Rosina Schneeberger: Der lange Weg von Mayrhofen bis Levi

Ein Leben ohne Skifahren? Unmöglich für Rosina Schneeberger aus Mayrhofen, die schon fünf Mal Weltcup-Luft geschnuppert hat. Seit sie denken kann, steht sie auf den zwei Brettern. Klar, die Berge hat sie ja vor ihrer Haustüre im Zillertal. Doch mitten am Weg zur Profikarriere passierte es: Sie stürzte und riss sich das Kreuzband.

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Rosina Schneeberger, Skirennläuferin, Mayrhofen

21-jährige Skirennläuferin am Sprung in den Weltcup

Ein Leben ohne Skifahren? Unmöglich für Rosina Schneeberger aus Mayrhofen, die schon fünf Mal Weltcup-Luft geschnuppert hat. Seit sie denken kann, steht sie auf den zwei Brettern. Klar, die Berge hat sie ja vor ihrer Haustüre im Zillertal. Doch mitten am Weg zur Profikarriere passierte es: Sie stürzte und riss sich das Kreuzband. Wir besuchen die Skirennläuferin zu Hause in Mayrhofen-Hippach am Hochschwendberg, auf 1.300 Meter Höhe.

Aufgewachsen in den Bergen

Rosina Schneeberger, Skirennläuferin, Mayrhofen

Skirennläuferin Rosina Schneeberger genießt das Bergpanorama direkt vor der Haustüre.

Der Weg zum Hotel in Mayrhofen Hippach, in dem Rosina Schneeberger aufwuchs ist kurvig und abwechslungsreich. Während im Tal bereits der Frühling Einzug gefunden hat, finden wir hier noch die schönste Winterlandschaft vor. Kaum angekommen auf 1.300 Meter Höhe, genießen wir den traumhaften Ausblick auf das Bergpanorama vor uns. Sogleich wird uns klar, warum Rosina Schneeberger nach ihren Reisen immer wieder gerne nach Hause kommt. Unberührte Pisten und der Blick auf die Seilbahn des Ahorns machen den Ausblick von der Sonnenterrasse einzigartig. „Die Landschaft hier ist wirklich schön. In zehn Minuten bist du schon beim nächsten Lift.“, begrüßt uns Skirennläuferin Rosina Schneeberger herzlich.

Papa als Skilehrer

Rosina Schneeberger liebt ihren Heimatort Mayrhofen.

Rosina Schneeberger liebt ihre Heimat Mayrhofen.

Mit drei Jahren stand Rosina Schneeberger zum ersten Mal auf Ski. Mit dem Papa als Skilehrer fuhr sie regelmäßig auf die Hausberge, den Actionberg Penken und den Genießerberg Ahorn. Kein Wunder, dass  sie schon sehr früh ihre Leidenschaft entdeckte.

„Skifahren hat mir schon immer Spaß gemacht. Irgendwie habe ich sofort gewusst, dass ich bis zum Weltcup kommen möchte.“, schildert Rosina Schneeberger ihre anfänglichen Gedanken. Nach der professionellen Ausbildung in der Skihauptschule Neustift und dem Gymnasium in Stams ging‘s so richtig los.

Rosina Schneeberger, Mayrhofen, Skirennläuferin

Viele Pokale von Rosina Schneeberger und ihrer Schwester schmücken die Gaststube.

Pokale und Medaillen als Dekoration

Zahlreiche Pokale und Medaillen schmücken die gemütliche Gaststube. „Das sind die Errungenschaften von mir und meiner Schwester. Die meisten haben wir schon verräumt, die wichtigsten Medaillen hängen im Büro meiner Mama.“, erzählt Rosina Schneeberger stolz. Und schon präsentiert sie uns die drei Junioren Weltmeisterschaft Bronze-Medaillen, die ihre größten Erfolge bestätigen. „Letztes Jahr bin ich österreichische Meisterin im Super G geworden. Da habe ich es sogar vor Anna Fenninger und Elisabeth Görgl geschafft.“, schwärmt Rosina Schneeberger, die auch schon im Weltcup startete. Bis die erste Verletzung kam.

Erste Trainingseinheiten nach Verletzung

Rosina Schneeberger, Mayrhofen

Rosina Schneeberger über die unangenehmen Seiten ihrer Karriere.

