Ein stressfreies Leben hoch am Schwendberg im Zillertal

Wer wünscht es sich nicht? Ein stressfreies Leben zu leben, zu genießen und sich immer wohlzufühlen? Da sind wir als falsches Lebewesen zur Welt gekommen. Am Schwendberg leben 30 Rinder, die ein Leben wie im Paradies führen. Die Familie Rohrmoser züchtet Wagyu-Rind und das mit Erfolg!
Wagyu Rind im Zillertal

©Elisabeth Kröll

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Immer häufiger fällt der Begriff WAGYU-Rind und Bernhard Rohrmoser in einem Zusammenhang. Also machte ich mich schlau und besuchte die Familie am Schwendberg in Hippach. Noch gar nicht richtig Platz genommen, sprudelten bei mir bereits Fragen und bei Bernhard die Antworten hervor. Ich als Gourmet, Bernhard als Züchter mit Leidenschaft. Bei meiner Frage, wie man denn im Zillertal, wo Grauvieh, Braunvieh und das Tuxer Rind dominieren, auf die Idee kommt, Wagyu Rind zu züchten, wurde er ruhiger und erzählte:

 

2014 hatten wir einen verheerenden Stallbrand – alles war kaputt. Wir entschlossen uns, das gesamte Milchvieh zu verkaufen. Es war eine schwere Entscheidung, aber es musste sein, denn unsere Tiere – wir hielten auch Schweine – hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Wir überdachten die gesamte Situation und waren uns ziemlich schnell einig. Eine neue Idee musste her. Kühe hat jeder Bauer, wir wollen aber was Extravagantes!“ Noch im selben Jahr schufen sich Maria und Bernhard zwei Wagyu Rinder an. „Freilich war es eine große Investition, aber es sollte sich rentieren“ so der leidenschaftliche Bauer. Mittlerweile umfasst Bernhards Herde 30 Stück reinrassige Wagyu Rinder.

Wagyu Rind im Zillertal
©Elisabeth Kröll
Wagyu Rind im Zillertal
©Elisabeth Kröll
Wagyu Rind im Zillertal
©Elisabeth Kröll
©Elisabeth Kröll

Auf meine Frage, was das Fleisch so besonders macht, antwortet Bernhard mit einem Funkeln in seinen Augen: „Das Tier lebt komplett stressfrei. Es kann durchaus sein, dass wir zum Beladen des Anhängers bis zu 5 Stunden zuwarten müssen, bis die Kuh von selbst auf den Anhänger geht. Das Tier wird nie geschlagen, nie gezogen und mit jedem einzelnen spreche ich, wenn ich sie auf der Alm auf ca. 1.800 Meter Seehöhe besuche. Diese Kühe wissen gar nicht, wie stark sie eigentlich sind, denn sie brauchen ihre Stärke nie einsetzen. Aber mach dir am Besten selbst ein Bild davon, wie sie leben!“ Schon sitzen wir in seinem Auto und fahren zur Alm – ich freue mich!

 

Auf 1.800 Meter angekommen, gehe ich mit Respekt an die Tiere heran. In zwei Herden haben sie sich aufgeteilt und liegen gemütlich inmitten der Alm- und Kräuterwiese am Horberg. Wir steigen über den Zaun, Bernhard lächelt sie an und schon machen sich die schwarzen Tiere auf und laufen in unsere Richtung. Zart sind sie, nicht so bullig, sondern eher fein. Ihre Augen sind schwarz und kullern in Richtung Bernhard. Sofort ist eine Zuneigung spürbar – zwischen Vieh und Bauer. Er lächelt sie an, eine Kuh kommt direkt auf ihn zu und sie leckt seine Hand liebevoll mit ihrer rauhen Zunge ab. „Da ist keine Kuh aggressiv. Sie sind liebevoll und mögen Streicheleinheiten“, lacht Bernhard mir zu. Ich nahm es als Aufforderung auf, auch eine Kuh zu streicheln und tat es auch. Da kam ein kleines Kalb über die Alm gelaufen – gleich groß wie ein Reh. Bernhard berichtete stolz, dass dies der jüngste Nachwuchs der Herde ist und bei der Geburt gerade mal 20 Kilogramm gewogen hat. Als Vergleich dazu: ein Kalb aus unseren Breitenkreisen wiegt ca. 50 – 70 Kilogramm. Eine zweijährige, ausgewachsene  Wagyu-Kuh wiegt ca. 350 kg.

Ich bemerkte gar nicht, dass während des Gesprächs mit Bernhard immer mehr Rinder um mich herum waren und mich beschnupperten, ableckten und sich von mir streicheln ließen. Es war ein schönes Gefühl, die Angst für so große Tiere überwunden zu haben – danke liebe Wagyu Kühe! Und nun bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich gar nicht näher drüber nachdenken will, was aus diesen lieben Tieren wird, wenn sie „ausgedient“ haben…

 

Ich trennte mich nur schwer vom Anblick dieser liebevollen Rinder und wir fuhren wieder retour auf den Hof der Familie Rohrmoser. Dort verriet mir Bernhard noch ein paar Details zum Fleisch, zur richtigen Zubereitung und Lagerung und das Lieblingsrezept von Maria und Bernhard Rohrmoser. Man kann also auf den nächsten Blog gespannt sein!

Was ist WAGYU Rind?

Wagyu Rind ist eine japanische Rinderrasse und wurde in Japan hauptsächlich als Zugtier (Arbeitstier) verwendet. Es ist die teuerste Hausrinderrasse der Welt. Wagyu bedeutet nichts anderes als „japanisches Rind“. Wa = Japan, Gyu = Rind. Nur Rinder, die in der Provinz Kobe in Japan geboren, aufgewachsen und geschlachtet werden, dürfen Kobe-Rind genannt werden. Darüber hinaus wird von Wagyu Rind gesprochen (ähnlich wie beim Champagner). Feinschmecker nennen das Wagyu Rind als den Beluga-Kaviar unter den Rindfleischsorten.

 

Hier gibt es mehr Informationen zum Wagyu Rind in Tirol!

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