Paul Sürth: Landschaftsfotograf aus dem Zillertal

Er besteigt keinen Berg ohne seine Kamera und hat den Blick für das perfekte Motiv: Paul Sürth ist ein Zillertaler Fotograf und für seine beeindruckenden Landschaftsbilder bekannt. Bei einem persönlichen Interview mit dem Hippacher Künstler erfahre mehr über sein Leben und seine Leidenschaft.

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Paul Sürth

Immer auf der Suche nach dem richtigen Motiv

Er besteigt keinen Berg ohne seine Kamera und hat den Blick für das perfekte Motiv: Paul Sürth ist ein Zillertaler Fotograf und für seine beeindruckenden Landschaftsbilder bekannt. Bei einem persönlichen Interview mit dem Hippacher Künstler erfahre mehr über sein Leben und seine Leidenschaft.

Naturfotograf mit jahrelanger Erfahrung

Paul Sürth

Paul Sürth gibt mir Tipps, wie ich das perfekte Fotomotiv finden kann.

Ich treffe mich mit Paul Sürth beim Tourismusverband Mayrhofen, wo ich schon gespannt auf den Hippacher Fotografen warte. „Heute habe ich ausnahmsweise meine Kamera nicht dabei“, lacht mich der Landschaftsfotograf an, der sich im gesamten Zillertal und bis über die Grenzen hinaus mit seinen Fotografien schon einen guten Namen gemacht hat. Kein Wunder, immerhin fotografiert Paul Sürth schon seit über 40 Jahren.

Von der experimentellen- bis zur Landschaftsfotografie

„Mit 20 habe ich mir meine erste analoge Spiegelreflex gekauft“, erinnert sich Paul Sürth zurück an seine Anfänge. Damals war die experimentelle Fotografie sein Metier, bis er durch das Bergsteigen die Faszination der Naturfotografie entdeckte. „Der Berg ist für mich ein Platz zur Entschleunigung. Dort kann ich Freiheit spüren und meine Kreativität frei entfalten“, beschreibt Paul Sürth seine Gefühle auf den Gipfeln. Und davon gibt es im Zillertal genügend.

Zillertal als Paradies für Fotografen

Mayrhofen ist ein wunderbarer Ort zum Urlauben, Wohnen, zum Arbeiten, aber auch zum fotografieren. „Die herrliche Lage am Talschluss, die imposanten Berge rundum – das Zillertal ist unglaublich reizvoll“, ist Paul Sürth von seiner Heimat begeistert. Auch fotografisch betrachtet ist das Zillertal ein Paradies: „Ab Zell taleinwärts wird die Landschaft für mich fotografisch richtig interessant. Die teilweise unberührte Region ist vielschichtig und lässt gutes Bildmaterial zu“, verrät der Naturliebhaber.

Paul Sürth

Einzigartige Naturschauspiele hält Paul Sürth mit seiner Kamera fest.

Landschaftsbilder im Zillertaler Fotokalender

 

Bestaunen kann man die Fotografien von Paul Sürth im Zillertalkalender, der einmal im Jahr herauskommt. „Die Motive sind Landschaftsbilder aus dem Zillertal. Der Fotokalender ist das am längsten nachwirkende Werbemittel für die Ferienregion. Mittlerweile hängt er auf der ganzen Welt herum“, ist Paul Sürth stolz, der auch ab und zu Ausstellungen veranstaltet. „Das erfolgreichste Event war meine letzte Multivision ´Herzblut, geliebtes Zillertal´ am 20. August im Europahaus gemeinsam mit meinem Partner Josef Köchler. Dafür erhielten wir viel Lob.“, berichtet der Hippacher Fotograf. Nicht nur im Kalender, auch auf Websites, in Prospekten und sogar auf Bierdeckeln (im Naturpark Zillertal) sind Paul Sürths Fotos zu sehen.

Tipp: Den Fotokalender gibt es um 9,90 Euro im Zillertal zu kaufen. In Mayrhofen ist er im TVB und der Tyrolia erhältlich.

 

„Gesunde Selbstkritik gehört zum Fotografieren“

 

Gute Fotografie ist eine Kunst, die viel abverlangt. „Abdrücken kann jeder, damit alleine ist noch keine Kunstfertigkeit verbunden“, so der Fotograf. „Man muss ein Gespür für das Motiv haben, sollte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und in Summe gesehen viel Geduld haben. Jahrelange Erfahrung ist dabei unbezahlbar“, betont Paul Sürth, dessen Lieblingsmotive aus der Natur kommen. „Für ein schönes Blumenmakro benötige ich schon mal eine Stunde!“ Und weiter: „Meine Bilder entstehen selten durch Zufall, sie sind vielmehr das Ergebnis einer mitunter jahrelangen Auseinandersetzung mit einem bestimmten Motiv. Manchmal entwickle ich über Jahre hinweg Fotoideen, bis ich irgendwann daran gehe, diese zu verwirklichen.“ Der Fotograf aus Hippach ist äußerst kritisch was seine Bilder betrifft. „Die größte Kritikerin ist aber meine Frau und ihr Urteil ist mir enorm wichtig“, meint Paul: „Selbstgefälligkeit hat in der guten Fotografie keinen Platz. Das Bild soll in erster Linie dem Betrachter gefallen“.

