Der Ursprung von „Stille Nacht“

Das alte Bauernhaus der Familie Strasser im Zillertal – das „Strasser Häusl“ – mit dem Herrgottswinkel und der düsteren Rauchkuchl erzählt viel über das karge Leben der Zillertaler Bauern von einst. Aber auch die Geschichte des berühmtesten Weihnachtsliedes der Welt – Stille Nacht, Heilige Nacht.
Die Entstehungsgeschichte von Stille Nacht, Heilige Nacht

©Gerhard Berger

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Das berühmteste Weihnachtslied der Welt.

Die wenigsten wissen, dass ,Stille Nacht, Heilige Nacht‘ nicht nur aus drei, sondern sogar aus sechs Strophen besteht“, erzählt Rosi Kraft bei ihrer Führung durch das Strasser Häusl in Laimach. „Und neu ist den meisten Besuchern auch die Tatsache, dass das berühmteste aller Weihnachtslieder vom Zillertal aus in die Welt getragen und damit erst bekannt wurde.“

 

Rosis Augen glänzen und in ihrer Stimme schwingt Stolz mit, wenn sie auf die Geschichte der Strasser Kinder kommt, die vor etwa 200 Jahren hier in diesem Bauernhaus mit den schweren rauchgeschwärzten Balken, dem breiten Balkon und den winzigen Fensterläden gelebt haben.

Entstehungsgeschichte des weltberühmten Weihnachtsliedes
©Gerhard Berger
Entstehungsgeschichte des weltberühmten Weihnachtsliedes
©Gerhard Berger
Entstehungsgeschichte des weltberühmten Weihnachtsliedes
©Gerhard Berger

Geschichte des Stille Nacht Liedes

„Lorenz Strasser, der Vater, war Bauer, Krämer und Handschuhhändler. Zwischen Advent und Maria Lichtmess reiste er gemeinsam mit seinen sechs Kindern nach Leipzig und Berlin, um dort die begehrten Handschuhe zu verkaufen. Um Aufmerksamkeit für den Verkaufsstand zu erregen, sangen seine Kinder Volkslieder aus der Heimat, die großen Gefallen fanden“, weiß Rosi.

Ein Lied kam im Nordosten Deutschlands besonders gut an – „Stille Nacht, Heilige Nacht“. „Bei einem Auftritt der ‚Lerchen aus dem Zillertal‘ am 15. Dezember 1832 im Leipziger Hotel de Bologne riss dieses Lied die Zuschauer zu solchen Begeisterungsstürmen hin, dass eine Tournee durch ganz Deutschland mit einem Auftritt vor dem preußischen König Wilhelm IV folgte“, erzählt Rosi weiter. „Und so wurden die Zillertaler Handschuhhändler zu Boten des weltweit populärsten Weihnachtsliedes.“

 


Zeitreise ins Zillertaler Landleben

Neben Abbildungen der Familie Strasser, Original-Noten, die Rosi bei ihren Recherchen in Leipzig selbst aufgefunden hat, und Handschuhen aus jener Zeit gibt es im Strasser Häusl noch allerlei anderes zu entdecken. Mit akribischer Sammelleidenschaft hat Rosi in den letzten 20 Jahren originale Exponate zusammengetragen, die wenigstens so alt sind wie die Geschichte des Hauses selbst und die einen eindrucksvollen Streifzug durch die alte bäuerliche Kultur im Zillertal bieten.

Ob landwirtschaftliche Gerätschaften mit längst vergessenen Namen, die heimische Tracht oder die Geschichte von Zillertalern, die ihre Spuren anderweitig im Ausland hinterlassen haben. Geschichte im Strasser Häusl ist dank der engagierten Rosi, die Besucher auch gerne mit Kaffee und Selbstgebackenem verwöhnt, echt, allgegenwärtig und durch und durch lebendig.

 

Zur Person:

Rosi Kraft nahm sich vor zehn Jahren des denkmalgeschützten Strasser Häusls an, um es mit Sorgfalt zu renovieren und zu einem kleinen Museum zu machen. Ihre ganze Leidenschaft gehört dem Aufspüren von historischen Spuren, die Zillertaler weltweit hinterlassen haben. Strasser Häusl Laimach bei Hippach Öffnungszeiten während der Weihnachtsfeiertage von 10 bis 12 Uhr & 14 bis 17 Uhr, ansonsten nach Vereinbarung unter +43  676 3225522.

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