Naturparkschule Brandberg: Kleinschule mit Pfiff

4 Schulstufen, 14 Schüler – und das alles in nur einer Klasse! Die Naturparkschule in Brandberg ist außergewöhnlich, umweltbewusst und regional verwurzelt. Das schätzen nicht nur die Kinder selbst, sondern auch ihre Eltern. Direktor Stefan Dengg gibt uns einen Einblick in die besondere Kleinschule in Brandberg.

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Naturparkschule Brandberg

4 Schulstufen, 14 Schüler – und das alles in nur einer Klasse! Die Naturparkschule in Brandberg ist außergewöhnlich, umweltbewusst und regional verwurzelt. Das schätzen nicht nur die Kinder selbst, sondern auch ihre Eltern. Direktor Stefan Dengg gibt uns einen Einblick in die besondere Kleinschule in Brandberg.

 

Kleinschule mitten im Grünen

Naturparkschule im Zillertal

Seit 2009 darf sich die Schule in Brandberg offiziell als Naturparkschule bezeichnen.

Klein, aber fein präsentiert sich die Naturparkschule mitten in der 367-Einwohner-Gemeinde Brandberg. Im Garten, eingebettet von den umliegenden Bergen, tummeln sich einige Schüler, die uns mit strahlenden Gesichtern freundlich begrüßen. Bunte Zeichnungen, lustige Erinnerungsfotos und selbstgebastelte Tiere schmücken den Eingangsbereich der Naturparkschule. Vor den vier Computern im Vorraum sitzen Schüler, die uns mit neugierigen Blicken ansehen. Und schon kommt Direktor Stefan Dengg ums Eck und bittet uns noch kurz zu warten. „Die Stunde ist in ein paar Minuten beendet, dann habe ich Zeit für euch. Aber ihr könnt euch gerne schon einmal umschauen“, lächelt uns der Schulleiter an und kehrt zurück in seine Klasse.

Naturparkschule Brandberg als Vorreiter

Naturparkschule Brandberg

Direktor Stefan Dengg zeigt Fotos von der Entstehung der Naturparkschule Brandberg.

Ein Geräusch ertönt – die Stunde ist vorbei. Stefan Dengg begleitet uns in eine leere Klasse, in der wir mehr über die Kleinschule erfahren. „Wir waren mit unserer Schule Vorreiter in Westösterreich. Nach einem Testjahr dürfen wir uns seit 2009 offiziell Naturparkschule nennen.“ Stolz zeigt uns der Direktor Zeitungsberichte, Fotos und Erinnerungen, die die Entstehung veranschaulichen. „Damit man sich als Naturparkschule bezeichnen darf, muss man einige Kriterien erfüllen, die aber viel Platz für Freiraum lassen“, so der Direktor. Ein Auszug der Merkmale:

  • Die Schule muss in einer Naturpark-Gemeinde liegen
  • Das Leitbild der Schule ist mit den Inhalten und Zielen des Naturparks abgestimmt
  • Die Lernziele sind auf 4 Säulen aufgebaut: Schutz, Erholung, Bildung, Regionalentwicklung
  • Naturpark & Schule setzen gemeinsam Projekte um
  • Jedes Schuljahr wird mindestens ein Naturparktag und mehrere Projekttage abgehalten
  • Lehrer bekommen jährlich eine Fortbildung zum Thema Naturpark
  • Jede Schule führt ein Schulprojekt mit Naturparkbezug durch

Kleinschule in Brandberg

Die Klasse besteht aus 14 Schülern unterschiedlicher Schulstufen.

Der Unterschied macht‘s aus

„Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen herrscht hier bei uns in Brandberg eine besondere Atmosphäre. Der Vorteil der Kleinschule mit nur 14 Burschen und Mädchen ist das familiäre Klima. Wir kennen unsere Kinder sehr gut und können eine enge Beziehung aufbauen“, erklärt Stefan Dengg. Seine Ziele – die Kinder sollen umweltbewusster leben und die Liebe zur Natur entdecken – kann er mit der kleinen Schülerzahl besser verfolgen. Zur Zeit besuchen sechs Burschen und acht Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren die Naturparkschule. „Drei besuchen die erste Klasse, ebenso drei gehen in die zweite Klasse und jeweils vier befinden sich in der dritten und vierten Klasse“, informiert uns der Direktor.