Tipp vom Experten: Das Hauptmotiv nicht bildmittig platzieren. Die schönsten Fotos erhält man in der Früh oder am Abendseitliches Licht modelliert und gibt mehr Tiefe.

 

 

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Paul Sürth

 

Von Mystik bis zur herrlichen Farbpracht

Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Reize. „Ich liebe den Winter. Der Schnee verdeckt so manche Narbe der Landschaft, sorgt für sanfte, gedämpfte Stimmungen. Der Herbst ist geprägt von einer herrlichen Farbpracht, tiefblauem Himmel und langen, harten Schatten. Im Sommer sollte man gezielter und genauer arbeiten und sein Motiv exakt auswählen, genauso wie im Frühling, wenn die Pflanzen sprießen und die Natur sich entfaltet.“, offenbart mir Paul Sürth. Am liebsten fotografiert er aber bei Nebel, denn dann wird nur ein Teil der Landschaft offenbart. Dazu sorgt Nebel für verborgene, mystische Stimmung und einzigartige Szenen.

Unvergesslicher Moment in Kenia

Paul Sürth, Landschaftsfotograf Zilelrtal

In nur wenigen Minuten entstand das Foto der Massai, das im Rahmen einer Ausstellung versteigert wurde.

Lieblingsfoto hat der Fotograf aus Hippach keines. „Nein – es gibt viele gute Bilder von mir – eines davon herauszunehmen fällt mir schwer“. Natürlich gibt es einige Bilder, auf die Paul Sürth bis heute sehr stolz ist. An einen Moment erinnert er sich immer noch gerne zurück: „Ich war zusammen mit einem Filmteam in Kenia und habe im Massai-Hochland eine Zillertaler Ärztin besucht, die dort eine Krankenstation leitet. Wir waren im Rahmen dieses Besuches Gäste auf einem entlegenen Bergbauernhof, einem Hof, zu dem man das Wasser für Mensch und Tier in einem mehrstündigen Fußmarsch hinauftragen musste. Ein für uns Europäer vollkommen unfassbarer Zustand. In einer ansonsten vollkommen lichtlosen Hütte, sogenannte Bomas, fiel seitlich durch ein Fenster ein geradezu biblischer Lichstrahl direkt auf eine dort sitzende Massai. Diese Szenerie lies mein Fotografenherz wirklich schneller schlagen! Eilends packte ich meine Kamera aus, holte noch extra das Stativ und begann zu fotografieren“, beschreibt Paul Sürth das unvergessliche Erlebnis. „Anfangs verwendete ich noch einen wohldosierten Aufhellblitz. Ich bemerkte jedoch schnell, dass ich diesem Supermotiv mit dem Blitz die Stimmung nahm. Also schaltete ich den Blitz aus, nur hatte ich danach das Problem, der Massai zu erklären, sie müsse in einer Belichtungszeit von 2 Sekunden ruhig sitzen bleiben…“. Zum Glück waren einige Fotos mit ausreichender Schärfe dabei. Das Bild der Massai wurde später im Rahmen einer Fotoausstellung zugunsten der Aktion Sterntaler von Dr. Maria Schiestl versteigert.

Paul Sürth

Mit seinen Fotografien holte Paul Sürth schon einige Medaillen.

Goldmedaille bei „Trierenberg Super Circuit“

Einer seiner größten fotografischen Erfolge – auch wenn er nicht gerne damit berichtet – ist die Goldmedaille des „Trierenberg Super Circuit“ vor zwei Jahren in Linz. Beim weltgrößten Fotowettbewerb gelang es ihm aus über 100.000 Einsendungen die Jury mit einer Landschaftsaufnahme aus dem Tuxertal zu überzeugen. „Natürlich hat es mich gefreut und es war mir eine große Ehre plötzlich mitten unter den weltbesten Fotografen zu sein“, betont Paul Sürth. Mittlerweile liegen die Medaillen aber wieder im Kasten. „Bevor ich damit prüste, gehe ich lieber auf den Berg und entdecke neue Fotomotive“, sagt der Naturfotograf abschließend und überlegt schon jetzt, welchen Berg er am Wochenende besteigen wird…

 

 

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