Mit dem ÖBB Nightjet zum Gipfelglück

Ich schlafe, während ich mit 160 km/h ins Zillertal rase: Von Köln nach Mayrhofen über Nacht. Ich – deutsches Großstadtkind, Flachlandkölnerin, Abenteuerfreundin – will was erleben. 700 Kilometer liegen vor mir, mit dem ÖBB Nightjet ist das ein Katzensprung. Los geht’s!
Von Köln mit dem ÖBB Nightjet nach Tirol

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Es schüttet! Gerade noch rechtzeitig erreiche ich die trockene Bahnhofshalle am Kölner Hauptbahnhof. Ich fröstel leicht, spüre die Gänsehaut auf meiner Haut. Überall sind eilende Menschen: Das ist deutsche Hektik, Stress, Großstadt-Alltag. Ich will hier raus! Vorfreudig gehe ich zum Bahnsteig. Der ÖBB Nightjet fährt gerade ein. Es ist 20:44 Uhr. Die Türen öffnen sich, ich steige in meine reservierte Schlafkabine. Es gibt keine Sitze, dafür ein ausgeklapptes Bett, das bereits gerichtet wurde. Die Laken sind sauber überzogen und riechen frisch. Ein Willkommenspaket mit allerlei Nützlichem liegt bereit, gefüllt mit Seife, Handtuch, Hausschuhe, Knabbereien und Wasser. Oh ja, hier ist der Gast noch König. Ich fühle mich wohl.

Von Köln mit dem ÖBB Nightjet nach Mayrhofen im Zillertal
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Von Köln mit dem ÖBB Nightjet nach Mayrhofen in den Kurzurlaub
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Fahrt mit dem ÖBB Nightjet von Deutschland nach Mayrhofen
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Meine fahrbare Suite

Ein ruckeln geht durch den Zug, rechtzeitig greife ich nach der Türe, ziehe sie zu und halte mich fest. Der Nightjet der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) fährt ab, es geht los! Kaum platzgenommen kommt schon der Schaffner. Ein junger Wiener, der mich aufklärt: Lichtschalter, Steckdosen, Waschbecken – er zeigt mir meine persönliche Bleibe für diese Nacht. Ich habe eine eigene, fahrbare Suite. Ich packe mein Kosmetiktäschchen aus und putze mir im kabineneigenen Waschbereich die Zähne, bevor ich mich hinlege und die Augen schließe. Eine angenehme Wärme erfüllt mich, das Kopfkissen ist weich, die Bettdecke kuschelig. Alles um mich herum wird ganz still und leicht. Fliege ich?

 

Frühstück ans Bett

Plötzlich klopft es, ich schrecke auf. Der Zugbegleiter schaut herein. „Frühstück?“, fragt er lächelnd. Ich nicke dankbar. Ich bekomme ein Tablett mit heißem Kaffee, zwei frischen Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und Joghurt. Frühstück ans Bett – der Service gefällt mir. Draußen ist es nicht nur hell geworden, ich erwache scheinbar in einer anderen Welt. Träume ich noch? Berge reihen sich aneinander, so nah, würde ich die Hand ausstrecken, könnte ich sie greifen. Wahnsinn! Ich öffne das Fenster. Es ist noch kühl, alles riecht frisch. Die ersten Sonnenstrahlen kündigen einen heißen Sommertag an. 08:10 Uhr zeigt meine Uhr.

Von Köln mit dem ÖBB Nightjet nach Mayrhofen gibt es ein nützliches Paket
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Mit dem „Four Seasons“-Taxi geht es von Jenbach nach Mayrhofen ins Zillertal
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Mit dem „Four Seasons“-Taxi geht es von Jenbach nach Mayrhofen ins Zillertal
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Traumwelt? Nein, Tirol!

Der Zug wird langsamer, gleich erreiche ich meinen Zielbahnhof, Jenbach in Tirol. Ich bin bereit für den Ausstieg – in eine andere Welt. So magisch, so natürlich! Meine Erwartungen werden nicht erfüllt – sondern übertroffen! Der erste Anblick ist umwerfend. Die Berge wirken beruhigend, still und doch so stark.

Mein Blick schweift. Wohin? Zu einem freundlichen Mann, groß gewachsen, Lachfalten im Gesicht. Er strahlt eine Ruhe aus, die zur Umgebung passt, trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Four Seasons“, hält ein Schild in der Hand: „Mayrhofen“. Da will ich hin! Peter ist mein persönlicher Chauffeur für heute, er bringt mich mit dem „Four Seasons“-Taxi bequem nach Mayrhofen. Peter fährt los. Ich blicke aus dem Fenster. Je weiter wir uns Mayrhofen nähern, desto schöner wird die Landschaft. Träume ich immer noch? Oder schon wieder?

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