Mayrhofens Gespür für Schneeflocken

Seit 1952 gibt es sieben offizielle Schneeflocken-Kategorien – aufgelistet von der Internationalen Kommission für Schnee und Eis. Wissenschaftler gehen sogar so weit, 80 verschiedene Schneeflockentypen zu unterscheiden. Fest steht: Schnee ist nicht gleich Schnee, Flocke nicht gleich Flocke.

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Seit 1952 gibt es sieben offizielle Schneeflocken-Kategorien – aufgelistet von der Internationalen Kommission für Schnee und Eis. Wissenschaftler gehen sogar so weit, 80 verschiedene Schneeflockentypen zu unterscheiden. Fest steht: Schnee ist nicht gleich Schnee, Flocke nicht gleich Flocke. Schon im 17. Jahrhundert machten sich Gelehrte an die Erforschung der Schneekristalle. 1611 untersuchte der Deutsche Johannes Kepler die Symmetrie der hexagonalen Struktur und verfasste die erste Schneeflocken-Studie. 400 Jahre später hat der Schnee nichts an seiner Faszination verloren – sofern er fällt.

 

 

Was ist Schnee?

Schnee – Die feste Form von Wasser. Dabei spielt keine Rolle ob vom Himmel oder aus der Kanone. Foto: Sabrina Peer

Ja, no na net. Schnee ist die feste Form von Wasser. Sind die Temperaturen in einer Wolke genügend tief, bilden sich Schneekristalle. Das funktioniert in etwa so: Unterkühlte Wolkentröpfchen lagern sich an Gefrierkernen an, es bildet sich eine hexagonale (sechseckige) Struktur. Je nach Wolkentemperatur bilden sich Nadeln, Dendriten (Sternchen), Plättchen oder Säulen. Zusätzlich ist die Form noch abhängig von der Übersättigung an Wasserdampf in der Wolke. Die Schneekristalle wachsen dann auf Kosten der eventuell vorhandenen Wassertröpfchen (da der Sättigungsdampf- Druck über Wasser grösser ist als über Eis und die Wasserdampf- Moleküle vom hohen Dampfdruck zum tiefen Druck gehen). Soviel zur Physik. Sind die Schneekristalle genug groß und schwer, beginnen sie zu fallen. Spätestens dann heißt es in Mayrhofen: Es schneit.

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Schnee ist weiß. Von oben betrachtet sieht das ganze dann oftmals besonders zauberhaft aus. Foto: Sabrina Peer

Wieso ist der Schnee weiß?

Schnee besteht aus Wasser und ist für das menschliche Auge zumeist durchsichtig. Warum also ist der Schnee weiß? Schneeflocken sind -genau wie Wassertropfen – eigentlich farblos. Zwischen den verzweigten Schneekristallen wird sehr viel Luft eingeschlossen. Die Schneekristalle wachsen zu einer Schneeflocke mit vielen Ecken, Spitzen und Flächen. Diese wirken wie unzählige kleine Spiegel und reflektieren beinahe das gesamte Licht. Und Sonnenlicht ist ja weiß, denn es umfasst den gesamten Spektralbereich der Farben. Deswegen erscheint der frische Schnee ebenfalls weiß.

 

Von Neuschnee zu Faulschnee.

  • Neuschnee ist in seiner Kristallform noch erkennbar und jünger als 24 Stunden. Die feinen Eiskristalle sind noch intakt, mit ihren Verzweigungen und Zacken.
  • Pulverschnee ist sehr trockener Schnee, leicht und locker und fällt vor allem bei tiefen Temperatur
  • Champagne-Powder ist sehr weicher und trockener Pulverschnee. Wie der Name schon sagt ist diese Schneeart das Überdrüber zum Skifahren. Er kommt vor allem in den amerikanischen Rocky Mountains vor und entsteht bei besonders hoher Lufttrockenheit.
  • Feuchtschnee ist für Kids top: der feuchte Schnee ist ideal für eine Schneeballschlacht oder zum Bauen von Schneemännern.
  • Nassschnee, auch Sulz genannt, ist sehr schwer und nass. Vor allem Skitourengeher kennen das Problem, wenn der nasse Schnee an den Tourenfellen klebt und die ganze Tour zu einer TORtour macht. Durch das mehrmalige Schmelzen und Gefrieren des Schnees entsteht grobkörniger Sulzschnee. Auch nicht besser.
  • Als Faulschnee bezeichnet man eine Mischung aus Schneebrocken und Wasser, die nicht gut zusammenhalten.
  • Bruchharsch nennt man eine feste Schneeoberfläche, die durch Antauen und erneutes Gefrieren der oberen Schneeschicht entsteht. Unter der harten Eiskruste bleibt der restliche Schnee jedoch pulvrig und trocken. Zum Skifahren ebenso wenig ideal bis ärgerlich.
  • Als Firn bezeichnet man Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine hohe Dichte hat. Das Wort ist althochdeutsch und bedeutet schlicht und ergreifend „alt“. Aus Firnschnee kann im Laufe der Jahre ein Gletscher entstehen. Weiterer Grund zur Freude über Firnschnee: für Frühjahrs-Skitouren geradezu ideal, denn Firn fährt sich wie Pulverschnee.

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Wenn er dann mal liegt und das Wetter auch noch mitspielt sieht das Ganze dann so aus. Foto: Sabrina Peer

By the way: Kunstschnee oder technischer Schnee entsteht, wenn Schneekanonen Wassertropfen bei unter minus vier Grad Lufttemperatur versprühen. Eine sehr häufige Schneeart in unseren Breiten.

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