Kunst ohne Ecken und Kanten

Albin Moroder ist einer, der es mit seinem Schnitz-Talent bis zur päpstlichen Audienz schaffte – und sogar noch weiter, denn seine Kunst berührt noch heute, zehn Jahre nach seinem Tod. Albins Werke sind einfach, aber ohne Ecken und Kanten.
Zügelnde Kraft beim Kraftwerk Mayrhofen

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Zu Lebzeiten war Albin Moroder einer, der es gerne simpel mochte. Kein unnötiger Schnickschnack, nicht zu viele Details, die ablenken konnten. In diesem Minimalismus lag sein Talent, seine Passion, sein Lebenswerk. Vor zehn Jahren verstarb der Bildhauer aus dem Zillertal, der die künstlerische Szene über zwei Jahrhunderte miterlebte und sich nicht anpasste, sondern modernisierte.

 

Geboren 1922 in Schlitters, direkt am Eingang des Zillertals, übersiedelte Moroder mit seiner Familie als Fünfjähriger nach Mayrhofen, in ein Zuhause, das der Vater aus eigener Manneskraft erbaute. Wie der Vater kreierte auch Albin etwas Eigenes, etwas Großes: künstlerische Figuren! Schlicht, aber modern, in fließenden Linien und ohne merkbare Ecken und Kanten präsentierte er stets sein rundes Konzept. Die Moroder-Skulpturen charakterisieren fließende, weiche Übergänge und waren schon bei Ausstellungen in den größten Metropolen dieser Welt, wie Wien, Paris oder London, zu sehen. Albin arbeitete besonders gerne mit Holz und Bronze. Noch heute werden die Werke des Künstlers verkauft.

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Heiliges Kunstwerk

 

 

Eines seiner Motive, das Albin zu Lebzeiten viel beschäftigte, war das Kruzifix, also die künstlerische Darstellung des gekreuzigten Jesus Christus. Im Jahr 2005, zwei Jahr vor seinem Tod, schaffte es Albin Moroder mit seinem Talent bis zum Papst. Dank seiner außerordentlichen Leidenschaft zur Schnitzkunst und seiner enormen Geschicklichkeit darin, fertigte Moroder ein modernes Holzkreuz an. In einer Privataudienz nahm Benedikt XVI. dieses Kreuz des Künstlers entgegen. Das Besondere an der Schnitzerei waren vor allem das Holz und seine Herkunft, denn es stammte ganz simpel von einem Ast aus dem Garten des Künstlers. Genau aus diesem Stück Holz fertigte Moroder die Wundmale Christi. 

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Kunst lebt weiter

Noch heute erinnert Albin Moroders Kunst an sein Lebenswerk. Vereinzelt ist es im Zillertal zu bestaunen – frei zugänglich für Jedermann. Die großen, gusseisernen Figuren stehen zum Beispiel in Mayrhofen beim alten Friedhof vor der Kirche und beim Kraftwerk. Auch in Schlitters, Moroders Geburtsort, ist Anschauliches verewigt. Leider verstarb der große Künstler aus dem Zillertal im November 2007. Er liegt in Mayrhofen auf dem Waldfriedhof begraben. Albin Moroder ruht in Frieden, dort, wo sein Herz zuhause war. Was bleibt ist die Kunst und wunderschöne Erinnerungen…

 

Derzeit findet im Europahaus Mayrhofen eine Ausstellung zum Thema Otto & Albin Moroder: Zwei Künstler - Zwei Persönlichkeiten - Zwei Generationen statt. Die Ausstellung ist von heute, 6. Oktober bis 19. Oktober und von 23. Oktober bis 10. November in den Räumlichkeiten des Europahauses frei zugänglich!

http://www.europahaus.at/events/

 

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