Meine Freuden auf der Greizerhütte in Ginzling

Nach einem langen und kalten Winter freue ich mich wieder auf Sonnentage, auf den Sommer, auf das Wandern und vor allem auf die schönen Hütten bei uns in der Region Mayrhofen-Hippach.

Greizerhütte im Zillertal

©Elisabeth Frontull

Erstellt von Elisabeth Frontull

Aber wie ist eigentlich das Leben auf einer hochalpinen Hütte, welche Herausforderungen stehen an, wie sieht der Tagesablauf aus und welche Wünsche hat ein Hüttenwirt für die bevorstehende Sommersaison?

 

Ich treffe mich mit Herbert Schneeberger, dem Hüttenwirt der Greizerhütte im Floitental, der sofort bereit war, mit mir ein Gespräch über seine Arbeit zu führen.

 

Herbert, seit wann gibt es die Greizerhütte und warum heißt sie so?

Die Hütte wurde 1893 eröffnet und sie heißt deshalb so, weil sie vom Deutschen Alpenverein, Sektion Greiz, gebaut wurde. Viele der Hütten im Zillertal gehören dem Deutschen Alpenverein mit seinen Sektionen. Das hat geschichtliche Hintergründe.

Greizerhütte im Floitental
©Ortsvorstehung Ginzling
Greizerhütte im Floitental
©Elisabeth Frontull
Greizerhütte im Floitental
©Elisabeth Frontull

Seit wann bist du Pächter der Greizerhütte?

Dies ist nun der 28. Sommer! Zu Beginn mussten wir die Versorgung mit Hubschrauber und Pferden machen, seit 17 Jahren habe ich nun aber eine Materialseilbahn, mit der die Lebensmittel auf die Hütte gelangen. Das ist eine große Erleichterung für uns.

 

Wie sieht denn so dein Tagesablauf aus?

Tja, zuerst möchte ich mal erwähnen, dass ich es ohne meine Damen gar nicht bewältigen könnte. Meine Frau Irmi steht mir seit Beginn an tatkräftig zur Seite, sie ist die Seele der Greizerhütte. Ihre Handschrift ist überall zu sehen. Unsere zwei Töchter, Elisabeth und Kathrin, freuen sich auch jeden Sommer auf das Hüttenleben und helfen fleißig mit. Irmi übernimmt den Frühdienst, sie muss ja alles in der Küche vorbereiten und vorkochen für das Tagesgeschäft. Im Hochsommer beginnt ihr Arbeitstag so zwischen 4 Uhr und 4.30 Uhr. Ich übernehme dafür die Spätschicht, kümmere mich um die Stammgäste abends und bin der Letzte, der schlafen geht. Zu meinem Aufgabenbereich gehört auch die Wartung und Kontrolle unseres eigenen Kraftwerks, die Pflege der biologischen Kläranlage, die Verpflegung unserer Pferde auf der Hütte, und zudem greife ich jedem meiner Mitarbeiter unter die Arme, wenn Not am Mann ist. Wir beschäftigen zusätzlich noch zwei Personen für die Unterstützung in allen Bereichen – egal ob Zimmer, Küche oder Service. Auf einer Hütte muss man flexibel sein, da macht jeder alles!

©Elisabeth Frontull

Vor welchen Herausforderungen stehst du so im Laufe einer Sommersaison?

Es gibt nichts, was nicht zu bewältigen ist – das ist meine Devise. Wir haben in der Greizerhütte für 90 Personen Schlafplätze. Wir beherbergen aber teilweise auch bis zu 130 Personen, wenn das Wetter längere Zeit schön ist so wie letzten Sommer. Dann werden halt auch in der Gaststube Matratzen aufgeschlagen zum Schlafen, Hauptsache es ist warm und trocken. Die einzige Herausforderung, die manchmal eintritt, ist, dass speziell Damen oft andere Vorstellungen einer Unterkunft haben. Sie möchten gerne ein Doppelzimmer mit Dusche, WC und sonstigen Extras. Wir sind eine hochalpine Schutzhütte, da gibt es keinen Luxus! Ich kann halt einfach nicht zaubern, jeder muss sich mit den Gegebenheiten am Berg abfinden.

 

©Elisabeth Frontull

Was ist dein Wunsch für die kommende Sommersaison auf der Greizerhütte?

Ich bin ein wunschlos glücklicher Mensch, wenn ich meine Familie oben habe, wenn die Gäste zufrieden sind und sich wohlfühlen und wenn der Sommer unfallfrei verläuft.

 

Lieber Herbert, danke für das nette Gespräch, ich werde euch diesen Sommer sicherlich auf der Greizerhütte besuchen kommen!