Resi, die kleine Kuh aus dem Zillertal auf Sommerfrische auf der Alm.

Einige Zeit ist vergangen, seitdem wir Resi aus dem Zillertal, das letzte Mal getroffen haben. Die junge Kuh mit dem hübschen braunen Fell und den dicht-bewimperten Augen ist zu einer Schönheit herangewachsen. Das liegt sicherlich auch an der vielen frischen Luft und der wärmenden Sonne, die Resi auf der Alm genießt.

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Einige Zeit ist vergangen, seitdem wir Resi aus dem Zillertal, das letzte Mal getroffen haben. Die junge Kuh mit dem hübschen braunen Fell und den dicht-bewimperten Augen ist zu einer Schönheit herangewachsen. Das liegt sicherlich auch an der vielen frischen Luft und der wärmenden Sonne, die Resi auf der Alm genießt. Natürlich auch das gesunde und magenschonende Essen in Form von frischen Wiesenkräutern, das mit ein wenig Salz einfach hervorragend mundet. Kurz um: Resi ist glücklich und zufrieden, ein richtiges Tiroler Madl. Oh, pardon. Ein Zillertaler Madl!

 

ICH: Nun Resi, guten Morgen, du bist ja schon früh auf den Beinen! Magst du uns erzählen wie so dein typischer Tag auf der Alm abläuft?

RESI: Oh, hallo. Ja, ich bin beim sommerfrischl’n hier oben auf der Alm. Mein Bauer ist zwar nicht selber hier, aber dafür unser Melker. Meistens döse ich so vor mich hin und wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen, steh ich auf, Strecke mich mal ausgiebig und such mir ein saftiges Stück Almwiese für ein würziges Kräuterfrühstück. Den Vormittag bin ich dann meist mit wiederkäuen beschäftigt. Meine Spielkameraden aber auch unsere Mütter sind immer irgendwo in Reichweite, man hört sie ja am Gebimmel ihrer Glocken, die sie an dicken Lederbändern um den Hals tragen. Das ist ein bisschen so wie bei den Menschen und ihren Handys. Die hört man auch immer.

Wir besuchen Resi auf der Alm, auf der sie die Sommerfrische verbringt.

Wir besuchen Resi auf der Alm, auf der sie die Sommerfrische verbringt.

ICH: Wow, das klingt nach viel Bewegung in der frischen Luft?

RESI: Ja schon, wir sind ziemlich geländetauglich und eigenen uns besonders gut für die steilen Berghänge und die saftigen subalpinen Almwiesen. Wie richtige Tiroler eben. Auf der Suche nach unserer täglichen Portion an „g’schmackigen“ Kräutern treten wir übrigens besonders behutsam die sensiblen Almwiesen auf und ab und sind deswegen – so ganz nebenbei – auch großartige Flurpfleger und bewahren die Almen davor zu „verbuschen“.

ICH: Was machst du eigentlich, wenn es mal regnet oder ein Gewitter kommt?

RESI: Die meisten Menschen denken, wir sind nur „doofe“ Kühe, aber wir kapieren sehr wohl wenn es brenzlig wird! Wenn es dunkle Gewitterwolken von den Gipfeln des Tuxer Alpenhauptkamms tief in das Tal drückt, dann stellen wir uns zusammen gekuschelt unter die vereinzelten Bäume und warten den Regen ab. Manchmal laufen wir aber auch zur Alm zurück und gehen dem Melker mit dem Gebimmel unserer Glocken auf die Nerven…Ach das war ein Scherz, er freut sich immer wenn wir zu ihm kommen, dann muss er uns nämlich nicht suchen kommen.

Wenn das Wetter schlecht wird - was in den Hochalpen schon mal schnell gehen kann - kuscheln sich Resi und ihre Familie unter Bäume oder laufen zur Almhütte.

Wenn das Wetter schlecht wird – was in den Hochalpen schon mal schnell gehen kann – kuscheln sich Resi und ihre Familie unter Bäume oder laufen zur Almhütte.

ICH: Ich verstehe. Wirst du dann eigentlich auch gemolken?

RESI: Ich selbst noch nicht, aber unsere Mütter. Das macht der Melker. Wie auch schon in unserem Stall im Tal. Hier oben jedoch verwertet er die Milch gleich und macht würzigen Käse aus unserer Milch! Ich sag’s dir, das ist vielleicht cool! Da könnt ihr Menschen nicht mithalten. Der Käse wird entweder gleich in Form von Frischkäse in das Tal geliefert, oder aber er wird noch gereift. Dann ist er besonders würzig. Ich habe von unseren Müttern gehört, dass die Menschen darauf richtig abfahren und das dieser Käse sogar über die Grenzen des Zillertals bekannt ist!

ICH: Das muss toll sein, zu wissen, dass eure Milch hier auf der Alm verarbeitet wird! Wie lange bleibst du denn auf der Alm?

RESI: Ich denke, dass wir zum Heiligen Matthäus am 21. September wieder ins Tal hinunter getrieben werden – mit richtig tollem Schmuck auf unseren Köpfen. Die Menschen finden das ganz toll und begleiten uns bei diesem Marsch ins Tal. Dieser Tag ist im Bauernkalender der traditionelle Winteranfang und Wetterorakel, seit Jahrhunderten heißt es: „Tritt Matthäus stürmisch ein, wird bis Ostern Winter sein.“ Da bin ich schon wieder in meinem warmen Stall.

Aus der frisch gemolkenen Milch wird Frischkäse gemacht - oder aber die Milch wird zu würzigem Bergkäse verarbeitet.

Aus der frisch gemolkenen Milch wird Frischkäse gemacht – oder aber die Milch wird zu würzigem Bergkäse verarbeitet.

ICH: Ach! Und da wirst du dann richtig herausgeputzt? Das klingt ja wie ein Miss-Wettbewerb!

RESI: Ja ich hoffe, ich werde zur Kranzkuh gewählt, dann bekomme ich den schönsten Kopfschmuck von allen Kühen. Aber ich denke, ich bin noch zu klein. Das wird aber sicher ein tolles Spektakel, da gibt es dann auch den würzigen Käse und Schnaps. Und Musik spielen die Menschen sicher auch – und wir bimmeln mit unseren Glocken.

ICH: Super! Ich werde es mir auf jeden Fall anschauen! Ich wünsche dir derweilen noch einen erholsamen Sommer hier oben auf der Alm!

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