Die Zillertaler Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Labor sind künstlich, teuer und out. Wildkräuter sind wieder in. Denn in diesen Tagen wird die „Apotheke Gottes“ an unseren Zillertaler Spazierwegen, Waldrändern und Bergwiesen wieder eröffnet.

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bergwiese

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Labor sind künstlich, teuer und out. Wildkräuter sind wieder in. Denn in diesen Tagen wird die „Apotheke Gottes“ an unseren Zillertaler Spazierwegen,  Waldrändern und Bergwiesen wieder eröffnet. Wir sollten uns die Gelegenheit zu einer Frühjahrskur nicht entgehen lassen.

 

Wer es einmal versucht hat tut es immer wieder: sogenannte ‚Wildkräuter‘ in schmackhafte Salate, Gemüsebeilagen oder in Pesto zu verwandeln. Gemeinhin als „Unkraut“ verschrien sind sie perfekte Nahrungsergänzungsmittel. Und: Wildkräuter können ganz einfach im Vorbeigehen gesammelt werden. Zum Beispiel bei einem Spaziergang oder einer Wanderung in unserer wundervollen Natur.

Vor allem Sportler schwören auf verschiedene Nahrungsergänzungsmittel. Was man wissen sollte: Das sind einerseits Produkte im Grenzbereich zwischen Arznei- und Lebensmitteln. Und andererseits sind sie ein Megageschäft sogenannter Nahrungsmittelkonzerne. Da wird uns weisgemacht, ohne chemisches „Zusatzfutter“ aus Laboren gar von den Knochen zu fallen. Aber das, was uns mit massiver Werbung weisgemacht werden soll können wir im Zillertal viel einfacher und vor allem besser haben. Denn unsere Wildkräuter sind nicht nur gesund sondern auch noch kostenlos. Sie sind auch ein kulinarischer Hochgenuss.

Vitaminschub mit Wildkräutern

Besonders jetzt im Frühjahr sind die jungen Triebe vieler Küchen- und Wildkräuter von besonderer Intensität. Ich meine damit nicht nur den teils außergewöhnlichen Geschmack sondern auch die Inhaltsstoffe in Form von Vitaminen und Mineralstoffen. Allein die Brennessel überragt nahezu alle anderen essbaren Pflanzen. Ihr Gehalt an Vitamin C und Provitamin A ist einzigartig. Ebenso wie die Anteile von Phosphor, Magnesium, Calzium und Kalium. Nicht umsonst war die Brennessel im Altertum quasi ein Wundermittel.

Drei Wildkräuter als optimal Nahrungsergänzungsmittel

Ich geb’s zu: Zu lange hatte auch ich die Tatsache ignoriert, dass wir essbare Pflanzen an sauberen Waldrändern und entlang von Spazierwegen ganz einfach einsammeln können. Kräuter, die uns völlig neue Geschmackserlebnisse bieten und zudem die wahren „Nahrungsergänzungsmittel“ sind. Ich habe mit den drei folgenden Wildkräutern begonnen.

Die Brennessel – (Urtica dioica)

brennessel

Diese Universalpflanze wirkt blutreinigend, entwässernd, putzt den gesamten Verdauungstrakt durch, aktiviert die Abwehrkräfte, beruhigt die Nerven. Sie ist sehr siliziumhaltig, blutreinigend, entschlackend, stärkt Haut und Knochen, reich an Eisen, Vitamin C, A und K, wirkt lt. neueren Studien sehr gut gegen Rheuma und Gicht sowie gegen Arthrose. Nur ganz jung ernten, die Brennhaare brechen ab, wenn man sie zwischen den Fingern oder beim Schneiden zerdrückt.

Der Löwenzahn – (Taraxacum officinale)

löwenzahn

Löwenzahn ist aufgrund seiner Bitterstoffe besonders heilsam für Leber und Nieren. Er ist blutreinigend und nützlich bei Rheuma und Gicht, bei Hautkrankheiten, Fettsucht und Gallensteinen. Das Kraut ist reich an Vitamin C und vielen Mineralien. Man sollte jedoch die jungen Blättchen verwenden, aber auch die Blütenblätter. Ältere Blätter sind oft bitter.

Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Brunnenkresse

Die Echte Brunnenkresse besitzt einen frischen, leicht scharfen Geschmack, nicht unähnlich der mit ihr verwandten Gartenkresse. In Tirol ist sie ein wichtiger Bestandteil des „Tiroler Erdäpfelsalates“. Aber auch für Suppen und in Wildkräutersalaten ist die Brunnenkresse mit ihrem fein-scharfen und würzigen Geschmack sehr beliebt. Zum Garnieren von Sandwiches, zu Steaks und besonders schmackhaft mit rohem Spinat eignet sie sich ebenfalls.

Rezept Nr. 1: Ein wohlschmeckender Wildkräuter-Spinat

Wer einmal damit begonnen hat wird ihn nicht mehr missen wollen: den selbst geernteten und gekochten Wildkräuter-Spinat. Es ist ganz einfach:

  • Eine große Menge Wildkräuter waschen und blanchieren (kurz in heißes Wasser) oder dämpfen,
  • dann im Mixer oder mit Pürierstab pürieren.
  • Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, evtl. etwas Vollkornmehl-Schwitze machen und grüne Masse dazugeben,
  • mit saurer Sahne, Salz und Muskat abschmecken.
  • Zu Kartoffeln oder Vollkorn-Nudeln reichen.

Rezept Nr. 2: Wildkräuter-Pesto – Multivitamine zum Würzen, für Pasta oder auf Brot

  • Verschiedene Wildkräuter, z.B. Giersch, Brennnessel, viel Knoblauchrauke ganz fein mit etwas Meersalz oder Shoyu und gutem Olivenöl pürieren (evtl. Knoblauch oder andere würzige Küchenkräuter und Sonnenblumenkerne mitpürieren).
  • In ein Glas füllen, mit Olivenöl bedecken, ab in den Kühlschrank und rasch verbrauchen.

Wer einmal Geschmack an diesen feinen Kräutern gefunden hat findet viele weitere Anregungen im Internet. Sehr empfehlenswert ist auch die Teilnahme an Kräuterwanderungen mit Experten. Denn da lernt man nicht nur, die Wildkräuter zu bestimmen sondern auch, etwaige giftige Doppelgänger zu erkennen.

Und was ich noch empfehle: Kauft euch einen guten Kräuter-Naturführer, den ihr auf Spaziergängen und Wanderungen immer mitnehmen könnt. Wie zum Beispiel den von Eva-Maria Dreyer.

Na dann: guten Appetit.

 

 

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Genieße Selbstgemachtes aus der Region, damit der Genuss nicht zu kurz kommt. Zillertaler Krapfen, Melchermuas und Kasspatzn sind fixer Bestandteil des Zillertaler Brauchtums und auf nahezu jedem Fest in der Ferienregion Mayrhofen-Hippach, Zillertal zu finden.

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