Glühwein reloaded.

Manchen feiern ihn, manche können ihn nicht mal riechen: die Rede ist vom Glühwein in der Vorweihnachstszeit. Irgendwie gehört dieses Getränk aus Wein, Zucker und Gewürzen einfach dazu. Aber was macht einen richtig guten Glühwein aus?

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Foto: Kristina Erhard

Manchen feiern ihn, manche können ihn nicht mal riechen: die Rede ist vom Glühwein in der Vorweihnachstszeit. Irgendwie gehört dieses Getränk aus Wein, Zucker und Gewürzen einfach dazu. Aber was macht einen richtig guten Glühwein aus? Das ist so einfach nicht zu beantworten, denn Glühwein ist nicht gleich Glühwein. Es gibt roten und weißen Glühwein, es gibt Glühwein aus Apfelwein oder Branntwein…Du siehst, lieber Leser, mit dem Glühwein verhält es sich wie mit allen Dingen im Leben: es ist komplizierter als es aussieht.

 

Die Geschichte des Glühweins.

Die Geschichte des Glühweins reicht tausende von Jahren zurück. Foto: Sabrina Peer

Die Geschichte des Glühweins reicht tausende von Jahren zurück. Foto: Sabrina Peer

Die Geschichte des Glühweins reicht weit in die Antike zurück. Irgendwie klar, handelt es sich dabei doch im Alkohol. Damals bei den alten Griechen wurde der Wein gewürzt. Ein erster festgehaltener Beleg findet sich als Rezept bei den Römern, der „Conditum paradoxum“ des Apicius. Allerdings wurde der Wein mit Gewürzen vermischt, weil der edle Tropfen im Großen und Ganzen sehr sauer und ungenießbar war. Andererseits wurde der Wein durch Zugabe von Zucker und Honig haltbarer gemacht. Im Mittelalter erschien um 1580 das Arzneibuch von Hieronymus Bock, in welchem er einen Kräuterwein beschreibt, der dem heutigen Glühwein sehr ähnelt. Er wurde vor allem als Arznei bei „Wehtun der Brust“ und auch bei „feuchtem Magen“ eingesetzt. Glühwein ist also Medizin! Das hören wir gerne. Nelken haben eine verdauungsfördernde Wirkung und sind antibakteriell. Kardamom wirkt appetitanregend. Zimt kurbelt die Verdauung an, wirkt gegen Völlegefühl und stärkt das Immunsystem. Eine aphrodisierende Wirkung wird dem Zimt ebenfalls nachgesagt und kann für Weihnachtsstimmung anderswo sorgen. Aber ganz allgemein: Die ätherischen Öle der Gewürze sorgen für gute Stimmung und Glücksgefühle.

Was macht einen guten Glühwein aus?

Hauptsache mit Alkohol? Nun ja, es gibt auch noch andere Qualitätsmerkmale. Foto: Kristina Erhard

Hauptsache mit Alkohol? Nun ja, es gibt auch noch andere Qualitätsmerkmale. Foto: Kristina Erhard

Das Gebot der Stunde für Glühweintrinker auf Weihnachtsmärkten und -feiern scheint zu sein:Beschwipst soll er machen. Und heiß muss er sein, sollte er sein. Weitere Gebote: Gibt es nicht. Der Geschmack ist zumeist ab dem zweiten Schluck an egal. Klar, der heiße Alkohol dampft einem ins Gesicht, der Zucker legt sich auf die Zunge – da haben es die anderen Zutaten schwer. Dabei ist es mit einem guten Glüh- wie mit einem guten Rotwein: Er ist facettenreich, mit jedem Atemzug, mit jedem Schluck verändert sich sein Geschmack.

Die Varianten und was man beachten sollte.

In Sachen alkoholfreie Variante hat sich gerade während der letzten Jahre das Angebot erheblich verbessert. Klarer Favorit: Apfelpunsch. Gern auch mit Schuss. Die Weißweinversion zum Glühwein trägt im hohen Norden Deutschlands übrigens den Namen „Seehund“ – da weiß man wenigstens gleich, woran man ist. Vorsicht jedoch mit dem teuflischen Trio Zucker, Rum und Rotwein: Zu welchen haarsträubend Ideen man nach dem Genuss von Feuerzangenbowle gelangt, demonstrieren etliche Christkindlmarkt-Besucher zu späteren Stunde.

On the safe side: Glühwein selbst gemacht. 

Die Zutaten:

1 Liter trockener Rotwein, 1 unbehandelte Zitrone, 2 Stangen Zimt, 3 Nelken, 3 EL Zucker, etwas Kardamom (aber nicht zuviel)

Die Zubereitung:

Den Rotwein in einen Topf geben, die Zitrone in Scheiben schneiden und zusammen mit dem Zucker, den Zimtstangen und Gewürznelken ebenfalls in den Topf geben. Die Mischung bis kurz vor dem Siedepunkt erhitzen und dann  ca. 1 Stunde zugedeckt ziehen lassen.

Mit der Prise Kardamon wird der Glühwein abschließend verfeinert, Zimtstangen und Nelken werden wieder entfernt. Damit der Glühwein möglichst wenig von seiner Wärme verliert, sollte man ihn in vorgewärmte Gläser füllen. Versüßen lässt sich Glühwein – sollte man das wollen – mit Zucker oder Honig.

Wichtig: Der Glühwein darf nur erhitzt und nicht gekocht werden! Andernfalls verdampft der im Glühwein enthaltene Alkohol und die Gewürze verändern ihren Geschmack und werden bitter. Und das wäre ja schade…

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