Es passierte 2014 beim Weltcupslalom in Levi kurz vorm Ziel. Die Skirennläuferin stürzte – Kreuzbandriss. „Es war ein Schock für mich. Ich wusste, dass ich jetzt ganz viel Geduld beweisen musste. Meine Schwester hat das schon vier Mal durchmachen müssen und jetzt ihre Ski-Karriere beendet.“, schildert Rosina Schneeberger die unangenehmen Seiten ihrer Laufbahn. Trotz allem blickt sie positiv in die Zukunft. „Ich bin jetzt viel daheim, fange schön langsam wieder an zu trainieren.“, erzählt uns die Skirennläuferin, die Mayrhofen als Sportparadies sieht.

Bergauf mit den Skiern – bergab mit dem Skidoo

Die vielfältigen Sportangebote der Region nutzt sie nicht nur zum Muskelaufbau, sondern auch zum Entspannen. Neben den regelmäßigen Therapiestunden in Ramsau steht Rosina Schneeberger schon wieder auf den Skiern. Wenn auch nur bergauf. „Meine Verletzung lässt es leider noch nicht zu, dass ich die Berge – besser gesagt zur Zeit nur den Schafskopf – auch runterfahren kann. Zum Glück kenne ich die Wirte der Schneekarhütte, die mich mit ihrem Skidoo wieder ins Tal bringen. Das ist ein besonderer Service!“, grinst Rosina Schneeberger. Neben Skitouren zählen auch Radtouren und Laufrunden zwischen den malerischen Almen am Hochschwendberg zu ihren Trainingseinheiten.

Rosina Schneeberger, Mayrhofen

In der gemütlichen Gaststube treffen wir auf die Skirennläuferin aus Mayrhofen.

Mayrhofen – ein Paradies für Sportler

Obwohl Rosina Schneeberger durch ihre Ski-Karriere schon viele Länder der Welt bereist hat, kann sie sich nicht vorstellen irgendwo anders zu wohnen. „Hier in Mayrhofen habe ich alles was mein Herz begehrt. Meine Familie, die Berge, unberührte Landschaften und eine wichtige Unterstützung von der Gemeinde. Egal ob Winter oder Sommer, es ist ein Paradies für Sportler und Naturliebhaber.“, schwärmt Rosina Schneeberger, die sich ein Leben ohne Ski nicht mehr vorstellen kann.

„Ich liebe das einfach, auch wenn es ab und zu nicht leicht ist in der früh aufzustehen und zum Training zu gehen. Das Wichtigste ist, dass der Spaß am Skifahren nicht verloren geht. Und den hab ich jedes Mal, wenn ich eine Piste runterfahre.“, grinst die Skirennläuferin.

Größtes Ziel: Opening in Sölden

Rosina Schneeberger, Mayrhofen, Skirennläuferin

Unterstützung erhält Rosina von ihrer Familie.

Während des Interviews lernen wir Rosinas Familie kennen. Den Papa, der ihr die ersten Schwünge im Schnee gezeigt hat, die Mama, die immer hinter ihr steht und nicht zu vergessen ihre Schwestern, die sichtlich stolz auf sie sind. „Die Familie ist für mich sehr wichtig.“, versichert die Zillertalerin. Auf eines freut sich die Skirennläuferin besonders, wenn sie von ihren Reisen heimkommt: „Das Essen. Ich liebe Fleisch, vor allem Steak. Dadurch, dass ich im Hotel aufgewachsen bin, bin ich sehr verwöhnt was Essen betrifft.“, erzählt Rosina Schneeberger lächelnd. Trotz ihrer Erfahrung ist die Athletin noch vor fast jedem Rennen nervös. Mit Musik, Konzentration und dem Aufwärmen kommt die Skirennläuferin aber schnell auf andere Gedanken. Zur Zeit ist aber ihr größtes Ziel wieder fit zu werden. „Ich habe 10 Kilo abgenommen, muss meine Muskeln wieder aufbauen. Mein größter Wunsch wäre, dass ich zum Opening in Sölden wieder fit bin und im Weltcup dann so richtig durchstarten kann.“, hofft die Athletin. Bis dahin heißt es für Rosina Schneeberger: Auskurieren und erholen im Zillertal.

 

 

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