Vom Kämpfen und Siegen

Markus Kröll läuft, wo andere nicht mal gehen. Der Extrembergsportler weiß genau, wo es langgeht und ist seit über 30 Jahren in der Läuferszene unterwegs. Für viele ist er Vorbild und Antreiber, für sich selbst sucht er ständig nach neuen Zielen.
Markus Kröll ist Extremsportler und Spitzensportler im Berglaufen.

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Markus Kröll setzt Meilensteine. Dem extremen Bergläufer ist kein Weg zu weit. Der 45-jährige Spitzensportler wuchs im hinteren Zillertal auf, in den bekannten ewigen Jagdgründen, einem Paradies für Bergfreunde. 1990 packte ihn der Ehrgeiz, er startete durch, wurde erster österreichischer Juniorenweltmeister im Berglauf und steigerte sich mit den Jahren mehr und mehr. Mittlerweile ist er einer der Besten. Der sympathische Siegertyp wurde fünfmal Gesamtweltcup Dritter im Berglauf Grand Prix, holte unzählige Landesmeistertitel und schaffte den Berliner Höhenweg über 95 Kilometer und knapp 14.000 Höhenmetern in 23 Stunden und 45 Minuten – doch das ist nur ein kleiner Auszug seiner Siege. Was fühlt jemand, der diese unglaublichen Distanzen in so kurzer Zeit schafft? „Erst mal innere Ruhe und Zufriedenheit.“, erzählt er.

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Aktive Erholungsgeschichten

Fünf Jahre lang will Markus Kröll seine Sportart in diesem Ausmaß noch betreiben. Ob er sich danach ausschließlich seiner Selbstständigkeit als Vergolder und Restaurator widmet, ist fraglich. Denn der 45-Jährige braucht die Bewegung. „Es kommt schon vor, dass ich mal keine Lust zum Laufen habe, aber das dauert oft nicht mehr als zwei Tage, dann muss ich wieder was machen.“ Ständige Neugierde treibt Markus Kröll an. Er ist ein Meister im Ausprobieren und setzt sich immer wieder neue Ziele. „Was mich irrsinnig reizen würde, ist zu wissen, wie ich auf Höhe reagiere, also wie ich mich auf 6000 oder 7000 Metern verhalte.“ Um seine Träume zu erreichen, sportelt er täglich. „Manchmal auch zweimal am Tag. Im Aufbautraining trainiere ich mehrere Stunden“, erzählt er. Während der Wettkämpfe reduziert Markus sein Sportpensum. Er nennt es seine „aktiven Erholungsgeschichten“. Pausen sind für ihn ein Fremdwort. „Ich mache Stabilisationsübungen und gehe zum Masseur, aber ich ruhe nur ganz, ganz selten. Dazu müsste ich schon eine Verletzung haben und selbst dann wird es schwierig.“ Vor allem im letzten Jahr hatte der 45-Jährige mit einigen Bänderrissen zu kämpfen. Auch Brüche zog er sich schon zu. „Aber bisher ist alles wieder gut zusammengewachsen“, scherzt er. 

Zweimal trainieren am Tag

Zur Vorbereitung auf die Laufsaison fährt der Spitzensportler im Januar oft nach Kapstadt. Dort absolviert er die langen Läufe. Heißt: „40 Kilometer am Vormittag und 30 Kilometer am Nachmittag.“ Markus Kröll kämpft und siegt. Nicht nur während des Wettkampfs, auch persönlich. Seine Wissbegierde eröffnet ihm ständig neue Möglichkeiten. „Ich mache gerade den Trainerschein für Wettkampfskibergsteigen. Ich bin sehr interessiert, neue Dinge zu lernen.“ Einen Marathon ist Markus Kröll übrigens noch nie gelaufen. „In der Stadt rumzulaufen interessiert mich überhaupt nicht.“ Er mag es lieber steil und steinig. Sein wichtiges Motto dabei: „Man kann gewisse Sachen nicht in einem halben Jahr schaffen.“ Darum: „Geduldig sein und Spaß haben.

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