Uli Spieß: Vom Weltcup zurück nach Mayrhofen

Mit dem 50-Meter-Sprung über den zweiten und dritten Kamelbuckel gelang ihm der Eintrag ins Geschichtsbuch: Weltcup-Skirennläufer Uli Spieß aus Mayrhofen steht auch Jahre nach seinen Erfolgen noch auf den Skiern – am liebsten mit seinen Enkerln und seiner Familie.

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Uli Spieß, Skifahrer Tirol

Auf den Spuren des Tiroler Skifahrers

Mit dem 50-Meter-Sprung über den zweiten und dritten Kamelbuckel gelang ihm der Eintrag ins Geschichtsbuch: Weltcup-Skirennläufer Uli Spieß aus Mayrhofen steht auch Jahre nach seinen Erfolgen noch auf den Skiern – am liebsten mit seinen Enkerln und seiner Familie. Ich treffe den Tiroler Skifahrer auf seiner Hütte am Ahorn, erfahre mehr über sein Leben, seine Herausforderungen und seine Leidenschaft.

Uli Spieß, Skifahrer Tirol

Am Ahorn erfahren wir mehr über das Leben von Uli.

Treffpunkt auf der Ahornhütte auf 1.965 Metern

Begleitet von strahlendem Sonnenschein und einer herrlichen Weitsicht starte ich mit der Mayrhofner Bergbahn auf den Genießerberg Ahorn, wo mich der ehemalige Skirennläufer Uli Spieß freundlich begrüßt. Wir suchen uns einen Platz mit herrlicher Aussicht auf der Ahornhütte, die mittlerweile Uli´s Tochter betreibt.

Sogleich erhalte ich eine detaillierte Beschreibung zu den imposanten Bergen um uns: „Wir sind hier umgeben von der Ahornspitze, dem Tristner, dem Grünberg und dem Rastkogel. Hier heroben kann ich abschalten“, verrät mir der ehemalige Abfahrtsspezialist.

Wie die Mama, so der Sohn

Nachdem ich das traumhafte Panorama genossen habe, möchte ich mehr über Uli Spieß erfahren. Das Skifahren wurde ihm von seiner Mutter Erika quasi in die Wiege gelegt. Mit zwei Bronzemedaillen bei den Olympischen Spielen und Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften gab sie nicht nur ihre Leidenschaft, sondern auch den Ehrgeiz an ihren Sohn weiter. „Ich tauschte Windeln gegen Ski und stand schon mit 2 Jahren das erste Mal auf den Brettern“, erinnert sich Uli lachend an seine Kindheit zurück.

Auf der Piste statt auf den Parties

Uli Spieß, Skifahrer Tirol

Schon als Jugendlicher holte Uli einige Pokale.

 

Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

„Ich war dreifacher Jugendmeister in allen Disziplinen, schaffte den ersten Platz bei der Juniorenweltmeisterschaft und wurde sogar in den Abfahrtslauf aufgenommen – dort konnte ich meine große Liebe zur Geschwindigkeit und zum Springen perfekt ausleben“, grinst Uli Spieß, der seine Jugend auf der Piste und nicht auf Parties verbrachte.

Doch das war nur der Anfang für den berühmten Skifahrer aus Tirol.

 

Uli Spieß, Tiroler Skifahrer

Uli in Höchstform: So sehen Sieger aus!

Ein Sieg folgt dem nächsten

„Wenn ich mich zurückerinnere, war der 1. Weltcup-Sieg 1978 in Laax der schönste Moment meiner Ski-Karriere“, erzählt Uli Spieß nachdenklich, der unzählige Top-Ten-Platzierungen im Welt- & Europacup erlangte.

Der Eintrag ins Geschichtsbuch gelang dem damals 25-jährigen mit seinem legendären 50-Meter-Sprung über den zweiten und dritten Kamelbuckel auf der Skipiste Saslong in Gröden. „Ich habe vorher viel darüber nachgedacht, habe den Sprung einfach durchgezogen. Bis heute werde ich auf dieses Kunststück angesprochen“, ist Uli Spieß stolz auf seine Leistungen. Doch dann kam ein Moment, den er nicht so schnell vergessen wird: sein Sturz.

Mehrfacher Bänderriss bei Abschlusstraining

Es passierte 1980 bei einem Trainingslauf in St Moritz. Uli Spieß stürzte, erlitt mehrere Bänderrisse im linken Knie und musste vorzeitig die Saison beenden. „Ich war einfach übermütig“, gesteht sich der mittlerweile 60-jährige Ex-Skiprofi ein. Trotz allem gab er nicht auf, startete wieder im Weltcup und erreichte in Kitzbühel den sechsten Platz. Nach dem besten Resultat nach seinem Sturz traf Uli Spieß eine der wichtigsten Entscheidungen in seinem Leben: Er beendete seine Karriere.

