Bauernregeln, Lostage: Kräht der Hahn am Mist?

„Donnert’s im April, viel gutes verkünden will“. Das behaupten alte Bauernregeln. Gewitter im April? Ja bitte. Und sogenannte „Lostage“ sollen gar über die längerfristige Wetterentwicklung entscheiden. Eine Bauernregel aber stimmt immer. Und die hat mit einem Miststock zu tun.

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Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich's Wetter oder es bleibt wie es ist.

„Donnert’s im April, viel gutes verkünden will“. Das behaupten alte Bauernregeln. Gewitter im April? Ja bitte. Und sogenannte „Lostage“ sollen gar über die längerfristige Wetterentwicklung entscheiden. Eine Bauernregel aber stimmt immer. Und die hat mit einem Miststock zu tun.

 

Wenn die Bauern kurzfristige Wettervorhersagen machen, verwenden sie die Wetterkenntnisse ihrer Vorfahren. Bevor es die meteorologischen Wettervorhersagen gegeben hatte verließen sich die Bauern auch im Zillertal auf Bauernregeln und Lostage. Quasi auf ‚eingedickte‘ Erfahrungen aus jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen.

Bauernregeln werden übrigens immer in Form eines Bedingungssatzes formuliert, meistens sogar in Reimform. Drei Beispiele, wie sich zum Beispiel der Bauern-Frühling ankündigt:

„Hasen, die springen, Lerchen, die singen, werden sicher den Frühling bringen.“

„Hüpfen Eichhörnlein und Finken, siehst Du schon den Frühling winken.“

„Wenn die Drossel schreit, ist der Lenz nicht mehr weit.“

BauernregelnUnd dann sind da noch die Lostage. Das sind Wetterlagen an ganz bestimmten „Merktagen“ von denen man konkret auf das künftige Wetter schließen will. Vor allem aber auf die Ernteaussichten. Weshalb wollten die Bauern das früher so genau wissen? Ganz einfach: Das Wohl und Wehe für sie und ihre Familie hing vom Ernteertrag ab. Ein verregneter Sommer konnte die Familie, ja ganze Landstriche in tiefste Not stürzen.

Bauernregeln hin, Lostage her: Das Wetter ist ja heute noch Gesprächsthema Nr. 1. Nichts ist einfacher als das Parlieren über das Wetter – sei es trist oder schön – um mit unseren Mitmenschen ins Gespräch zu kommen. Und wenn wir moderne Menschen heutzutage wissen wollen, wie das Wetter in einigen Tagen ausschaut, dann schauen wir eben im Internet nach. Und erhalten Prognosen, die meist zutreffen. Und dennoch sind Lostage bei der Landbevölkerung noch immer en vogue.

Was sagen uns die Bauernregeln und Lostage also für April und Mai?

Der bisherige Wetterverlauf wäre, geht man nach der Monatsregel, heuer einmal gar nicht so schlecht: „März trocken, April naß, Mai lustig von beiden was, bringt Korn in’n Sack und Wein ins Faß.“ Das mit dem nassen April ist weniger gut, den lustigen Mai könnten wir aber vorprogrammieren. Mit allerhand Jux und Tollerei.

Der 24. April – ein gewichtiger bäuerlicher Lostag

Der Hl. Georg hat in Tirol viele Anhänger. Davon zeugen die zahlreichen Fresken auf den Bauernhäusern.

Der Hl. Georg hat in Tirol viele Anhänger. Davon zeugen die zahlreichen Fresken auf den Bauernhäusern.

Ende April geht’s dann aber Schlag auf Schlag mit den Lostagen. Der Georgstag am 24. April ist ein gewichtiger Tag. Die erste wirkliche Zäsur im Frühling. Denn Georgi entscheidet über das zu erwartende längerfristige Wetter. Obwohl Gewitter im April ja eigentlich von Vorteil wären – an Georgi bitte nicht: „Gewitter am St. Georgstag ein kühles Jahr bedeuten mag.“ Aber auch strahlendes Wetter wär nix: „Ist Georgi warm und schön, wird man raues Wetter sehn.“ Somit verbleibt ein wünschenswerter 24. April mit bedecktem Himmel und schlechter Fernsicht: „Kommt St. Georg auf dem Schimmel, kommt ein gutes Jahr vom Himmel.“ Lasst uns also hoffen.

Schon am nächsten Tag geht’s weiter mit der meteorologischen Zukunft: St. Markus am 25. April. Es ist jener Tag, an dem das bäuerliche Jahr quasi beginnt: „Leg erst nach Markus Bohnen, er wird`s dir reichlich lohnen.“

Es sind aber zwei Dinge, die den Tag für die Bauern versüßen können: Einerseits die Schwalben.  „Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt’s viel Futter, Korn und Kalben“. Und: „Was St. Markus an Wetter hält, so ist’s auch mit der Ernt‘ bestellt.“

Kaum ist der April vorbei, kommt schon Wonnemonat Mai

„Ist’s im Mai recht kalt und naß, haben die Maikäfer wenig Spaß“. Auch wenn man solche Bauernregeln heute belächelt: Maikäfer wurden früher von den Bauern gehasst wie die Pest. Ich kann mich noch erinnern, dass wir in Maikäferjahren für einen ‚Liter Maikäfer‘ eine ganz nette Prämie erhalten haben. Und wenn’s kalt wird, ist die Fressenslust der Tierchen eher begrenzt.

Die vielleicht bekanntesten Bauernregeln betreffen die 3 Eisheiligen, die uns heuer vom 11. bis 15. Mai besuchen werden. Meteorologisch gesehen ein vorletzter mit großer Sicherheit zu erwartender Kälteeinbruch in Mitteleuropa. (Der ‚offiziell‘ letzte ist dann meist die Schafskälte Anfang Juni.)

Eine wichtige Regel besagt, dass nach diesem Kaltlufteinbruch sommerliche Temperaturen die Oberhand gewinnen: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“ Konkret: „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.“

 

Mamertus – Mittwoch, 11. Mai 2016

Pankratius – Donnerstag, 12. Mai 2016

Servatius – Freitag, 13. Mai 2016

Bonifatius – Samstag, 14. Mai 2016

Kalte Sophie – Sonntag, 15. Mai 2016

 

Den krönenden Abschluss des Bauernregel-Monats bildet Fronleichnam, heuer am 26. Mai. Auch an diesem Tag gilt es, genau aufzupassen. Denn: „Fronleichnam schön und klar sagt an ein gutes Jahr.“

Eine Bauernregel allerdings scheint über alle Zweifel erhaben, ob solche Regeln überhaupt stimmen. „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich’s Wetter oder es bleibt wie es ist.“

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