Überflieger!

Philipp Aschenwald springt hinunter, wo andere nicht mal einen Blick riskieren. Er ist ein wahrer Überflieger. Doch was bewegt den 21-jährigen Skispringer aus dem Zillertal? Was treibt ihn an?
Philipp Aschenwald kommt aus Ramsau bei Mayrhofen im Zillertal.

©Socialweb

Erstellt von

Fünf Sekunden. Mehr Zeit bleibt Philipp Aschenwald nicht, um sich zu beweisen. Der 21-jährige ist Skispringer aus Ramsau, bei Mayrhofen. Der kurze Augenblick bedeutet für Philipp alles: Er nutzt ihn, um 216 Meter weit zu springen. Der junge Überflieger ist seit 2011 im Nationalkader und trainiert das Skispringen beim SC Mayrhofen. Über seinen Vater, einstigem Nordischen Kombinierer, kam der junge Philipp mit acht Jahren zu seinem Sport. Als kleiner Junge sprang er von der Schanze in Mayrhofen und legte dort den Grundstein seiner Karriere. Heute lebt Philipp von seinem Sport. „Dafür muss man sehr konsequent sein und im Training immer hundert Prozent geben.“

 

Vom ersten Dezemberwochenende bis in den März hinein kann Philipp Aschenwald wieder beweisen, wofür er trainiert hat, denn dann steht die Wintersaison 2017/2018 an. Und der Sportler aus Ramsau hat große Ziele: „Ein Highlight ist, bei der Vierschanzentournee und beim Weltcup Auftakt zu springen.“ Um dafür fit zu sein, übt er fünfmal die Woche und mehr. „Wir trainieren normalerweise von Montag bis Freitag, hauptsächlich im Landessportzentrum in Innsbruck. Sprungtraining haben wir zusätzlich in Stams.“ Dort besuchte Philipp übrigens das Skigymnasium.

Die Bergiselschanze in Innsbruck
©Socialweb
Berg Isel in Innsbruck
©Socialweb
hilipp Aschenwald steht auf der Bergiselschanze hoch über Innsbruck.
©Socialweb

Der Kick beim Fliegen

 

Der 21-Jährige arbeitet hart an sich, um stetig besser zu werden. Dazu gehört es auch, seine Schwächen zu kennen. „Ich hatte eine Zeit, in der ich mich in alle Bereiche zu sehr reingesteigert habe. Ich wollte überall das Maximale rausholen.“ Heute weiß es Philipp besser. „Im Grunde muss beim Skispringen die Technik passen. Ich muss lockerer sein und nicht 24 Stunden an das Springen denken.“ Darum hat Philipp eine weitere Leidenschaft, keine minder extreme: Paragleiten. „Ich mag den Nervenkitzel. Im Spitzensport braucht jeder ein bisschen den Adrenalinkick.“ Seit zwei Jahren übt er das Paragleiten in Mayrhofen und Umgebung aus. Warum? „Zum Abschalten!“ 

©Socialweb

Vertrauen können

 

Der junge Sportler kennt scheinbar keine Grenzen. „Angst, irgendwo hinunter zu springen, habe ich nicht.“ Für gewöhnlich rast Philipp Aschenwald mit ungefähr 90 km/h die Sprungschanze hinunter, dann folgt der Absprung. „Wenn es mal ein bisschen windiger ist, dann vertraue ich meinem Trainer. Wenn er sein Okay gibt, dann weiß ich, dass es springbar ist.“ Man muss vertrauen können. Philipp lebt für seinen Sport. Beruflich wie privat. „Das Fliegen taugt mir einfach, in jeglicher Hinsicht. Bei den schlechten Sprüngen merke ich zu viel Druck am Ski, zu viel Druck, genau unter der Bindung. Aber bei den guten Sprüngen spüre ich fast keinen Druck. Ich werde richtig schnell in der Luft, das ist wie hinuntergleiten. Es fühlt sich an wie fliegen.“ Genau für diese Glücksmomente trainiert Philipp Aschenwald. Und wenn es mal gar nicht mehr läuft, mit dem Skispringen, dann träumt der junge Zillertaler von einer Karriere bei der Polizei. Oder als Physiotherapeut. Ein bisschen Normalo steckt doch noch in ihm. Sympathisch.

Mehr Sehenswertes