 

Sieg

Kamelbuckel

Tiroler Skifahrer, Uli Spieß

 

Familie statt Weltcup

Differenzen mit dem Trainer, der Hausbau und seine zwei Kinder waren ausschlaggebende Gründe für seine spontane Entscheidung. „Ich kann mich noch erinnern, als mein 1-jähriger Sohn an meinem Fuß hing und sagte ´Papa, nimma wegfahren´. Ab dem Zeitpunkt war mir klar, dass ich mein Leben ändern musste“, spricht Uli Spieß offen über seine überlegten Handlungen. „Ich denke sehr gerne an die Zeit im Weltcup zurück, obwohl es auch nicht immer leicht war. Auch ich musste meinen inneren Schweinehund oft genug besiegen, wurde aber dafür mit tollen Erfolgen belohnt!“

Uli Spieß als Skilehrer für seine Enkerl

Recht viel Zeit zum Nachdenken hatte Uli Spieß nach seiner Entscheidung nicht: „Meine Eltern benötigten Unterstützung in ihrer Skischule und im Skiverleih. 1987 begannen meine Frau Renate und ich mit der Gastronomie in der Ahornhütte, 2000 eröffneten wir das Cafe ´Happy End´an der Penkenbahn“. Natürlich hat der Skiprofi seine zwei Bretter noch lange nicht an den Nagel gehängt: „Ich liebe das Skifahren. Am liebsten mit meinen Enkerln, die schon gekonnt die Piste runterflitzen – kein Wunder, bei ihrem Skilehrer“, lächelt mich die Skilegende an.

Uli Spieß, Tiroler Skifahrer

Uli Spieß ist so oft es geht am Ahorn.

3.45 Minuten für die schwarze Ahorn-Abfahrt

Sein Lieblingsberg ist der Ahorn. Nicht nur wegen seiner Hütte, die er mittlerweile seiner Tochter übergeben hat, sondern auch wegen der Talabfahrt. Erfahrene Einheimische benötigen für die Abfahrt gut 10 bis 15 Minuten. Nicht so Uli Spieß – er wedelt die Piste in nur 3 Minuten 45 hinunter. Davon gibt es sogar ein Video auf Youtube. „Bitte nicht nachmachen!“, appelliert Uli an alle Skifahrer: „Lasst euch lieber Zeit und plant auf jeden Fall eine Einkehr auf der Ahornhütte ein!“

Bilder und Pokale erinnern an die Skikarriere

Denn dort warten nicht nur kulinarische Höhepunkte und eine sensationelle Aussicht, dort können Besucher auch die unzähligen Pokale und Medaillen des Skistars bewundern. Und wenn mal wieder viel los ist, hat man sogar die Chance Uli Spieß, der normalerweise in seinem Cafe an der Penkenbahn fleißig arbeitet, hinter der Theke der Ahornhütte anzutreffen und sich ein Autogramm zu holen. „Ich werde oft angesprochen. Das freut mich natürlich und ich bin immer gerne bereit in die Kamera zu lächeln oder Autogramme zu verteilen“, betont der Skifahrer aus Tirol.

Uli Spieß ist stolzer Mayrhofner

Uli Spieß, Tiroler Skifahrer

Der Tiroler Skifahrer hilft oft seiner Tochter auf der Ahornhütte.

Uli Spieß ist stolz auf seine Heimat. Nicht umsonst ist er Botschafter für Mayrhofen: „Jeder der Sport und Genuss liebt, ist hier richtig. Bei uns in Mayrhofen kann man sich wohlfühlen, denn die Tiroler Gastlichkeit ist etwas, das man erlebt haben muss“, macht der Skifahrer aus Tirol Lust auf mehr. Obwohl er schon viel gereist ist und ihm Städte wie Sydney und Vancouver faszinieren ist für ihn eines klar: „Mayrhofen ist einzigartig. Um nichts in der Welt würde ich meine Heimat verlassen.“

Familienmensch Uli Spieß

Nachdem wir unser Interview beendet haben, schaut Uli auf die Uhr: „Es tut mir leid, ein Enkerl hat die Sommergrippe erwischt. Aber wenn der Opa mit einem Schnitzerl und Pommes kommt, ist es bestimmt nur halb so schlimm“, grinst Uli Spieß, bestellt die Lieblingsspeise und macht sich auf den Weg zu seiner Familie. Denn die Gesundheit und seine Liebsten sind für den bodenständigen Skifahrer unbezahlbar!

Tipps fürs Skifahren vom Experten:

 

– körperlich gut vorbereiten

– man soll ausgeschlafen sein

– gut präparierte Ski (nicht länger als Nasenhöhe)

– Wetter checken

– früh aufstehen: mit der ersten Gondel auf zu den frisch präparierten Pisten

– unbedingt einkehren: Schnaps, Sonne und Essen genießen

– nüchtern wieder die Abfahrt runterwedeln

 

Ausrüstungs-Checkliste von Uli Spieß:

 

– Skihelm

– frisch gewaschenes Stofftuch (hilft bei Schnupfen und ist perfekt zum Abbinden von Wunden)

– Handschuhe

– ein Stück Skiwachs (damit du im Tiefschnee besser vorankommst)

– Sonnenbrille + Creme

– passendes Gewand für alle Wetterlagen

 

Der Beitrag Uli Spieß: Vom Weltcup zurück nach Mayrhofen erschien zuerst auf Mayrhofen Magazin.

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