Mehrseillängen-Paradies Zillertal

Dass es im Zillertal traumhaft zum Sportklettern und Bouldern ist, ist über alle Grenzen hinaus bekannt. Über Mehrseillängen Touren im Zillertal, besser gesagt am Zillertaler und Tuxer Alpenhauptkamm, möchte ich euch gern einiges berichten.

Erstellt von

Mehrseillängenklettern ist der neue Trend im Zillertal

Dass es im Zillertal traumhaft zum Sportklettern und Bouldern ist, ist über alle Grenzen hinaus bekannt. Über Mehrseillängen Touren im Zillertal, besser gesagt am Zillertaler und Tuxer Alpenhauptkamm, möchte ich euch gern einiges berichten.

 

Bergführer und Buchautor Uwe Eder

Bergführer und Buchautor Uwe Eder

Die Auswahl an Touren ist riesig und wie allgemein bekannt, ist der Fels im Zillertal einfach grandios. In den letzten Jahren gab es einige aktive Kletterer, allen vorweg der Bergführer Uwe Eder, der mit einer „Sucht“ neue Mehrseillängen Touren erschlossen hat. Egal, ob „Plaisirrouten“ oder an den guten alten Schlaghaken, es sind so viele geworden, dass es jetzt einen eigenen Mehrseillängen Führer vom Zillertal gibt. „Private Investigation“ nennt sich der neue Kletterführer vom Autor und Haupterschließer Uwe Eder. Mit viel Mühe zum Detail und harter Arbeit gibt es die Lektüre seit 2013 im guten Fachhandel zu kaufen.

Der Kletterführer beinhaltet 100 Touren mit einem maximalen Zustieg von einer Stunde und weniger – ob „Plaisir“ oder „Alpin“ – im Zillertal findet man mit Sicherheit die richtigen Touren für jeden.

Was sind Plaisirrouten?

 

Der Begriff „Plaisir“ stammt aus der französischen Sprache und steht für „Genuss“. Weitere, etwas freie Übersetzungen sind Vergnügen, Freude, Lust und Spaß. All diese Begrifflichkeiten können mit dem Plaisirklettern in Verbindung gebracht werden.

Folgende Kriterien beinhalten Plaisirrouten:

Plaisirkletterer schätzen die Bewegung in freier Natur und das Erlebnis mit direktem Felskontakt. Das Risiko soll so weit minimiert werden, dass objektiv von einer risikofreien Route gesprochen werden kann. Damit eine Route als Plaisirroute bezeichnet werden darf, müssen folgende Kriterien eingehalten werden:

 

  • Leichter bis moderater Schwierigkeitsgrad, etwa bis zum Grad 7+
  • Eine gute Absicherung mit Bohrhaken
  • Ein eher kurzer und risikoarmer Zu- sowie Abstieg.

In Summe soll in den Routen ein sicheres Klettern für jedermann möglich sein. Tatsächlich sind Plaisirrouten für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet.

Ich möchte euch nun ein paar meiner Lieblingswände im Zillertal vorstellen die mir persönlich immer wieder sehr gut gefallen:

1. Der „Taufenkopf“… Mein Tipp: Amok 8-

Lieblingsroute von Schiestl - der Taufenkopf

Eine der Lieblingsrouten von Matthias Schiestl – der Taufenkopf

…eine gut zu erreichende Wand (20min) kurz vor dem Bergsteiger Dorf Ginzling bietet Verschneidungen, Risse, Platten und Überhänge. Vom Auto aus schon gut erkennbar mit ihren 13 verschiedenen Mehrseillängen Routen im „Plaisir“ sowie „Alpinen“ Charakter. Die Routen weisen im Durchschnitt 150m bis 200m Klettermeter auf.

Gerhard Hauser, ein passionierter Kletterer im Zillertal

Gerhard Hauser, ein passionierter Kletterer im Zillertal

 

2. Die „Lärmstange“… Mein Tipp: Nord-Kante 4+

…eine Route im unteren Schwierigkeitsgrad 4+. Diese Tour befindet sich in den Tuxer Alpen und ist deshalb einer meiner Lieblingsziele, weil man direkt auf dem Gipfel der Lärmstange aussteigt und mit einer grandiosen Aussicht belohnt wird. Die Tour verläuft ständig über eine Kante und weist 12 wunderschöne Seillängen auf.

 

3. „Jägerwand“… Mein Tipp: Hammer und Sichel 7+

Unzählige Routen können im Zillertal geklettert werden

Unzählige Routen können im Zillertal geklettert werden

…Hoch über der Maxhütte im Gunggltal befindet sich diese Wand im Herzen der Zillertaler Alpen. Die Tour belohnt dich mit wunderschönem schwarzen Granit und einem Wahnsinns Ausblick in das schöne Seitental bei Ginzling.

 

Natürlich gibt es im Zillertal noch viele, viele andere Mehrseillängenrouten, die auch auf ihre ganz besondere Art und Weise einzigartig sind.

Diese Vielfalt auf so kleinem Raum ist gigantisch. Ob nun beim Bouldern oder Sportklettern sowie in den letzten Jahren auch beim Mehrseillängen klettern, ist das Zillertal eines der wenigen Gebiete auf der Welt, wo man diese Sportarten leicht und gut auf perfektem Granit miteinander verbinden kann.

 

 

Probiert es aus, schaut vorbei im Zillertal und genießt die Natur im Herzen von Tirol!
Euer Matthias

Infos zum Gastautor:

Matthias Schiestl

Matthias Schiestl: Professioneller Berg- und Kletterführer

Matthias Schiestl ist Gründer der Alpinschule Schiestl in Mayrhofen. Ihm liegt die Natur mit der Bergwelt sehr am Herzen. Sein Motto am Berg heißt Spaß und Sicherheit. Er sieht sich als ruhigen und geduldigen Bergführer und freut sich auf jeden Gast, der mit ihm einen Tag erleben möchte. In seiner Freizeit ist der begeisterte Sportler beim Sportklettern, Skitouren, Skifahren und Eisklettern. Matthias Erfolge können sich sehen lassen: Silber bei den Bergführer Weltmeisterschaften in Klettern 2009, Bergführer Weltmeister im Klettern und Skifahren 2010, Bergführer Weltmeister im Klettern 2012 und 2013. Im Jahr 2011 unternahm Schiestl eine Expedition nach Pakistan zum Nanga Parbat (8.125m). Matthias Schiestl ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer sowie staatlich geprüfter Skilehrer.

Viel Spaß beim Lesen der Geschichten von Matthias Schiestl!

 

 

Mehr Sehenswertes