Eine Mathematikstunde für vier Schulstufen

Neben den Lehrstunden in den Klassenräumen lockern Naturparkstunden und Projekte an der frischen Luft den Unterricht auf. Aber wie ist es möglich eine Mathestunde für vier unterschiedliche Schulstufen zu gestalten? Stefan Dengg gibt uns ein Beispiel: „Die letzte Mathestunde habe ich im Freien abgehalten. Dabei habe ich mir für jede Schulstufe eigene Aufgaben einfallen lassen. Die drei Schüler der ersten Klasse haben sich mit dem Zahlenraum von 1-3 beschäftigt und runde Kreise auf Papier angemalt. Die Burschen und Mädchen der zweiten Klasse holten sich vom Lesebuch Tipps, wie man Textaufgaben richtig versteht. Und mit den restlichen acht Kids habe ich den Umfang der Bäume abgemessen. Somit waren alle Altersstufen beschäftigt.“ So leicht es auch klingt, hinter den Unterrichtsstunden steckt viel Kreativität und Einfallsreichtum.

 

Spielerisch lernen in der Naturparkschule Brandberg

Der Unterricht ist familiär

Lernstunden in der Naturparkschule Brandberg

 

Lernen an der frischen Luft

Der Bezug zur Natur und der Regionalität spiegelt sich im Unterricht wider. Regelmäßige Projekte an der frischen Luft, wie Ausflüge in den Naturpark, Müll sammeln oder Naturtage stärken das Umweltbewusstsein der Kinder. „Die Aktivitäten außerhalb der Schule fördern die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit“, erläutert der Direktor. Im Sachunterricht geht es um Gämse und Steinböcke, statt um Löwen und Tiger. „Die heimischen Tierarten haben Vorrang. Genau dasselbe gilt für die anderen Fächer. In Musik zum Beispiel lernen wir traditionelle Lieder aus dem Zillertal“, verrät uns Stefan Dengg.

Naturpark Projekte & das Sagenbuch

Das eigens gestaltete Sagenbuch

Stolz zeigen uns die Mädchen das Sagenbuch.

Die drei Lehrer lassen sich immer wieder neue Aufgaben für ihre Schüler einfallen. Neben Naturpark-Projekten fand auch das eigens gestaltete Sagenbuch regen Anklang bei den Kindern. „Wir griffen Geschichten aus dem Naturpark auf und die Schüler durften Sagen in eigenen Worten verfassen. Zusätzlich zu den Texten tobten sie sich bei den Bildern aus. Das Buch wurde dann gedruckt und 50 Mal verkauft. Die Schüler waren richtig begeistert, als sie ihr Werk in den Händen hielten!“, erzählt der Direktor. „Ich bin stolz auf mich, dass meine Zeichnung sogar am Cover erschienen ist“, erzählt Kathi begeistert. „Solche Projekte festigen die Gemeinschaft und fördern auf spielerische Art und Weise das Umweltbewusstsein der Kids“, so Stefan Dengg.

 

Naturparkschule in Brandberg

Die Berge der Region lernen.

Verschiedene Instrumente in den Klassenzimmern.

 

Lustige Geschichte aus dem Schulalltag

Zum Schluss hat Stefan Dengg noch eine lustige Geschichte auf Lager: „Einmal besuchten wir ein Gasthaus im Ort, unmittelbar neben der Schule. Dort gab es Zuckerl für die Schüler, die sie mit Begeisterung entgegen nahmen. Nach gut einer Stunde spazierten wir wieder in die Schule zurück, als ich einen Anruf erhielt. Ein aufmerksamer Wanderer hat uns bei unserem Spaziergang beobachtet und am Weg zwischen Gasthaus und Schule etliche Zuckerlpapiere entdeckt. Enttäuscht ging ich zu meinen Schülern und fragte warum sie den Müll nicht in den Papierkorb geworfen hätten, immerhin lernen sie hier viel zum Thema Umweltbewusstsein. Ihre Antwort hat mich überrascht. Sie sagten: ´Wir haben nur vorgearbeitet. Heuer steht doch wieder Müllsammeln am Programm und letztes Mal haben wir fast keinen Abfall auf der Straße gefunden´.“ Mit dieser Antwort hätte Stefan Dengg nicht gerechnet. „Natürlich habe ich sie nochmal hingewiesen, dass man das nicht tun sollte, ich war aber nicht mehr so enttäuscht wie davor“, grinst der Direktor, verabschiedet sich von uns und bereitet sich auf die nächste Stunde vor.

 

 

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