Ein Weihnachtslied für die ganze Welt

Ein Lied hat Weihnachten und den Heiligen Abend nachhaltig verändert. Es wird von bis zu zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt gesungen. Und jeder, der das Lied kennt, hat seine ganz eigene Beziehung dazu.
Trinity Church in New York

©Elisabeth Frontull

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Dem einen zaubert es ein seliges Lächeln ins Gesicht, andere werden von Demut ergriffen. Dem einen wird ganz festlich zumute, andere wiederum lassen ihren aufgestauten Tränen freien Lauf und wundern sich, wo diese plötzlich herkommen.

Stille Nacht in New York
©David Plakke
Stille Nacht in New York
©Elisabeth Frontull
Stille Nacht in New York
©Christiana Kröll

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ist das berühmteste aller Weihnachtslieder und wurde in mehr als 300 Sprachen übersetzt. Es wurde von Opernstars ebenso gesungen wie von Jazz-Legenden und Pop-Sternchen. Es ist Kulturgut, das Ländergrenzen, Nationalitäten und Religionsbekenntnisse überwindet. Es ist in sich selbst ein kleines Wunder, das seinen geheimen Zauber wohl niemals zur Gänze preisgeben wird.

 

Und genau dieses Lied wurde vor exakt 200 Jahren in Salzburg vom Hilfspfarrer Josef Mohr und vom Lehrer Franz-Xaver Gruber komponiert und 1818 in der Heiligen Nacht uraufgeführt. Ein schöner Zufall wollte es, dass das Lied mit dem Orgelbauer Carl Mauracher aus Fügen in das Zillertal kam. Und von hier ging das Lied auf die Reise, zuerst in Europa, dann nach Amerika. Und genau dahin zog es im November den Familiendreigesang Kröll aus Mayrhofen, die das Lied der Lieder am Originalschauplatz – vor dem Hamilton Memorial bei der Trinity Church in der Wallstreet/Downtown von Manhattan – New York aufführten.

©David Plakke

Es war von Beginn an ein denkwürdiger Tag, denn der verloren geglaubte Reisepass unseres Produzenten Toni wurde wie durch ein Wunder in der riesigen Stadt New York gefunden und abgegeben. So starteten wir bereits mit Freude in einen schönen Tag. Die ersten Tränen kullerten bei uns bereits, als wir „Stille Nacht“ im Hotelzimmer mit Blick auf das Memorial von 09/11 probten. So viel Elend und Leid ereignete sich genau an der Stelle, die wir sehen konnten. Im Gedanken an die zu Tode gekommenen Menschen setzten wir unsere Probe für unseren Auftritt am Abend in der Trinity Church fort.

Wir kamen am späteren Nachmittag in die Wallstreet. Busse, Autos, Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht, Menschenmengen, die über die Gehsteige huschten und weder links und rechts sahen, konnten wir beobachten. Es war ein Lärmpegel, der mich einen Moment inne halten ließ und ich mich fragte, ob uns da wohl ein Mensch hören würden, wenn wir „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ singen würden. Es dämmerte bereits, der Trinity Youth Choir kam in schönen roten, langen Roben und stellte sich beim Hamilton Memorial vor der Trinity Church auf. Wir betraten das Denkmal und uns wurde trotz des eisigen Windes warm ums Herz. Es war, als spürten wir die Energie unserer Zillertaler Vorfahren.

Um exakt 17.30 Uhr erhielten wir das Zeichen, mit dem Lied zu starten. Der Verkehr war kurz vorher noch ohrenbetäubend und mir war sicher, kein Mensch würde uns singen hören. Auf einmal konnten wir alle umliegenden Geräusche ausblenden, wir hörten nur noch die Gitarre und uns selbst, wie wir das Lied sangen. „Stille Nacht! Heilige Nacht!“, alles schläft, einsam wacht…

 

Es war, als würde die beherzte Stadt New York für 3 Minuten inne halten, als würde das Lied der Lieder die Stadt umhüllen mit einem seidigen Mantel aus Noten. Obwohl das Lied um einen Monat zu früh erklang, war für uns und in unseren Herzen genau zu diesem Moment Weihnachten. 

©Elisabeth Frontull

 

 

 

Wir wünschen nun allen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und eine stille, Heilige Nacht!

 

Gerlinde, Elisabeth und Christiane vom Familiendreigesang Kröll

Die Botschafter des Liedes "Stille Nacht! Heilige Nacht!"

Stille Nacht, Heilige Nacht

Silent Night in New York

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