Der Rote Zwilling über dem Pfitscher Joch

Die Rotbachlspitze ist einer der aussichtreichsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Sie eröffnet ein tolles Panorama auf die Eisriesen wie Hochferner, Weißspitze, Schrammacher und Olperer.
Vom Ausganspunkt, der Bushaltestelle am Schlegeis wenige Meter unterhalb der Dominikushütte, wandern wir etwa 10 Minuten am Westufer des Schlegeisstausees entlang. Am Ende des Stausees passieren wir die Brücke und biegen nach rechts auf den Weg (Nr. 524) in den Zamser Grund ab. Auf dem zunächst breiten Weg wandern wir in moderater Steigung gen Süden. Wir kommen an einer kleinen, windschiefen Hütte vorbei, die durch ihr Aussehen ein wenig an ein Hexenhäuschen erinnert. Allmählich verlieren sich Zirben und Lärchenwald und machen den lieblichen Almrosen Platz. Wir treffen auf einen reizenden, mit Baumstämmen gestalteten Rastplatz und hinter dem traumhaften Almboden auf eine aufwendig in Szene gesetzte Trinkstelle. Der Weg schlängelt sich in sanften Serpentinen zur Lavitzalm (2.095 m) hinauf. Hier kann man sich übrigens auf dem Hin- oder Rückweg stärken und der äußerst interessanten Naturpark-Ausstellung „pfitscherjoch grenzenlos“ einen Besuch abstatten. Es fällt schwer, sich von den atemberaubenden Ausblicken auf die Bergarena loszureißen. Die Szenerie öffnet sich nun auf den weitläufigen Stampfler Boden mit dem wildflussartigen Zamser Bach, der das Schmelzwasser des Stampflkees talwärts transportiert. Bei der Querung des eigentümlich rostroten Baches erklärt sich auch dessen Name: Rotbachl. Wir passieren die Staatsgrenze und kommen am Jochsee vorbei, der unter anderem Lebensraum für Bergmolche ist. Kurz vor dem Pfitscher Joch-Haus weist linker Hand ein kleiner Wegweiser hinauf zur Rotbachlspitze. Vorbei an dem alten Zollhaus folgen wir dem großteils gut sichtbaren Weg. Wir halten uns nördlich des Kammes, bis wir unterhalb eines markanten Buckels (2.539 m) den Grasrücken betreten und diesem folgen, bis er sich allmählich in einen felsigen Grat verwandelt. Wir überwinden in leichter Kraxelei einige Stellen im Blockgelände. Für das letzte Stück zum Gipfel auf 2.895 m weichen wir in die steile Schuttflanke aus. Hier führt uns eine anspruchsvolle Zick-Zack-Spur steil zum Gipfel. Der Endspurt verlangt uns nochmal einiges an Schweiß ab, der Ausblick belohnt uns dafür jedoch reichlich. Einige der berühmtesten Eiswände der Ostalpen liegen nun vor uns: Die Hoch- und Griesferner-Eiswand mit dem gleichnamigen Gipfel des Hochferners und den niedrigeren Nachbargipfeln der Weißseespitzen. Hier in den abweisenden Eisbrüchen erlernte der junge Reinhold Messner unter anderem sein Handwerkszeug, das ihm später auf seinen Expeditionen im Himalaya große Erfolge bescherte. Das Günther Messner Biwak am Fuße des Griesferners erinnert an den (am Nanga Parbat) verstorbenen Bruder von Reinhold Messner. Nach einer genüsslichen Gipfelrast geht es wieder zurück. Der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg.
 
Prähistorische Strecke
Das Pfitscher Joch ist seit geraumer Zeit ein bekannter Übergang für die berühmte Transalp, sei es zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Dieser Übergang vom Pfitschertal ins Zillertal wird schon seit knapp 10.000 Jahren genutzt und ist somit einer der ältesten Alpenübergänge des Landes. Er wurde damals für den Tauschhandel zwischen den nördlichen und südlichen Gebieten genutzt. Zahlreiche Funde belegen das. Die Begehung des Pfitscher Jochs erfolgte zu dieser Zeit durch steinzeitliche Jäger und Bergkristallknappen. Später weisen die Spuren auch auf den Aufenthalt von Hirten in Zusammenhang mit der Weide- und Almwirtschaft hin.


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Höhenmeter 1181m
Höchster Punkt 1781m
Streckenlänge 18.2km
Gehzeit gesamt 6h
Wegbeschaffenheit Bis zum Pfitscher Joch ist es eine leichte Wanderung, die später am Grat und vor allem in der steilen Gipfelflanke Trittsicherheit verlangt und insgesamt als mittelschwer einzustufen ist. Der fast 3000er bietet den idealen Einstieg, um alpine Höhenluft zu schnuppern. Am geräumigen Gipfel findet man sich inmitten einer großen Eiswandarena.

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