Gelebte Tradition – gelebte Tracht

Im Zillertal wird Tradition noch gelebt, das weiß jeder, der im Tal wohnt und auch diejenigen, die das Tal als Urlaubsgäste besuchen...
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©Foto Willy

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Im Zillertal wird Tradition noch gelebt, das weiß jeder, der im Tal wohnt und auch diejenigen, die das Tal als Urlaubsgäste besuchen. Sei es die Landschaft, die wir hegen und pflegen, sei es das Almwesen, das von unseren Bauern jeden Sommer wieder aufs Neue bewirtschaftet wird. Auch die Sprache, die wir sprechen, ist Tradition. Es ist unser Gut, das von unseren Elternhäusern vorgelebt wurde. Wir sind stolz darauf und wir können es auch zeigen!

 

Die Zillertaler Tracht, ein Zeichen der Identität

Zillertaler Tracht

Im Ausschnitt des Zillertaler Röckls wird eine frische Blume zum absoluten Hingucker.
Bild: Foto Willy

Es ist schon verwunderlich, was heutzutage alles als „Tracht“ bezeichnet wird. Minikleid-Dirndl mit Rüschenbluse und Spitzenschurz, Glitzersteinchen und Borten. Schulterfrei, ja sogar ohne Bluse werden Dirndlkleider zur Schau gestellt. Das hat alles nichts mit Tracht zu tun, denn die Zillertaler Tracht ist schlicht, ohne Firlefanz und vor allem mit Ärmel. Unsere Tracht ist ein Zeichen der Zugehörigkeit, der Identität einer Region. Das Zillertal ist eines der wenigen, wenn nicht das einzige Tal im Alpenraum, in dem im gesamten Tal mit 25 Gemeinden eine einheitliche Tracht getragen wird. Gerade um diese Einheitlichkeit der Tracht und das geschlossene Auftreten des gesamten Tales wird das Zillertal immer wieder beneidet und bringt dem Tal Achtung und Respekt entgegen. In der Tracht verpflichtet und bekennt sich der Träger in seiner ganzen Haltung zur Zugehörigkeit und zur heimatlichen Landschaft und ihren Bräuchen.

Zillertaler Röckl, das Festtagsgewand

Zillertaler Tracht

Der Hut zum Zillertaler Röckl ist einmalig schön und komplettiert die Tracht.
Bild: Elisabeth Kröll

Wir sind in der glücklichen Situation, gleich zwei Trachten zu besitzen, die tatsächlich auch nur im Zillertal so getragen werden. Das Zillertaler Röckl ist die Festtagstracht. Nur zu speziellen Anlässen wird diese Tracht getragen, zum Beispiel bei hohen kirchlichen Anlässen, Hochzeiten, aber auch bei Requien, wenn der Verstorbene ein enger Angehöriger war. Das Zillertaler Röckl besteht aus einem schwarzen Samtmieder mit einem weißen Tuch auf den Schultern, lange schwarze Samtärmel werden mit einer schwarzen Spitzenborte eingefasst. Ein schwarzer Rock und eine helle Seidenschürze komplettieren das Gewand. Der schwarze Röckl Hut ist flach, mit zwei Goldquasten (beim Trauerhut mit zwei schwarzen Quasten) mit einem breiten, schwarzen Band, um ihn am Hinterkopf fest zu binden. Lange Haare werden zu einem Knoten geformt. Zur Tracht werden schwarze Strümpfe, schwarze Schuhe mit leichtem Absatz sowie Granatenschmuck getragen.

Die Sonntagstracht

Zillertaler Tracht

Auch Kinder tragen beim Tanzen die Sonntagstracht.
Foto: Klaus Widkal

Die rote Sonntagstracht besteht aus einem Mieder aus rotem Wollbrokat. Die Achselteile, der bandbreite Besatz um den Ärmelausschnitt und das obere Rückenteil wird mit schwarzem Wollstoff eingefasst. Zwischen den feinen Linien der Rückenteilungsnähte ist im Mittelteil und auf den beiden Seitenteilen die Tracht mit Stickereien nach überlieferten Mustervorlagen verziert. Auch am roten Brustlatz vorne sind die farbigen Stickereien angebracht. Das Mieder wird mit rotem Band gebunden. Der Kittel besteht aus schwarzem Wollstoff und wird in dichten Fältchen an das Mieder angenäht. Der Rock wird mit rotem Passepoile vorgestoßen. Die Schürze ist aus blauem Wollstoff. Die Bluse ist aus weißem Leinen mit Puffärmeln und an Hals und Ärmel schließt sie mit Klöppelspitze ab.

Absolute No Go’s beim Tragen der Tracht

Bedenkt man, dass es die Tracht als Zeichen der Zugehörigkeit einer gewissen Bevölkerungsgruppe bereits seit mehreren Jahrhunderten gibt, ist es nicht verwunderlich, dass bestimmte Gegenstände an einer Tracht oder beim Tragen der Tracht nichts verloren haben. Auch die Tracht hat sich mit der Zeit verändert, die Materialien sind besser geworden. Aber der Stil ist immer der Selbe geblieben. Absolutes No Go beim Tragen der Tracht sind Piercings und sonstiger Körperschmuck sowie überdimensional großer Modeschmuck. Die Haare sollten geflochten oder hochgesteckt werden und High Heels sehen besser zu engen Jeans oder knielangen Röcken aus.

Solltest du nun mehr Informationen zum Thema Tracht suchen, dann wirst du sicherlich hier fündig: www.landestrachtenverband.at

Die Tradition soll bewahrt werden, die Tracht soll gelebt werden. Das sind Zeichen unserer Kultur, die wir niemals aufgeben dürfen!

Der Beitrag Gelebte Tradition – gelebte Tracht erschien zuerst auf Mayrhofen Magazin.

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