Die Geburtsstätte des Meisterwurz

Er ist durchsichtig, hochprozentig und schmeckt nach den Kräutern des Zillertals – der Meisterwurz ist bis über die Grenzen von Mayrhofen bekannt. Wir besuchen die Schnapsbrennerei von Josef Thanner im Zentrum von Mayrhofen im Zillertal.

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Schnapsbrennerei Mayrhofen

Schnapsbrennerei im Zillertal

Er ist durchsichtig, hochprozentig und schmeckt nach den Kräutern des Zillertalsder Meisterwurz ist bis über die Grenzen von Mayrhofen bekannt. Wir besuchen die Schnapsbrennerei von Josef Thanner im Zentrum von Mayrhofen im Zillertal.

Josef Thanner Mayrhofen

Josef Thanner vor seiner Schnapsbrennerei.

Schnapsbrennen in Österreich mit Leidenschaft

„Schnapsbrennen macht süchtig“, erklärt uns Josef Thanner, der sich seit 38 Jahren der hochprozentigen Flüssigkeit verschrieben hat. Der Reiz daran ist für ihn die ständige Suche nach neuen Kreationen. Schon als er 17 Jahre alt war half er seinem Papa beim Brennen. Eine Leidenschaft, die ihm bis heute geblieben ist. „Die Arbeit ist so vielfältig, ich probiere immer wieder neue Kreationen.“, erklärt Josef Thanner. Trotz der vielen Ideen ist der Klassiker bis heute beliebt: der Meisterwurz Schnaps.

Vom Berg in das Schnapsfass

Um die Qualität seines Schnapses zu gewährleisten, holt Josef Thanner selbst die Kräuter vom Berg. „Der Meisterwurz wächst auf rund 1.500 bis 2.000 Höhenmetern, meist in abgelegenen Gebieten.“, erklärt der Schnapsexperte. Wenn er auf den Berg geht, dann werden aber auch andere Kräuter wie Enzian oder Wacholder eingepackt. „Der Meisterwurz ist ein Stiel mit Blätter – es geht aber um die Wurzel, die erst ab Mitte August ausgegraben werden soll.“, informiert der Schnapsmeister.

Wunderheilmittel Meisterwurz Schnaps

Meisterwurze

Wurzeln und Kräuter von den Zillertaler Bergen.

Der Meisterwurz zählt zu den gesündesten Heilpflanzen der Welt. „Die Pflanze ist perfekt bei Verdauungsproblemen. Einfach die Wurzel klein hacken, in den Tee und der Magen ist wieder fit.“, schwört Josef Thanner auf das natürliche Heilmittel. Die Pflanze ist typisch für das Zillertal, wurde aber auch schon in anderen Regionen gesichtet. Nichtsdestotrotz: „Der Meisterwurz steht für das Zillertal und schmeckt nach den Kräutern der Almwiesen in unserer Region.“, bestärkt der Schnapsbrenner.

Schnapsbrennerei

Urig wird hier Schnaps gebrannt.

Schnapsbrennerei wie in alten Zeiten

Josef Thanners Schnapsbrennerei ist nicht modern. Ganz im Gegenteil. Es ist eine dunkle, alte Hütte, in der die Wände schwarz vor Ruß sind. „Warum sollte ich meine Brennerei modernisieren? Ich brauche keine neuen technischen Geräte, brenne mit Holz statt mit Strom oder Gas.“, erklärt Josef Thanner. Zum Reinigen nimmt er statt chemischen Mitteln Brennesseln, Salzsäure und Milchfilter. „Das hat mein Vater schon so gemacht und es funktioniert wirklich perfekt.“.

Wie die Kräuter zu Schnaps werden

Klarer Schnaps in Flasche

Ein guter Schnaps muss zwei Mal gebrannt werden.

Wer denkt Schnapsbrennen ist einfach und dauert nicht lange, der irrt. Ein guter Schnaps muss zweimal gebrannt werden. Dazwischen liegen Wochen harter Arbeit. „Man schmeckt es im Schnaps, ob er mit Liebe und Ruhe gebrannt wurde.“, ist sich Josef Thanner sicher. Ein Geheimrezept hat der Schnapsbrenner aus Mayrhofen nicht und auch keinen Online Shop. „Ich brauche so etwas nicht. Wenn Kunden von meinem Schnaps überzeugt sind, haben sie wenigstens einen Grund zum wiederkommen.“, so Josef Thanner, der im Jahr um die 50 Fässer Schnaps verkauft.

Schnaps ausschenken

Beliebt im Zillertal: Der Meisterwurz.

Kunden bis über die Grenzen Tirols

Nicht nur Einheimische, auch Touristen schätzen die Kraft der Schnapskreationen von Josef Thanner. Trotz allem sind fast 70 % seiner Kunden aus der Region. „Ich habe 30 Jahre lang hinter der Bar und 25 Jahre als Busfahrer gearbeitet – da kannst du viele Kontakte knüpfen!“, ist der Schnapsmeister stolz auf den Kundenstamm. Freudestrahlend erzählt er uns von einem sehr treuen Kunden aus Norddeutschland: „Er kommt jedes Jahr her und nimmt sich 30 Liter Schnaps in Kanistern mit. Als ihn meine Frau fragte, ob er denn ein Gasthaus habe, hat er nur gegrinst und erzählt, dass er den ja selber trinkt.“ Der Meisterwurz ist aus dem Zillertal kaum wegzudenken: „Herkommen und kosten!“, rät der Schnapsexperte aus Mayrhofen.

Tipps und Tricks vom Experten:

  • Zu einem Schnaps darf man nie Rot- oder Weißwein trinken
  • Ein kühles Bier zum Stamperl ist erlaubt
  • Schnaps hilft am besten nach der Mahlzeit, um den Magen einzurenken
  • Auch nach einer schweißtreibenden Arbeit hilft ein Stamperl
  • Schnaps muss immer ganz klar und ohne Flanken sein, ansonsten ist es ein „Kopfwehschnaps“
  • Ein typischer Schnaps hat zwischen 42 und 44 %
  • Schnaps soll weder im Kühlschrank, noch in der Sonne gelagert werden – am besten im Keller oder im Kasten

 

 

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Kultur & Tradition

im Zillertal

In der Ferienregion Mayrhofen-Hippach haben Kultur & Tradition seit jeher einen hohen Stellenwert und werden in vielfältiger Weise gepflegt. Neben vielseitigen sportlichen Angeboten laden zahlreiche musikalische und kulinarische Schmankerl zum Lauschen, Feiern, Schlemmen und Genießen ein.

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