Warum ich einen Skilehrer habe…

Gesa vom Reiseblog Lilies Diary fährt super gerne Ski und Snowboard. Doch zu Beginn jeder Skisaison braucht sie ein paar Tage, um auf den Brettern dieser Welt anzukommen. Damit der Spaß im Skiurlaub perfekt wird, leitet sie ihre Saison mit einer Unterrichtsstunde beim Skilehrer ein. Was das für Wunder bewirkt, erfahrt ihr hier.
In den Mayrhofner Skischulen arbeiten die besten Ski- und Snowboardlehrer

©Gesa Temmen

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Und jetzt fahren wir die Bogerl so, dass wir auch in einem steileren Gebiet flüssig und sicher hinunterkommen.“, ruft mir mein Skilehrer Lawrence gut gelaunt zu und fährt vor. Flüssig – das ist bei mir so eine Sache. Er trifft mich an einem wunden Punkt. Seit vier Jahren fahre ich nun schon Snowboard und eigentlich auch ganz gut. Denke ich. Doch immer wieder gibt es diese Momente auf der Piste, in denen ich innehalte: „Die anderen fahren so rasant“, „Hier ist es aber ganz schön steil“ und „Da ist es eisig“ schießt es mir manchmal durch den Kopf. Dann werde ich unsicher und fahre wie eine Omi am Krückstock, was dem unversehrten Weg nach unten nicht gerade dienlich ist. Mit den kleinen Tipps und Tricks vom Skiunterricht ist dieser Floh im Ohr ziemlich schnell ausgetrieben.

Konzentriert folge ich also Lawrence in seiner Spur und höre ihn unten schon jubeln. Geschafft! Man kann also auch runter fahren, ohne ständig anhalten zu müssen. WOW!

Mein Skiunterricht bei Lawrence besteht aus zwei Sitzungen à zwei Stunden. Dabei nehme ich Einzelunterricht, damit sich der Lehrer ganz auf meinen Leistungsstand einlassen kann. Obwohl ich auch rote und schwarze Piste fahre, beginnt der Unterricht mit ein paar Übungen auf der flachen blauen Piste. Lawrence zeigt mir wichtige Fahrübungen, die ich zum Aufwärmen machen soll und immer dann, wenn ich mich unsicher fühle. Sie sollen mich für den Untergrund sensibilisieren und feinfühliger werden lassen. Zum Beispiel fahre ich wie ein Kreisel die Abfahrt bergab. So banal die Übung auch klingen mag, danach fühle ich mich, als seien mein Brett und ich miteinander verschmolzen.

Danach geht es ins steilere Gebiet. Normalerweise würde ich dort mal mehr und mal weniger kontrolliert hinunterfahren und zwischendrin immer wieder das Tempo drosseln. Lawrence zeigt mir stattdessen, wie ich auch hier mein Tempo jederzeit selbst bestimmen kann. Das geht leichter als gedacht.

Warum ich einen Skilehrer habe
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Nach ein paar Aufwärmübungen und dem Auffrischen so mancher Fahrtechniken erinnert mein Skilehrer mich dann ans 1×1 des Fahrens anstelle des bloßen Hinunterfahrens. Das Ziel ist es ja schließlich nicht nur, sicher und heil unten anzukommen, sondern auch Fahrspaß und Abwechslung zu erleben. Deswegen versuchen wir uns am Carven, nehmen hier und da einen Sprung mit und machen dort eine Drehung. Das Ganze macht so viel Spaß, dass ich nach Ende des Unterrichts ganz sentimental werde. Am liebsten hätte ich den Skilehrer die ganze Zeit an meiner Seite. Doch vor lauter Tatendrang kann ich gar nicht wirklich lang traurig sein – denn es gibt noch so viel, was ich jetzt umsetzen möchte.

Wenn wir mal ehrlich sind, würde so ein Auffrischungskurs wie hier den meisten von uns wahrscheinlich gar nicht schaden. Wie viele unzählige Leute kenne ich, die noch nie eine Skischule von innen gesehen haben. Versteht mich nicht falsch – ich selbst habe das Skifahren nur von meinem Sportlehrer und das Snowboarden von meinem Freund gelernt. Learning by doing, dachte ich mir immer. Doch ich weiß auch, dass sich über die Jahre ein paar Fehler und Macken eingeschlichen haben, die so nicht sein müssen und teilweise auch hinderlich sind. Ich arbeite beispielsweise viel zu viel mit den Armen um mich zu drehen. Das ist vielleicht für eine Abfahrt okay, auf Dauer aber fahre ich so einfach nicht optimal. Und im schlimmsten Fall könnte ich bei einem drohenden Zusammenprall vielleicht nicht schnell genug ausweichen.

Ob man also an seinem Stil feilen möchte, das anspruchsvolle Carven üben möchte oder einfach noch etwas mehr Sicherheit braucht – ein Skikurs ist für jeden Fahrer in jedem Stadium etwas Nützliches. Ich persönlich nehme mir einen Skilehrer, um sicher, flüssig und mit viel Fahrspaß in jedem Terrain hinunterzukommen.

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DAS SKIGEBIET MAYRHOFEN:

Für meinen Skiunterricht bin ich nach Mayrhofen im Tiroler Zillertal gefahren. Mayrhofen ist ein großes Skigebiet, welches sich auf zwei Berge erstreckt: den etwas kleineren „Genießerberg“ Ahorn mit einem Iglu-Dorf und toller Aussicht sowie den riesigen „Actionberg“ Penken. Hier gibt es schöne lange Abfahrten, zwischen denen man sich trotzdem gut zurechtfindet. Empfehlen kann ich vor allem die abwechslungsreiche und nicht zu steile Talabfahrt am Ahornberg. Variantenreich, lang und besonders beliebt ist die rote Piste Nr. 10 am Penkenberg. Für die Abenteurer unter euch gibt es außerdem die Harakiri mit 78 % Steigung. Die habe ich mir aber lieber nur aus der Ferne angesehen.

MÖGLICHE SKISCHULEN IN MAYRHOFEN:

Meinen Skiunterricht habe ich bei Lawrence, einem 24-jährigen lustigen und redefreudigen Engländer bekommen, der dazu noch cool aussieht. Er gab geduldig hilfreiche Tipps, ohne besserwisserisch zu wirken und hatte selbst Spaß am Unterricht.

Lawrence arbeitet für die Skischule Habeler, welche dem Sohn von Peter Habeler gehört. Peter Habeler ist der Mann, der 1978 zusammen mit Reinhold Messner als Erster den Gipfel des Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen hat.

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