird auf jeden Fall kalt, es wird aber auch warm. Zwischen all dem „Was mache ich hier?“, „Warum tue ich das?“ und dem „Oh ist das schön hier!“ ist es das Abenteuer aber auf jeden Fall wert.

 

perfekt präparierte Piste zum Genießen

Allein auf einem weißen Teppich

erste Spuren im Schnee

 

Wissenswertes:

Obwohl es im Iglu nur -1° hat, ist der Schlafsack für ganze -30° ausgelegt! Die Fleeceinlays sowie die Kopfkissen werden täglich gewaschen und dienen nicht nur als hygienischer Schutz, sondern auch als zusätzliches Wärmepolster.

Im Preis inklusive sind eine Berg- und eine Talfahrt mit der Gondel. Die Anreise muss bis zur letzten Bergfahrt erfolgen, also 16:30.

Kosten:

 

White Lounge Basic Package. Ab 139€ pro Person

White Lounge Romance Package. Ab 369€ für zwei Personen

Drinks zum Abendessen nicht inklusive.

 

Benötigte Ausrüstung:

 

Warme Skikleidung

Winterfeste Schuhe

Skiunterwäsche

Mütze, Handschuhe, Sonnenbrille

 

 

Ihr wollt das Abenteuer Iglu auch mal ausprobieren? Dann schaut euch hier weiter um: www.mayrhofner-bergbahnen.com/de/highlights/white-lounge

Zur Buchung geht es hier entlang: www.mayrhofen.at/urlaub/iglu-uebernachtung/

 

Bildnachweis aller im Blog erschienenen Bilder: TVB Mayrhofen © Gesa Temmen

 

 

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