Hunde, Kühe & Almen….wie verträgt sich das?

Immer wieder hört man in den Nachrichten von aggressiven Kühen, die Wanderer und ihre Hunde anfallen und verletzen. Es wurde sogar schon von Monsterkühen gelesen! Nur wie aggressiv sind diese Kühe wirklich? Oder die umgekehrte Frage – wie aggressiv sind wir Menschen mit den Hunden?
Lebensraum Alm in Tirol

© Elisabeth Kröll

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Ich bin selbst Hundebesitzerin einer ganz lieben Schäferhündin namens „Livi“. Sie ist ein ganz ruhiger Hund und bellt nicht allzu viel. Ihr Lebensraum ist inmitten der Zillertaler Bergwelt, auf der Grawandhütte im Zemmgrund in Ginzling. Dort lebt Livi den Sommer über bei meinem Freund, der die Hütte betreibt.

Wenn ich am Wochenende meine Freizeit dort verbringe, dann gehe ich mit Livi auf die Alpenrose, Waxeggalm oder zur Berliner Hütte.

 

Angeleint geht es durch die Schlucht hinauf. Die ersten Kühe sehen wir auf den Weideflächen der Waxeggalm. Sie sind eingezäunt und stellen somit weder für mich noch für meinen Hund eine Gefahr dar. Weiter zur Berliner Hütte kommt ein Schild: „Achtung! Mutterkuh-Haltung. Hunde an die Leine, bei Gefahr losleinen.“ Die Kühe können sich hier frei bewegen. Mitten auf dem Pfad liegt eine Kuh. Wir gehen großräumig um das schöne Tier herum und alle sind wir glücklich und zufrieden. Bei einem Zaun, den wir öffnen müssen, erwarten uns gleich mehrere Kühe, die uns ansehen. Livi wird etwas nervös, die Kühe kommen auf uns zu. Ich leine Livi los, sie springt den Weg entlang, die Kühe sehen ihr nach. Ich kann ohne Probleme bei den Kühen vorbei gehen.

Ich weiß, wie mein Hund reagiert, denn ich kenne sie und ihr Verhalten.

Kühe auf der Alm in Tirol
© Elisabeth Kröll
Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll
Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll
Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll
© Elisabeth Kröll

Es wäre einfach nur wichtig, dass man sich immer wieder diese drei Grundprinzipien vor Augen hält:

1. Respekt vor dem Lebensraum der Almtiere

Wer war vorher da? Wanderer mit ihren Hunden oder die Kühe und das Almvieh generell?

Wir sind nur Gast auf den Almen, die Kühe leben hier den gesamten Sommer und das nicht zum ersten Mal, sondern seit vielen Jahren. Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn sie in Ihrem privaten Garten sitzen und dort fremde Kühe durchmarschieren?


2. Respekt vor den Mutterkühen 

Sie sind ja wirklich niedlich, die süßen Kälbchen, die da gemütlich grasen. Jeder möchte doch mal ein Bild mit einem Kalb machen, es streicheln, denn das ist das perfekte Fotomotiv. Doch überlegen Sie vorher, ob Sie Ihr Kind von einem wildfremden Menschen streicheln lassen würden? Sie würden Ihr Kind sofort verteidigen, so wie es die Mutterkühe machen. Und Kühe sind mal stärker als wir Menschen.


3. Gast auf der Alm

Wir sind nur Gast auf der Alm. Also haben wir uns auch wie Gäste zu verhalten. Wenn eine Kuh am Weg liegt, dann soll sie das auch dürfen. Großräumig umgehen und nichts wird passieren. Es sollte auch grundsätzlich vermieden werden mitten durch die Almböden durch zu marschieren. Wie würden Sie sich fühlen, wenn fremde Menschen durch ihr Haus oder Ihre Wohnung gehen würden? Also immer schön am Weg bleiben.

Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll
Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll
Kühe und Hunde auf den Almen Tirols
© Elisabeth Kröll

Hunde an die Leine oder doch nicht?

Diese Frage sollte jeder Hundebesitzer selbst für sich beantworten können. Denn er sollte seinen Hund am Besten kennen. Grundsätzlich aber gilt: Hunde an die Leine! Wenn Gefahr in Verzug ist, losleinen, damit der Hund weglaufen kann, denn die Kühe sind nicht so schnell wie die Hunde. Sollten Sie aber einen sehr ängstlichen Hund haben, der sich hinter Ihnen vor den Kühen versteckt, dann sollten Sie laufen, denn Ihr treuer Begleiter wird Ihnen folgen und Sie sind auch schneller als die Kühe. Was aber absolut falsch ist, den Hund mit der Leine um die Körpermitte anzuleinen. Denn eine Kuh macht keinen Unterschied zwischen Mensch und Hund sondern betrachtet es als Eins.

 

Es gibt ein Miteinander von Menschen, Kühe und Hunde auf den schönsten Plätzen Tirols, in dem man einfach diese drei Grundprinzipien etwas befolgt und den Lebensraum unserer Tiere schützt und nicht in Beschlag nimmt. Wir sind nur zu Gast, das sollte berücksichtigt werden.

 

Weiterführende Links:

Berliner Höhenweg

Information des Österreichischen Alpenvereins

Urlaubsangebot zum Almabtrieb

Mehr Wander Urlaub

Wandern Facts

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